Dax-Umfrage
„Anleger müssen sich an Verluste gewöhnen“

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„Diese Rally ist noch jung“

Bei der Positionierung der Anleger sind die Daten widersprüchlich: Zum einen sinkt die Investitionsquote der institutionellen US-Anleger, gleichzeitig werfen in Deutschland sowohl Institutionelle als auch Privatanleger ihre Absicherungsgeschäfte über Bord und setzen verstärkt auf steigende Kurse. „Ohne meine Erklärung von vor einer Woche, dass dies der Zeitpunkt ist, in dem viele US-Hedgefonds ihren Kunden das Abziehen von Geldern erlauben, ist dieser Widerspruch kaum aufzuklären“, erläutert der Animusx-Inhaber.

Laut Heibel müssen Hedgefonds ihren Kunden meist nur einmal im Jahr die Möglichkeit bieten, Geld aus dem Fonds abzuziehen. „Häufig muss das bis Ende Oktober angemeldet werden und erfolgt dann Anfang November. Mag also sein, dass die überraschend niedrige Investitionsquote, die niedrigste seit dem Sommer 2016, auf diesen Umstand zurückzuführen ist.“ Damit einher gehe jedoch, dass die Barreserven – egal ob sie im Hedgefonds verbleiben oder aber abgezogen und dann in der Regel einen anderen Hedgefonds gesteckt werden – in den kommenden Wochen wieder am Markt angelegt würden.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Auf der anderen Seite haben sowohl Privatanleger als auch Institutionelle ihre massiven Absicherungen vor Kursverlusten oder gar Spekulationen auf fallende Kurse aufgelöst, die noch die erste Phase der Rally begleitet haben. Dadurch sind Rücksetzer wie in der vergangenen Woche erst möglich geworden.

„Aus der hohen Geschwindigkeit, mit der die Stimmung vor dem Hintergrund des kleinen Rücksetzers jedoch einbricht, folgere ich, dass Anleger sich der Gefahren an den Aktienmärkten durchaus bewusst sind und schnell umschalten können“, meint Heibel. Auch das spricht für seine Einschätzung, dass diese Rally noch jung ist. Er geht davon aus, dass die Rally schon bald fortgesetzt wird.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage im Detail: Mehr als die Hälfte aller Optimisten aus der Vorwoche haben ihre Euphorie über Bord geworfen, nur noch 27 Prozent sehen den Dax aktuell in einem Aufwärtsimpuls. Und nur noch 22 Prozent (minus zehn Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) gehen von einer Topbildung aus. Hingegen betrachtet nun jeder Fünfte (plus 18 Prozentpunkte) diese Bewegung als Abwärtsimpuls, weitere 26 Prozent (plus 21 Prozentpunkte) gehen von einer Seitwärtsbewegung aus. „Die Stimmung ist damit innerhalb weniger Tage von Euphorie auf völlig neutral zurückgesprungen“, fasst Heibel die Lage zusammen.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: „Anleger müssen sich an Verluste gewöhnen“"

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  • „Anleger müssen sich an Verluste gewöhnen“

    Das mussten sie doch schon immer (bis zu einem gewissen Grad, natürlich).

    Der langfristige Trend ist entscheidend.

    Und eine durchdachte Auswahl sowie eine gewisse "Streuung" der Anlagen.

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