Dax-Umfrage
„Das war der bislang stärkste Umschwung“

Teilnehmer an der wöchentlichen Handelsblatt-Dax-Umfrage konnte der Kurseinbruch am Donnerstag nicht überraschen. Doch nun hat sich die Stimmung komplett gedreht und lässt für Anleger nur eine Schlussfolgerung zu.

DüsseldorfDie Jubelstimmung der Vorwoche kommentierte Börsenexperte Stephan Heibel mit den Worten „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“. Das Pulverfass erhielt diese Woche einen Namen: Mario Draghi. Er schürte im Vorfeld der EZB-Sitzung vom vergangenen Donnerstag hohe Erwartungen an eine weitere geldpolitische Lockerung, scheiterte dann einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge am Widerstand anderer Notenbankmitglieder.

Der Dax brach entsprechend im Wochenvergleich um 4,8 Prozent ein. Die aktuelle Sentiment-Umfrage beantwortet die Frage: Bahnt sich ein Trendwechsel an? Oder ist das Minus nur eine technische Reaktion, bei der das Minus schnell wieder aufgeholt wird?

Woche für Woche analysiert Stephan Heibel vom Analysehaus Animusx die Dax-Umfrage des Handelsblatts zur aktuellen Börsenstimmung unter mehr als 2.300 Anlegern. Dabei achtet er vor allem auf Kontraindikatoren. Sind zu viele Anleger euphorisch, signalisiert das tendenziell eher fallende Kurse und umgekehrt. Das beste Beispiel bietet die vergangene Woche, als die euphorische Stimmung einen neuen Rekordwert erreichte und das deutsche Börsenbarometer anschließend um fast fünf Prozent einbrach. Weitere Prognosen unter Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf.

Das Ergebnis der aktuellen Umfrage zeigt: Die Jubelstimmung der Vorwoche ist verflogen. Mehr als jeder Dritte und damit 25 Prozent weniger als gegenüber der Vorwoche sieht in der aktuellen Dax-Bewegung einen Aufwärtsimpuls, weitere 15 Prozent (minus fünf Prozentpunkte) gehen von einer Topbildung aus. Nur elf Prozentpunkte sind ins Lager der Neutralen gewandert, wo sich nunmehr rund jeder vierte Anleger aufhält.

War das Lager der Pessimisten vor gut einer Woche quasi nicht vorhanden, erkennen 18 Prozent nun einen Abwärtsimpuls. „Es ist der stärkste Stimmungsumschwung, den wir mit unserer Sentimentumfrage bislang gemessen haben“, erläutert Heibel.

Diese Ernüchterung hinterlässt auch bei der Selbstgefälligkeit der Anleger Spuren. Das Lager derer, die sich in ihren Erwartungen bestätigt fühlen, schrumpfte um 23 Prozentpunkte auf nur noch 54 Prozent, während 46 Prozent (plus 23 Prozentpunkte) nicht mit diesem Rücksetzer gerechnet haben. Es ist kaum zu glauben, aber gehört offenbar zur Börsenwelt, dass mit immerhin noch 55 Prozent solch eine hohe Zahl von Anlegern mit diesem Rücksetzer gerechnet hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%