Dax-Umfrage
„Anleger müssen sich an Verluste gewöhnen“

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Kauflaune geht zurück

So überfällig dieser Rücksetzer auch gewesen sein mag, die Umfrageteilnehmer geben sich überrascht. Nur noch elf Prozent (minus 23 Prozentpunkte) haben auf den Rücksetzer spekuliert und weitere 47 Prozent (plus vier Prozentpunkte) geben an, diese Verluste zum größten Teil erwartet zu haben. Kaum erfüllt sieht seine Erwartungen nun gut jeder vierte Anleger (plus 13 Prozentpunkte). 15 Prozent (plus sechs Prozentpunkte) wurden durch den Rücksetzer der vergangenen Woche auf dem falschen Fuß erwischt.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?


So wie die aktuelle Stimmung unter den Anlegern eingebrochen ist, so ist die Erwartungshaltung angestiegen. Nun erwarten mehr 25 Prozent (plus acht Prozentpunkte) für den Dax in drei Monaten steigende Kurse. Nur noch 16 Prozent (minus acht Prozentpunkte) gehen von einer Topbildung aus, von der aus die Kurse dann wieder fallen. Einen Abwärtsimpuls fürchten nur noch 19 Prozent (minus fünf Prozentpunkte). Weiterhin geht jeder Dritte von einer Seitwärtsbewegung aus.

Statt beherzt zuzugreifen flüchten einige Anleger verunsichert an die Seitenlinie: Nur noch 24 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) wollen in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, 16 Prozent (minus drei Prozentpunkte) wollen Aktien verkaufen. Vorerst abwarten wollen hingegen 60 Prozent (plus vier Prozent).

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist weiter angesprungen und zeigt erstmals seit Anfang September ein leichtes Übergewicht an Long-Spekulationen. Dieser Indikator wird anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den deutschen Leitindex ermittelt.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?


Auch institutionelle Anleger, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, zeigen die stärkste Aktivität auf steigende Kurse seit Anfang September, also seit Beginn dieser Rally.

In den USA ist der technische „Angst-und-Gier-Index“ des Börsenbarometers S&P 500 auf einen neutralen Wert von 54 Prozent zurückgefallen. Die zwei Tage Korrektur haben bereits für eine Abkühlung bei den technischen Indikatoren gesorgt. Die Investitionsquote von institutionellen US-Investoren ist um weitere vier Prozentpunkte auf 56 Prozent gefallen und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2016. Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger ist auf 22 Prozent gestiegen und zeigt damit eine ziemlich bullische Haltung.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Dax-Umfrage: „Anleger müssen sich an Verluste gewöhnen“"

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  • „Anleger müssen sich an Verluste gewöhnen“

    Das mussten sie doch schon immer (bis zu einem gewissen Grad, natürlich).

    Der langfristige Trend ist entscheidend.

    Und eine durchdachte Auswahl sowie eine gewisse "Streuung" der Anlagen.

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