Dax-Umfrage
„Griechenland-Drama birgt noch Überraschungspotenzial“

„Hurra, Hurra, endlich fällt eine Entscheidung zum Grexit“, denken offenbar viele Anleger. Entsprechend steigen sowohl Stimmung als auch Kurse. Doch die hohe Zuversicht ist gefährlich, wie eine exklusive Analyse zeigt.
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DüsseldorfDer Dax hat in der vergangenen Woche 1,4 Prozent verloren. Doch trotz der schlechten Lage erreicht die Stimmung unter den Anlegern ein neues Rekordniveau. Das zeigt die Auswertung des Handelsblatt-Dax-Sentiments, einer Umfrage unter mehr als 2200 Anlegern. Seit Herbst 2014 werden wöchentlich Anleger befragt, doch seitdem war der Optimismus mit aktuell bei 5,7 Prozent noch nie so hoch wie derzeit. In der Vorwoche lag dieser Wert bei 3,7 Prozent.

Denn knapp die Hälfte aller Anleger erwartet in drei Monaten einen Aufwärtsimpuls – ein Plus von neun Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Nur noch 14 Prozent fürchten eine anhaltende Baisse. Zulauf hat das Lager der Optimisten von den zuvor neutral gestimmten Anlegern erhalten. Nur noch gut jeder fünfte Umfrageteilnehmer (minus sechs Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) glaubt an einen Seitwärtstrend.

„Ich halte die hohe Zuversicht der Anleger für gefährlich“, meint Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. Er wertet die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Erhebung mit ihren vier Fragen aus und interpretiert die Abstimmung. Dabei achtet er vor allem auf Kontraindikatoren. Sind Anleger beispielsweise zu euphorisch, weil sie weiterhin steigende Kurse erwarten? Oder auch zu selbstgefällig, weil sie die Kursgewinne genauso erwartet hatten?

Dies sind Kontraindikatoren und Indizien für fallende Kurse, weil die Anleger beispielsweise bei sehr großer Euphorie schon investiert sind und bei Kursrückschlägen die Käufer fehlen. Aus umgekehrter Sicht, wenn Anleger bei fallenden Kursen zu pessimistisch sind, gilt dies als Indiz für bald steigende Notierungen.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?


Für den Börsenexperten gilt nun: „ Im Gegensatz zur Vorwoche, als noch eine große Skepsis unter den Anlegern zu erkennen war, die einen größeren Ausverkauf verhinderte, birgt der hohe Optimismus nunmehr die Gefahr, dass viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden.“

Wie das Ergebnis des Griechenland-Dramas letztlich aussehen wird, dies sei schwer abzusehen. „Entsprechend birgt die Entwicklung noch großes Überraschungspotenzial“, so der Animusx-Chef. Doch einem nachhaltigen Ausverkauf an den Börsen stehe laut der Handelsblatt-Umfrage zufolge eine große Investitionsbereitschaft im Weg. Kurzfristig gibt der Börsenexperte sogar Entwarnung: „Vieles spricht dafür, dass wir diese Woche zunächst steigende Kurse im Dax sehen werden.“

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Seine Prognosen können sich sehen lassen. (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf). In der vergangenen Woche hatte er unter der Überschrift „Anleger warten auf eine zweite Chance“ prognostiziert, dass der Großteil der Korrektur im Dax bereits beendet sei. 

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Verkaufen will kaum noch einer

Kommentare zu " Dax-Umfrage: „Griechenland-Drama birgt noch Überraschungspotenzial“"

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  • Das ist natürlich das Plagiat, ich habe besseres zu tun!

  • Der nachgemachte Farmer hat es jetzt auch verstanden, das beruhigt doch.

  • Ob Überraschung oder nicht, mir als Langfristanleger ist das egal. Wer wie ich seit 50 Jahren dabei ist, und nur die Primuse der Branchen, natürlich auch international, im Depot hat, der kann über die täglichen Schwankungen nur lächeln.
    Div. kassieren und bei Schwäche nachkaufen, so schön ist das Leben als Rentner.

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