Dax-Umfrage
„Diese Rally steht auf tönernen Füßen“

Die Stimmung an den Märkten hat sich deutlich aufgehellt, zeigt eine exklusive Umfrage. Experten zufolge ist sie sogar viel zu gut. Die Erholung im Dax steht auf tönernen Füßen. Weitere Turbulenzen drohen.

DüsseldorfDer Dax hat vom Krisenmodus auf Erholung umgeschaltet. In der vergangenen Woche legte er fast sechs Prozent zu und knackte auch wieder die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Und auch die neue Woche beginnt mit leichten Kursgewinnen. War das der Startschuss für die erhoffte Jahresendrally? Manch einer beantwortet diese Frage bereits mit einem Ja. Die Investoren setzten darauf, dass die jüngste Erholung im Dax nahtlos in eine Jahresendrally übergehe, schrieb Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets in einem Kommentar.

Doch Stephan Heibel vom Analysehaus AnimusX warnt vor zu großem Optimismus. „Diese Rally steht auf tönernen Füßen“, sagt er. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Experte, der regelmäßig die wöchentliche Dax-Umfrage des Handelsblatts zur Stimmung unter den Anleger auswertet, gemahnt: „Ein Crash mit Angst und Panik wäre langfristig heilsam für die Börsen.“ Doch der blieb bekanntlich bisher aus.

Der Börsenexperte hält den Dax nun für kurzfristig überkauft. „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelt er.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Doch mit den Kursgewinnen der vergangenen Woche steigt die Stimmung der Anleger. Jeder dritte Umfrageteilnehmer hat seine Meinung zur aktuellen Börsenphase geändert. Immerhin 36 Prozent der Befragten sehen nun einen Aufwärtsimpuls – das sind stolze 25 Prozent mehr als in der Vorwoche. Weitere sechs Prozent (ein Plus von fünf Prozent) fürchten bereits wieder eine Topbildung. Im Gegensatz dazu wähnen sich aber nur noch 15 Prozent der Anleger in einem übergeordneten Abwärtsimpuls. In der vergangenen Woche waren es noch 36 Prozent. Und weitere 16 Prozent (ein Minus von elf Prozent) betrachten die aktuellen Schwankungen als Teil einer Bodenbildung.

Noch vor zehn Tagen war die Angst groß vor einem weiteren Einbruch der Rohstoffmärkte und einer daraus folgenden Weltwirtschaftskrise. „Doch nach der Absichtserklärung der chinesischen Regierung, die Konjunktur und vor allem die Bauindustrie zu stützen, erlebt insbesondere der Rohstoffmarkt mit allen angehangenen zyklischen Branchen eine fulminante Rally, die jegliche Sorgen vergessen lässt“, sagt Heibel. Zumindest kurzfristig. Denn die weltweiten Notenbanken sind noch nicht so gelassen. Für die amerikanische Fed sind die Sorgen um die globale Konjunktur sogar ein Grund, mit der Zinserhöhung noch zu warten.

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Es wird ein schwierige Quartal

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