Dax-Umfrage
Der verzweifelte Kampf der Bären

Die NRW-Wahl gibt der Rally zwischenzeitlich neuen Zündstoff. Doch die Anleger spekulieren wie noch nie auf fallende Kurse. Dafür werden sie vermutlich teuer bezahlen müssen. Ab welchem Niveau erst Vorsicht angesagt ist.
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DüsseldorfDer Wahlsieg der CDU in Nordrhein-Westfalen, der Herzkammer der Sozialdemokraten, beflügelte zum Handelsauftakt am heutigen Montag die Aktienkurse. Der Dax notierte zwischenzeitlich über der Marke von 12.800 Punkten. „Heute früh sah das schon ein wenig nach Kaufpanik aus“, warnt Börsenexperte Stephan Heibel.  „Sollten wir im weiteren Wochenverlauf die Marke von 13.000 Punkten erreichen, ist Vorsicht angesagt“.

Woche für Woche prognostiziert Stephan Heibel, wie der Dax sich in den kommenden Handelstagen entwickeln dürfte. Basis dafür ist die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2400 Anlegern. Der Inhaber des Analysehauses Animusx betrachtet die Ergebnisse der Erhebung über die aktuelle und die künftige Börsenentwicklung vor allem als Kontraindikatoren. Vereinfacht gesagt: Sind Anleger beispielsweise zu pessimistisch, ist das eher ein Indiz für bald steigende Kurse. Weil dann viele ihre Aktien bereits verkauft haben und neue Käufe schnell zu höheren Kursen führen.

Für die vergangene Handelswoche war die Frankreichwahl am 7. Mai das herausragende Ereignis. Und was passierte danach? Nichts. Weder eine Jubelrally aufgrund des Wahlsiegs Macrons, noch ein Ausverkauf oder zumindest deutlicher Rückschlag als Konsolidierung der zuvor erzielten Kursgewinne fand statt. Nichts.

Ein kurzer Moment der Gewinnmitnahmen am Montagmittag, der Dax notierte bei minus 0,5 Prozent. Dann erfolgten wieder Käufe, weil Anleger ihre Short-Positionen auflösten, der Leitindex lag bei plus 0,5 Prozent.  Im weiteren Wochenverlauf passierte auch nicht viel mehr.

Das haben auch die Teilnehmer der Handelsblatt-Umfrage so registriert: 14 Prozent sind aus dem Lager der guten Laune ins Lager derer gewechselt, die den Dax derzeit in einer Seitwärtsbewegung sehen. Damit bleibt die Stimmung gut, aber nicht mehr euphorisch wie in der Vorwoche. Gut jeder Dritte sieht den Dax noch immer in einer Aufwärtsbewegung (minus 14 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche), weitere 40 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) betrachten dies als eine Topbildung. Jeder Fünfte (plus 14 Prozentpunkte) sieht den Dax in einer Seitwärtsbewegung.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Der verzweifelte Kampf der Bären"

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  • .......es scheint.....daß ein unkontrollierter Crash....ausgelöst durch Probleme......oder Katastrophen.....auf den verschiedenen Ebenen.....nicht mehr stattfinden wird.....Frau/Mann......hat das Gefühl und den Eindruck......daß vorher "an den Märkten gefragt wird.....ob sie jetzt oder wann dann.....wenn sie meinen...einen Crash machen dürfen".....also eine unglaublich neue Darstellung.....von Entwicklungen die es bisher noch nicht gab.....bedeutet dass das Spiel an den Börsen nicht unterbrochen werden soll......um bisher nie dagewesene Gewinn-Zuwächse zu generieren......eine abenteuerliche Entwicklung.......mit der Maßgabe....hierfür noch keine letztendliche Antwort zu haben.......

  • Sorry .. Spekulation ist für mich nicht grundsätzich negativ behaftet.

  • Börsenspekulanten sind und waren jederzeit und immer unterwegs.

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