Dax-Umfrage

„Der Gesamtmarkt wird weiter steigen“

Das heutige Minus beweist: Es gibt viele Risikofaktoren, eine weitere Rally wie in der Vorwoche ist keine ausgemachte Sache. Doch dieses fragile Gleichgewicht spricht für steigende Kurse, zeigt eine exklusive Analyse.
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Dax erlebt Wechselbad der Gefühle

DüsseldorfAnleger erlebten am heutigen Montag ein Wechselbad der Gefühle: Zunächst hatte der für deutsche Banken positiv ausgefallene Stresstest für Gewinne gesorgt - doch dann verbreiteten schwache Konjunkturdaten und die Wall Street Katerstimmung. In den ersten Handelsminuten war der deutsche Leitindex noch bis auf 9085 Punkte hochgesprungen. Doch dann gab Dax nach bis auf 8835 Punkte - ein Minus von rund zwei Prozent. Das zeigt: Der Dax knüpft nicht einfach an die Rally der Vorwoche an, dafür gibt es mit dem Ukraine-Konflikt, der Ebola-Epidemie noch zu viele Unsicherheiten.

Allerdings sind die Erwartungen für diese Börsenwoche positiv. Denn es mehren sich die Anzeichen, dass der Mini-Crash am 16. Oktober eine Trendwende eingeläutet hat. „Wer verkaufen wollte, der hat dies spätestens an jenem Donnerstag getan“, meint Börsen-Experte Stephan Heibel vom Analysehaus animusX. Für ihn hat sich die Panik, die damals herrschte, mit den anschließend steigenden Kursen schnell wieder in Optimismus gewandelt.

Das zeigen auch die Daten der aktuellen Sentimentumfrage. Jede Woche erhebt Handelsblatt Online die Börsenstimmung. Die Daten werden anschließend von animusX ausgewertet und interpretiert, um damit Anlegern eine Orientierung bei ihrer Geldanlage zu geben.

Infografik

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?

in Prozent


Vor einer Woche lautete die Schlagzeile „Angelaufene Rally ist nachhaltig“, die sich im Nachhinein als richtig erwies. Denn der deutsche Leitindex ist in der vergangenen Woche um 1,6 Prozent gestiegen.

Und wie geht es weiter? „Das nunmehr deutlich höhere Kursniveau wird kaum für Verkäufe genutzt“, erläutert Heibel. Es gäbe solide Anzeichen für eine nachhaltige Bodenbildung, auf dessen Basis der Dax sukzessive weiter auf ein höheres Niveau klettern kann.

Dieser Optimismus wird auch von Charttechnikern geteilt. „Die Vorzeichen, dass der deutsche Leitindex sich weiter Richtung Norden durchschlägt, stehen gut“, meint beispielsweise Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus, am heutigen Montag.

Wie sehr sich die Stimmung gewandelt hat, zeigen die Antworten auf die Frage, ob man den deutlichen Anstieg der Vorwoche erwartet hatte. Zwei Drittel der Teilnehmer antwortete mit ja. Dabei ist einer Woche zuvor nur gut ein Drittel von einer Bodenbildung oder von steigenden Kursen ausgegangen. „Ein großer Teil der Anleger lag also vor einer Woche mit seinen Erwartungen nicht nur falsch, sondern sie können sich heute schon nicht mehr daran erinnern“, lautet das Fazit von Heibel. Dieses Verhalten sei nicht untypisch für Korrekturphasen.

Geringe Investitionsquote
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14 Kommentare zu "Dax-Umfrage: „Der Gesamtmarkt wird weiter steigen“"

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  • Ich verstehe den Sinn der Umfrage nicht.Aber vielleicht bin ich schon zu alt oder zu blöd.Der DAX wird weiter steigen?Na toll.Ich dachte immer es hängt vom Einstieg ab.Wer bei 10050 rein ist,hofft natürlich den Einstand wieder zu sehen.Wenn möglichst noch in der kommenden Woche.Wer schon seit Jahren dabei ist,alles vor 95,dem stört das alles wenig.Der Börsenerfolg hängt doch zu aller erst bei Indizes von richtigen Zeitpunkt ab.Der sollte so früh wie möglich erfolgen,bevor der Herdentrieb einsetzt.Nach meiner bescheidenen Einschätzung,wird der DAX es schwer haben,die Performance der Jahre 2012 und 2013 wieder zu erreichen.2012 bei 5900 gestartet und bei 7600 geschlossen,2013 bei 7600 gestartet und bei 9600 geschlossen.Alle Werte gerundet.Dieses Jahr bei 9600 gestartet und ...wo geschlossen?Bestimmt nicht dort,wo das mancher zu Beginn des Jahres sah.

  • Ja, das könnte ein mögliches Motiv sein.

    Das hier grenzt doch an Realsatire:
    www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/boerse-new-york-ifo-index-belastet-wall-street/10895856.html

    Dazu sagte die Dame in der Börse vor 8 gerade, dass sich die Konjunktur in Deutschland abkühlt mit Verweis auf den ifo-Index.

