Dax-Umfrage
„Noch ist keine Trendwende erkennbar“

Die Rally läuft und läuft. Jeder Rücksetzer wird von den Anlegern als Kaufgelegenheit wahrgenommen. Doch bereits diese Handelswoche ist anfällig für plötzliche Enttäuschungen, zeigt eine exklusive Analyse.

Düsseldorf.Genau vor einer Woche hatte Börsenexperte Stephan Heibel in seiner Auswertung der Handelsblatt-Dax-Umfrage eher fallende Kurse erwartet, gleichzeitig aber angesichts der Hochstimmung der Anleger gesagt: „Die Euphorie wird zu einer Korrektur führen, die früh gekauft wird“.

Die Kurse fielen über die gesamte Woche gesehen nicht, die Korrektur kam aber schnell. Nach dem Abschuss eines russischen Kampffliegers durch die Türkei kam es am Dienstag vergangener Woche tatsächlich zu einem kleinen, kurzen Rücksetzer. Das deutsche Börsenbarometer verlor mehr als 200 Punkte und fiel kurzzeitig unter die Marke von 10.900 Zählern. Diesen Verlust holte der Dax jedoch schnell auf und beendete die Handelswoche mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 11.294 Punkten.

„An den Aktienmärkten sorgte diese überraschend positive Kehrtwende für Jubelstimmung“, meint Heibel vom Analysehaus AnimusX, der regelmäßig die wöchentliche Dax-Umfrage des Handelsblatts zur Stimmung unter den Anleger auswertet. Die aktuelle Umfrage unter mehr als 2.300 Anlegern zeigt: Mit einem Wert von sechs Prozent hat das kurzfristige Stimmungs-Barometer einen neuen Höchststand erreicht.

Denn 82 Prozent der Teilnehmer sehen in der aktuellen Dax-Bewegung einen Aufwärtsimpuls oder eine so genannte Topbildung. Wer sich von der Euphorie noch nicht hat anstecken lassen, weilt im Lager der Neutralen, das mit einem Anteil von 15 Prozent gegenüber der Vorwoche fünf Prozentpunkte verloren hat. Schlechte Laune hat keiner mehr – einen Abwärtstrend sieht keiner der Befragten.

Nachdem in der Vorwoche die Euphorie bereits auf Rekordniveau notierte, fühlen sich diese Woche die meisten der Anleger auch in ihrer positiven Markteinschätzung bestätigt. 77 Prozent und damit weitere sieben Prozentpunkte mehr geben an, die Dax-Entwicklung so oder so ähnlich erwartet zu haben. Noch nicht einmal jeder vierte Umfrageteilnehmer sieht seine Erwartungen kaum oder gar nicht erfüllt.

Nachdenklich macht Heibel allerdings die schwindende Zuversicht. Nur gut jeder Fünfte erwartet beim Dax in drei Monaten steigende Kurse, nur noch 31 Prozent gehen von einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau aus. Jeweils 23 Prozent hingegen fürchten eine Topbildung oder gar einen Abwärtsimpuls. „Diese Zuversicht ist damit auf das niedrigste Niveau seit Frühjahr 2015 gerutscht, als der Dax seine Sommerkorrektur startete", sagt Heibel.

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