Dax-Umfrage
„Jahresendrally abgesagt“

Die Zahl der Optimisten wächst, kritische Stimmen sind verstummt – was eigentlich gut klingt, ist für die Börse keine gute Gemengelage. Eine exklusive Analyse zeigt, wie dünn das Eis für den Dax derzeit ist.
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Düsseldorf.Mag der Dax sich in der vergangenen Woche auch nicht verändert haben: Die Stimmung unter den Anlegern hat sich aber gewandelt. „Nach der Rally im Dax mit einem Plus von zwölf Prozent seit dem Tief Mitte Oktober haben nun auch die letzten Bären das Handtuch geschmissen und ihre pessimistische Haltung aufgegeben“, meint Stephan Heibel von animusX. Der Börsenexperte wertet die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung aus, die Anlegern eine Orientierung für ihre Geldanlage geben soll.

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„Sentiment-Betrachtungen gehen davon aus, dass der Wechsel von ehemaligen Bären, die nun zu Bullen werden, zu einem Kaufimpuls führt, der auch die Kurse weiter steigen lässt“, erläutert Heibel. Doch so einfach sei die derzeitige Situation nicht. „Wenn es aber wie derzeit kaum noch Bären gibt, dann kann kaum noch ein zusätzlicher Kaufimpuls erzeugt werden“, meint der Börsenexperte. Mit weiter steigenden Kurse rechnet er nicht. Dazu müsse ein wichtiges Ereignis geschehen, dass plötzlich die Nachfrage nach Aktien erhöht.

Bleibt dieses Ereignis aus, so könnten die Kurse langsam absacken, obwohl die Nachrichtenlage überwiegend positiv ist. „Spekulativ eingestellte Anleger werten positive Meldungen als Bestätigung ihrer vorhergehenden Erwartungen und nehmen Gewinne mit, verkaufen also“, erläutert Heibel. So könne es passieren, dass die Kurse ganz ohne schlechte Meldung plötzlich gen Süden driften.

Die Einschätzung einer wachsenden Zahl von Optimisten deckt sich auch mit dem Handelsblatt Dax-Ausblick. (Überschrift: Dax-Anleger träumen wieder“). In dem Artikel sieht die Mehrzahl der Analysten die weitere Entwicklung der Aktienmärkte positiv. Solange sich keine eindeutigen Signale für einen Wirtschaftsabschwung abzeichnen, dürfte es schwerfallen, die Aktienkurse nach oben zu „deckeln“, meint beispielsweise die DZ Bank. Kritische Stimmen, die fallende Kurse befürchten, fehlen. Ein klassischer Fall für Sentimentbetrachtungen. Sind alle Anleger positiv gestimmt, fallen die Kurse, weil die meisten Investoren bereits investiert sind.

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