    Das ist Volksverarsche und dafür zahlt man auch noch Gebühren. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dieser Telefonbefragung und der tatsächlichen Wirtschaftsentwicklung (im übrigen ja auch zeitlich versetzt).

  • wer möchte denn nun seine Aktien verkaufen? Anders ist es für mich nicht zu erklären, aus einem deutlichen langsammen Abwärtstrend ein "Weiter steigen" zu konstruieren. Natürlich wird der Dax in kurzen Zwischenphasen immer mal wieder etwas klettern - der ideale Zeitpunkt um seine Aktien los zu werden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass er zum Jahresende irgendwo zwischen 8000 und 8500 stehen wird - eher an die 8000 als an die 8500. Der Trend ist inzwischen gesetzt. Dir Konjunkturdaten sind im allgemeinen eher negativ als positiv. Mit IS in Syrien und Irak, Ukaine und Ebola existieren 3 massive Kriesenherde. Die Gelder der EU fließen genau dahin, zur Investition innerhalb der EU bleibt da einfach nicht genug übrig. Die USA hat sich gerade mal ein wenig berappelt und wird wahrscheinlich bald politisch stillgelegt. Auch nicht gerade die Aussicht auf einen Wirtschaftsmotor. China bemüht sich den Konsum im eigenen Land anzuheizen und die hergestellten Produkte dort auch zu verkaufen. Abkehr der Globalisierung. Russland könnte wenn es denn dürfte, aber den letzten übrig gebliebenen Wirtschaftsmotorantreiben wurde vom Westen stillgelegt.
    Alles deutet auf einen stetigen Abwärtssog hin. Mit Ausschlägen sowohl nach oben wie auch nach unten, unterm Strich aber ständig runter.

    Wer Aktien wegen der Ausschüttung hält sollte sie behalten und bei Ausschlägen nach unten zukaufen. Wer Aktien zur Spekulation hat sollte sie in den wenigen Hochphasen abstoßen und sich lieber am Rohstoffmarkt tummeln. Gerade im Bereich Lebensmittel sind da noch Gewinne in Aussicht - Langfristig.

  • Herr Schmidt,

    überhaupt keine.

    Die Aussagekraft ist genauso hoch, wie wenn sie später alle Ihre Nachbarn fragen, wie denn das Wetter in den nächsten 6 Monaten wird.

    Aus den Antworten (sehr schlecht bis hervorragend) bilden Sie dann den Mittelwert und sagen "Es wird ein milder Winter.".

  • Nachtrag:

    Daraus eine Artikelüberschrift „Der Gesamtmarkt wird weiter steigen“ zu basteln, grenzt an Scharlatanerie bzw. zweifelt wohl sehr stark an der Intelligenz der Leserschaft.

  • Inwieweit stellt eine solche Zahl denn dann überhaupt einen Indikator für steigende oder fallende Kurse dar?

    Oder ist es nur eine falsche Vorstellung von Vorgängen an der Börse?

  • Immer wieder erstaunlich & so etwas gibt es meines Wissens nach fast exklusiv nur im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich (siehe Ifo-Index, GfK etc.).

    Hier befragen irgendwelche Leute andere Leute, die keine Glaskugel haben und deshalb Null Wissen über die Zukunft besitzen über deren Erwartung an die Zukunft. Daraus interpretieren dann andere Kaffeesatzleser, dass es hoch oder runter gehen muss. Dazu noch ein Medium wie das HBO und schon wird eine Botschaft suggeriert.

    Wir wären statistisch gesehen näher dran, wenn wir es einfach auswürfeln würden.

    Die befragten Leute hätten auch einfach sagen können "Wir haben keine Ahnung." und das HBO hätte schreiben können, dass kein gesichertes Wissen über die Entwicklung in der Zukunft besteht.

  • "Äh ja, .... und wie lautet jetzt Ihre Frage?"

    Er hat beobachtet, dass der arithmetische Durchschnitt (Aktien pro Inhaber) über alle Aktien und Inhaber "immer" gleich sein muss. Er hat sich gewundert, warum man in so einem Fall von Investitionsquote sprechen kann. (Die Verteilung ist es aber nicht - einsichtig ändert sich z.B. der Median)

  • Ich finde die Schlüsse, die Herr Heibel aus den Antworten auf sehr schwammig gestellte Fragen zieht, doch etwas zweifelhaft. Es wird immer gefragt "In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?" Ein Börsenzyklus, wie ich als langfristig denkender Anleger ihn verstehe, kann Monate oder Jahre dauern. Wenn ich dort also in einer Woche z.B. "Abwärtstrend" ankreuze, bezieht sich das auf lange Zeiträume und macht keine Aussage darüber, ob der DAX in der Folgewoche nun ein paar Prozent steigt oder fällt...

    Wenn bei der Frage mit der Zyklusphase ein kurzfristiger Zyklus auf Wochenbasis gemeint ist - wie die in dem Artikel formulierten Schlüsse zu implizieren scheinen -, dann schlage ich vor, dies auch konkret so zu formulieren.

    Viele Grüße,
    Thorsten Krämer

  • Äh ja, .... und wie lautet jetzt Ihre Frage?

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