Dax-Umfrage
„Es bleibt winterlich kalt“

Obwohl die Aktienkurse seit Wochen nach unten rauschen, halten viele Banken an ihren positiven Ausblicken fest. Eine exklusive Analyse zur Stimmung unter den Anlegern zeigt: Ein Ende der Verluste ist nicht in Sicht.
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DüsseldorfDer Dax findet in diesem Jahr einfach keinen Halt: Seit Ende des vergangenen Jahres hat das deutsche Börsenbarometer mehr als 15 Prozent verloren, seit Anfang Dezember 2015 sogar mehr als 20 Prozent. Allein in der vergangenen Woche betrug das Minus 5,2 Prozent.

Am heutigen Montag rutschte der Index mit einem Minus von mehr als zwei Prozent sogar unter die Marke von 9100 Punkten. Auf solch einem niedrigen Niveau notierte der Dax zuletzt Ende 2014. Und ein Ende der Kursverluste ist offenbar nicht in Sicht.

„Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagt Börsenexperte Stephan Heibel. Seiner Ansicht nach nutzen Spekulanten diese Gegenbewegungen, um ihre Positionen schnell wieder zu verkaufen. „Es bleibt winterlich kalt“, lautet sein Fazit. Für seine Prognosen wertet Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung, Sentiment genannt, unter mehr als 2300 Anlegern aus.

Seine Erwartungen stehen im Gegensatz zu den vielen Banken und auch bekannten Vermögensverwaltern, die fast durchweg an ihren positiven Ausblicken festhalten. „Das wirtschaftliche Umfeld ist für Aktien günstig“, urteilen beispielsweise die Analysten des großen Fondshauses Fidelity. „Die Anlegerstimmung ist auf einem Niveau, das an Panik grenzt“, heißt es. Die Fonds haben ihre Aktienquote sogar erhöht.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Besonders mutig ist Paul Doyle, Leiter europäische Aktien bei Columbia Threadneedle. Er erkennt Chancen in zwei Branchen, die am stärksten gelitten haben. „Autos sind wegen der Chinasorgen und des VW-Skandals fast so billig bewertet wie noch nie“, urteilt er. Auch europäische Bankaktien, die seit der heißen Phase der Finanzkrise 2008 extrem gelitten haben, mag der Fondsmann.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: „Es bleibt winterlich kalt“"

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  • Aktien sind alternativlos.
    Natürlich kommen bei so einer Schwäche wieder alle Unken aus ihren Bärenhöhlen, mit den ewig gleichen Worten, das habe ich doch schon immer gesagt.
    Das sind aber auch immer die , die bei dem Run von der 3.500 bis über 12.000 nicht dabei waren.
    Immer mit den gleichen Argumenten: 5.000 z hoch....6.000 völlig übertrieben....7.000 jetzt kracht es.....8.000 nur Technik aber jetzt abwärts....9.000.....10.000....11.000....12.000
    wenn man immer Gründe findet warum es runter geht und nicht mehr steigen darf,also ein ewiger Zauderer ist, der wartet natürlich auf solche Momente,natürlich nicht zum kaufen, sondern nur um der Welt zu erklären (sich selbst täuschend) warum es fällt und man nichts kaufen darf!

  • Dass der Dax sinkt kann man sich beim Betrachten der Kurse leicht erschliessen. Interessant wäre eine Analyse der Gründe.

    Grundsätzlich kann man im DAX einige Aktien stabiler Unternhmen mit sinnvoller Bewertung und einer Dividendenrendite von >3% finden. Damit ist der Aktienmarkt wesentlich preiswerter bewertet als die Märkte für Festverzinsliche, Immobilien, uvm. Somit sollte man eigentlich eher steigende Kurse erwarten.

    Es stellt sich die Frage ob ein starker Einbruch der Unternhmensgewinne erwartet wird? Ziehen die meist ausländischen Anleger ihr Geld aufgrund der sich andeutenden politischen Instabilität aufgrund einer recht erfrischenden Politik in Deutschland ab? Müssen die Ausländer ihre Anlagen abziehen um anderweitigen Verpflichtungen gerecht zu werden? Sind es die staatlichen Fonds der Ölländer die ihre Anlagen liquidieren müssen?

    Interessant ist auch gem. welcher Kriterien die HB Journalisten Mitmenschen zu Aktienspezialisten erklären. Einer wurde zum Aktienspezialist weil er im Börsensaal sass und zu den Kursverläufen das richtige Gesicht machte. Herr Heibel ist Börsenbriefschreiber mit manchmal erfrischenden politischen Positionen. Was qualifiziert Herrn Heibel zum Aktienspezialisten?


  • "Abwarten und Tee trinken":

    Wer nicht nur auf Volatilität spekuliert hat, sondern bei seinen Anlagen immer auch die Dividendenausschüttungen der letzten Jahre im Blick hatte, kann sich beruhigt zurücklehnen.

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