Dax-Umfrage
„Kein Grund, überstürzt Aktien zu kaufen“

Der Dax notiert derzeit fast zehn Prozent über seinem bisherigen Jahrestief aus der vergangenen Woche. Eine exklusive Analyse zeigt, wie Anleger sich nun nach dieser heftigen Rally verhalten sollten.

DüsseldorfBereits am vergangenen Montag, als der Dax bei rund 9100 Punkten notierte, gab es nach der Auswertung des Dax-Sentiments Indizien für weiter steigende Kurse. „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“, lautete der Ratschlag des Börsenexperten Stephan Heibel. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Das brauchten Anleger aber nicht, denn der deutsche Leitindex legte in der vergangenen Woche um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Am heutigen Vormittag steht er fast zehn Prozent über seinem bisherigen Baisse-Tief vom Donnerstag vor einer Woche bei rund 8700 Punkten.

Doch bei den Anlegern herrscht noch immer keine Einigkeit darüber, ob die brutale Baisse, die viele zum Jahresbeginn reihenweise auf dem falschen Fuß erwischte, nun vorüber ist. Viele glauben, dass wir in den vergangenen Tagen lediglich eine heftige Gegenbewegung gesehen haben.

Das zeigt die aktuelle Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Das Abstimmungsverhalten wird wöchentlich vom Sentimentexperten Stephan Heibel ausgewertet und interpretiert.

Die neuen Ergebnisse zeigen: Das Lager derer, die in der aktuellen Entwicklung einen Abwärtsimpuls sehen, schrumpfte diese Woche um 37 Prozentpunkte auf 30 Prozent – angesichts der positiven Entwicklung ein normaler Vorgang. Viele Anleger gehen nun von einer Seitwärtsbewegung aus – plus 19 Prozentpunkte mehr gegenüber der Vorwoche auf 24 Prozent.

Mit 19 Prozent glauben einige bereits wieder an den Beginn eines neuen Aufwärtsimpulses. Mehr als jeder Fünfte betrachtet die Entwicklung als Bodenbildung. Doch bemerkenswert ist trotz des heftigen Stimmungsumschwungs ein anderer Aspekt: Mit 30 Prozent sieht die größte Gruppe den Dax immer noch in einem Abwärtsimpuls.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?


„Von der extremen Niedergeschlagenheit, die über mehrere Wochen herrschte, erfolgte nun aufgrund der Dax-Rally ein gigantischer Stimmungssprung“, stellt Heibel fest. Doch sei die Stimmung im Vergleich zu den mehrjährigen Umfrageergebnissen noch immer unterdurchschnittlich, von Euphorie sogar weit entfernt. Denn Euphorie ist ein Kontraindikator. Sind die Anleger zu euphorisch, gilt das als Indiz für künftig fallende Kurse, weil viele von ihnen bereits investiert sind. Als Käufer fallen diese dann, wenn wie Kurse plötzlich ins Rutschen kommen, aus.  

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