Dax-Umfrage: In den USA sind Anleger verängstigt

Dax-Umfrage
Der Oktober-Crash fällt aus

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In den USA sind Anleger verängstigt

„Damit sind beide kurzfristigen Stimmungsindikatoren deutlich zurückgekommen, befinden sich jedoch noch nicht auf extrem niedrigen Niveau“, fasst Heibel zusammen. Doch anders als in den vergangenen Wochen führte der Stimmungseinbruch diese Woche nicht zu einem Anstieg bei den Erwartungen. Im Gegenteil: Die Anleger werden pessimistischer.

Nur noch jeder Dritte erwartet für den Dax in drei Monaten einen Aufwärtsimpuls, ein Minus von fünf Prozentpunkten. Mehr als jeder Vierte (plus sieben Prozentpunkte) hingegen fürchtet einen Abwärtsimpuls. Eine anhaltende Seitwärtsbewegung erwarten 32 Prozent.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Entsprechend ist die Investitionsbereitschaft zurückgegangen: Nur noch 18 Prozent (minus sechs Prozentpunkte) wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, unverändert 13 Prozent wollen verkaufen. Mit 69 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) wollen die meisten weiterhin abwarten.

Ein Blick auf andere Stimmungsindikatoren zeigt ein ähnliches Bild. Das Euwax-Sentiment, das anhand realer Käufe von Hebelprodukten ermittelt wird, zeigt ebenfalls, dass der Optimismus der Anleger schwindet. Noch vor kurzem waren die meisten Anleger überzeugt, dass ein Ausbruch des Dax aus der aktuellen Seitwärtsspanne zwischen 10.200 und 10.800 Punkte nach oben erfolgen wird. Doch diese Überzeugung ist passé: Privatanleger sichern sich wieder verstärkt gegen fallende Kurse ab. Ein Indiz dafür, dass der deutsche Leitindex nicht sehr tief fallen dürfte.

In den USA zeigt der Angst-und-Gier-Index, der auf technischen Indikatoren basiert, mit 34 Prozent wieder eine gewisse Verängstigung an. Noch Ende Juli 2016 lag der „Fear and Greed Index“ bei 90 von maximal 100 Prozent und zeigte damals eine extreme Gier der Anleger an.

Diese Analyse basiert auf der Annahme, dass Investoren von zwei Emotionen getrieben werden: Angst und Gier. Eine zu große Gier ist ein Indiz dafür, dass Kurse künftig fallen. Denn dann neigen Investoren dazu, auch bei eigentlich überteuerten Kursen zuzuschlagen. Sollten die Aktien dann plötzlich an Wert verlieren, können die Gierigen den Markt nicht mit neuen Käufen stützen, weil sie schon investiert haben.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Die derzeitige Lage an den US-Aktienmärkten: Nur noch sehr wenige Aktien erreichen derzeit Jahreshochs, Anleger ziehen Anleihen mit niedrigen, aber sicheren Renditen Aktien vor und das Handelsvolumen ist in fallenden Aktien größer als in steigenden Aktien.

Institutionelle Anleger haben ihre Investitionsquote wieder auf 86,5 Prozent angehoben, nachdem diese Mitte September auf bis zu 68,5 Prozent gesenkt wurde. Somit ist bei institutionellen Anlegern der Optimismus wieder größer geworden. Börsenbriefschreiber und Blogger geben mit 43 Prozent nach wie vor verhältnismäßig wenige Kaufempfehlungen aus. Entsprechend ist der Optimismus unter US-Privatanlegern mit einer Bullenquote von 25,5 Prozent nach wie vor niedrig.

Und was bedeuten diese Zahlen für die Dax-Entwicklung? Vor einer Woche stellte der Animusx-Inhaber noch die Frage: Reichte der Ausverkauf am Freitag (30. September) für einen Panik-Boden, als Ausgangspunkt für nachhaltig steigende Kurse? An diesem Freitag drückte der Schock über die hohe Strafandrohung gegen die Deutsche Bank den Dax auf 10.200 Punkte.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Der Oktober-Crash fällt aus"

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  • Abwarten ....

  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das ganze Elend schön demaskiert! Danke liebes Handelsblatt.

    Herr Heibel ist meiner Ansicht nach ein sehr schönes Beispiel der technsichen Analysten. Noch nie wurde jemand mit technischer Analyse reich, es ist Kaffeesatzleserei und man fragt sich, warum in Tests die angeblichen Experten von Sam, dem Affen so oft geschlagen werden.

    die Antwort ist einfach... Technische Analysten sind mehr Esoterik, ähnlich wie Astrologen, wirtschaftlichen Sachverstand oder kulturellen gibt es nicht. Wenn China sagt, es schwäche den Export für die Binnenkonjunktur, dann heisst das übersetzt: muckt nicht auf, die Regierung gibt sich Mühe das Beste für Euch zu erreichen. Bereits der Versuch verdient Anerkennung!

    Das Gebrabel, dass man den Export schächt ist vollkommener Unsinn, niemand macht so einen Sch.... Im Gegenteil, das verdiente Geld im Export will man zu Hause konsumieren!

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