Dax-Umfrage
Vertrauen in Kursgewinne schwindet

Der deutsche Leitindex verlor weniger als ein Prozent – doch unter den Anlegern herrscht fast Weltuntergangsstimmung. Der Pessimismus erreicht einen neuen Rekordwert. Was das für die kommenden Handelstage bedeutet.
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DüsseldorfVor einer Woche gab sich Börsenexperte Stephan Heibel vorsichtig optimistisch: Er glaubte, dass der Dax ein neues Allzeithoch markieren wird. „Doch dann ist es an der Zeit, eine Verschnaufpause einzulegen: Ein paar Gewinne sichern, neu ordnen und erst anschließend entscheiden, wie man sich weiterhin am Aktienmarkt positioniert“, sagte er am vergangenen Montag.

Einen neuen Rekordwert verpasste das deutsche Börsenbarometer allerdings um 15 Punkte. Statt 12.390 Zähler, der aktuelle Intraday-Höchststand, erreichte die Frankfurter Benchmark nur 12.375 Punkte. Diese Notierung entspricht aber dem bisher höchsten Schlussstand an einem Handelstag. Die Korrektur aber setzte ein, der Dax verlor in der vergangenen Handelswoche 0,7 Prozent.

Der Verlauf der vergangenen Handelstage hat bei Heibel für ein Umdenken gesorgt. „Die als mehr als moderat zu bezeichnende Konsolidierung stimmt mich wieder ziemlich bullisch“, betont er. „Wenn die Bären nicht einmal nach dem Erreichen des Allzeit-Schlusshochs eine Korrektur in Höhe von einem Prozent schaffen, dann sind sie ziemlich schwach auf der Brust.“

Basis für diese Markteinschätzungen ist die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2.400 Anlegern. Sie werden zur aktuellen Marktlage und ihren Erwartungen zur Kursentwicklung befragt. Die Ergebnisse bewertet anschließend der Inhaber des Analysehauses Animusx. Seine Prognosen zur Dax-Entwicklung bieten Orientierung für die Geldanlage.

Der Sentimentexperte hat seine optimistische Einstellung während der Invest in Stuttgart begründet, der größten Anlegermesse Deutschlands. Vor einer Woche verzeichnete die Handelsblatt-Umfrage den größten Pessimismus unter Anlegern, der jemals gemessen wurde. Gleichzeitig verharrte die Stimmung auf einem hohen Niveau, nahe an Euphorie.

„Euphorie alleine reicht nicht aus, um als Kontraindikator für einen Ausverkauf zu rechtfertigen“, erläutert der Experte. Steigende Kurse würden automatisch gute Laune nach sich ziehen. Aktuell sorge jedoch der große Pessimismus über die künftige Börsenentwicklung dafür, dass ein heftiger Ausverkauf vermieden wird.

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Vertrauen in Kursgewinne schwindet"

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  • Fallende Kurse sind jetzt doch nur denen recht, die noch vor der Dividentenzeit einkaufen wollen.

  • ich sag auch immer allen verkaufen verkaufen verkaufen, und kaufe dabei wie blöd...anders erklärt sich das doch nicht?!

  • Was ist denn binnen der letzten Woche passiert, dass die Anleger extrem pessimistisch geworden sind?

    Die Verluste des DAX betrugen volle 0,7 %. Darüber zu reden, lohnt sich nun wirklich nicht. Und die Zweifel, ob Donald Trump seine Steuerreform und seine Infrastrukturinvestitionen tatsächlich durchsetzen kann, sind doch nicht erst in der letzten Woche entstanden.

    So bleibt als Erklärungsversuch nur der Herdentrieb. Vielleicht wurde der Leitbulle von einer Biene gestochen und rennt nun nach Süden? Keine Angst, das Tier wird sich bald beruhigen.

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