Dax-Umfrage: Deutlich weniger Verkäufer

Dax-Umfrage
Anleger sind wieder in Kauflaune

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Deutlich weniger Verkäufer

Was den Börsenexperten besonders freut: „Endlich steigt auch der Optimismus der Umfrageteilnehmer.“ 35 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) erwarten für den Dax in drei Monaten einen Aufwärtsimpuls, aber nur 22 (plus ein Prozentpunkt) fürchten fallende Kurse. Eine Bodenbildung erwarten nun nur noch acht Prozent (minus acht Prozentpunkte). Eine Seitwärtsbewegung erwarten unverändert 29 Prozent. Damit ist der Optimismus auf dem höchsten Niveau seit dem überraschenden Wahlsieg Donald Trumps im November des vergangenen Jahres.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Dieser Optimismus drückt sich nun auch endlich in Kaufabsicht aus, und diese Anleger kommen aus dem Lager der Verkäufer. Jeder Vierte (plus vier Prozentpunkte) will in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen. Um die gleiche Menge ist die Zahl der Verkäufer auf 14 Prozent gesunken. Weiterhin 61 Prozent bleiben vorerst unentschlossen.

Der Blick auf weitere Indikatoren zeigt: Das Sentiment an der Stuttgarter Börse Euwax, an der vor allem Privatanleger handeln, geht wieder zurück. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax ermittelt. Aktuell sind Privatanleger zwar weiterhin überwiegend „bullisch“ gestimmt, sichern sich aber auch wieder ein wenig vor Kursverlusten ab, indem sie stärker Puts kaufen. Eine hohe Zahl an gekauften Puts bildet ein Sicherheitsnetz und schützt vor weiter fallenden Kursen.

Institutionelle Anleger, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, zeigen mit einer Put-Call-Ratio von 1,4 eine neutrale Positionierung.

In den USA zeigt der Angst-und-Gier-Index, der anhand von technischen Marktdaten ermittelt wird, mit 61 Prozent weiterhin eine neutrale Verfassung des Auswahlindexes S&P 500 an. Die Investitionsquote der institutionellen US-Anleger geht um drei Prozentpunkte auf 90 Prozent zurück. US-Privatanleger zeigen mit einem Bulle-Bär-Index von minus 1,4 eine neutrale Stimmung an.

„Die Stimmung diese Woche ist gut, doch im Fünf-Wochen-Schnitt betrachtet ist die Stimmung weiterhin mies“, interpretiert Heibel die aktuelle Börsensituation. Genau das sei die Voraussetzung für weiter steigende Kurse, denn mehr als die wöchentlichen Stimmungsschwankungen hat der Fünf-Wochen-Schnitt in der Sentiment-Theorie seine Prognosequalität immer wieder unter Beweis gestellt (siehe Grafik).

Eine positive Stimmung unter den Anlegern gilt laut Sentiment-Theorie eher als Kontraindikator, weil dann bereits viele Investoren Aktien gekauft haben und als Käufer ausfallen, sollten die Kurse nachgeben. Doch für eine Bewertung müssen weitere Indikatoren berücksichtigt werden.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Anleger sind wieder in Kauflaune"

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  • Ob man diejenigen, die Aktien kaufen, weil sie keine Alternativen sehen, gleich Optimisten nennen sollte?

    Unter den Aktienkaeufern gibt es durchaus solche, die zu wissen glauben, wohin die weiterhin ungebrochene Schuldenorgie fuehren wird. Man schuetzt sich durch Aktienkauf auch nicht vor Inflation. Inflation fuehrt zu allgemeinen Kaufkraftverlusten, die auch die Unternehmensgewinne nicht unberuehrt lassen. Wer heute meint, Aktien seien “billig”, weil sie mit weniger als dem 15-fachen der Gewinne im naechsten Jahr bewertet sind, ist sehr, sehr kurzzsichtig. Wirtschaft funktioniert am besten bei Geldwert-STABILITAET und ob wir die aufrechterhalten koennen ist sehr die Frage.

  • Jeder der hinsichtlich US-Aktien Entwicklung auf das HB geachtet hätte, hätte sehr viel Geld verloren. Mach immer das Gegenteil von dem, was das HB dir rät, besonders wenn Mr Trump dabei erwähnt wird und du kannst sehr viel Geld machen.

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