Dax-Umfrage
„Die Gefahr für deutsche Anleger steigt“

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Stimmung ist von Euphorie weit entfernt

Für Heibel ist es nur zu verständlich, nach den erzielten Kursgewinnen einige Gewinne zu realisieren. „Doch sogleich auf fallende Kurse zu spekulieren, das halte ich für gefährlich“. Ein Kursanstieg im Dax könnte dadurch schneller vonstattengehen, als viele Privatanleger in der Lage sind, ihre Short-Spekulationen aufzulösen und Aktien zu kaufen.

Mit dieser Ansicht steht der Sentiment-Experte nicht alleine da. „Insgesamt sprechen die Fakten für einen weiteren Aufschwung“, meint beispielsweise Nermin Aliti, Investment Manager der Laureus Privat Finanz, Tochter der Genossenschaftsbank Sparda-West. Dass der Dax und andere Leitindizes Rekordstände verbuchen, müsse per se kein Verkaufsargument sein.

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Zur aktuellen Umfrage: Es ist kein Wunder, dass die Stimmung der Umfrageteilnehmer nach dem Wochenplus in Höhe von 2,9 Prozent deutlich angesprungen ist. 27 Prozent (plus 18 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sehen in der aktuellen Dax-Bewegung einen Aufwärtsimpuls. Weitere 40 Prozent (plus 24 Prozentpunkte) betrachten das neue Allzeithoch als Top-Bildung. Gut jeder Vierte (minus 26 Prozentpunkte) sieht den Dax nach dem Aufwärtssprung in einer Seitwärtsbewegung. Mit einem Wert von 2,3 Prozent haben die Umfrageteilnehmer zwar gute Laune, sind jedoch noch weit entfernt von Euphorie.

Euphorie gilt als Kontraindikator und damit als ein Indiz für bald fallende Kurse, weil bei einer solchen Stimmung die meisten Anleger investiert sind und Anschlusskäufe ausfallen.

Mit steigenden Kursen steigt in der Regel auch die Selbstzufriedenheit von Anlegern. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (52 Prozent, plus sieben Prozentpunkte) geben an, den Dax-Kurssprung so zum größten Teil erwartet zu haben, jeder Fünfte (plus zehn Prozentpunkte) will sogar darauf spekuliert haben. Kaum erfüllt sehen ihre Erwartungen hingegen noch 18 Prozent (minus 15 Prozentpunkte) und jeder Zehnte (minus zwei Prozentpunkte) wurde auf dem falschen Fuß erwischt.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Die Skepsis unter den Anlegern ist weiterhin sehr ausgeprägt. Nur noch 18 Prozent (minus ein Prozentpunkt) gehen für den Dax von einem Aufwärtsimpuls in drei Monaten aus, 11 Prozent (plus fünf Prozentpunkte) hingegen erwarten eine Topbildung. Für eine Seitwärtsbewegung bereiten sich nur noch 31 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) vor, unverändert 35 Prozent hingegen fürchten einen Abwärtsimpuls. „Der extreme Pessimismus, den wir seit Februar bei unseren Umfrageteilnehmern messen, bleibt bestehen“, fasst Heibel zusammen.

Entsprechend wollen nur noch 17 Prozent (minus drei Prozentpunkte) in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, während 22 Prozent (plus vier Prozentpunkte) Aktien verkaufen möchten. Mit 60 Prozent (minus ein Prozentpunkt) warten die meisten jedoch vorerst mit einer Entscheidung ab.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: „Die Gefahr für deutsche Anleger steigt“"

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  • Sehr geehrte Frau Kah,

    ich finde ihren Vorschlag mit den Vermögensverwaltern gut und werde das an meine Kollegen weiterleiten.

    Beste Grüsse
    Jürgen Röder

  • Sehr geehrter Herr Spiegel,

    nein, die deutschen Anleger sind nicht blöd. Sondern es besteht für sie die Gefahr, dass sie eine Rally verpassen.

    Beste Grüsse
    Jürgen Röder

  • „Die Gefahr für deutsche Anleger steigt“ Sie meinen bestimmt, daß diese Leute besonders blöd sind.

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