Dax-Umfrage
Was den Dax bei 13.000 Punkten hält

Die aktuelle Börsenstimmung zeigt: Es gibt viele widersprüchliche Signale. Diese reichen von einer Trendwende mit Kursverlusten bis hin zu weiter steigenden Aktienpreisen. Wie Anleger darauf reagieren sollten.
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DüsseldorfBörsenexperte Stephan Heibel prophezeite am vergangenen Montag: „Ich gehe davon aus, dass wir in der kommenden Woche einige Kursausschläge bei Einzeltiteln sehen werden, die durch Quartalszahlen ausgelöst werden. Der Gesamtmarkt dürfte bis auf weiteres verhältnismäßig stabil bleiben.“ Was auch exakt so eintraf: Der Dax beendete die Handelswoche bei 12.991 Punkten und damit unverändert gegenüber dem Endstand eine Woche vorher am 13. Oktober.

Der Inhaber des Analysehauses Animusx wertet wöchentlich die Handelsblatt-Umfrage Dax Sentiment unter mehr als 2600 Anlegern aus und prognostiziert zusammen mit anderen Indikatoren, welche Richtung der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen einschlagen könnte – mit einer sehr hohen Trefferqualität.

Hinter solchen Umfragen zur Börsenstimmung stehen folgende Annahmen: Wenn die große Masse von Anlegern bereits investiert hat, bleiben eben wenige übrig, die noch zusätzlich kaufen und damit die Kurse in die Höhe treiben könnten; umgekehrt gilt natürlich Entsprechendes: Wenn die Anleger mehrheitlich nicht investiert haben, können nur noch wenige verkaufen und damit die Kurse drücken.

Wenn Anleger investiert haben, werden sie sich optimistisch über den erwarteten weiteren Kursverlauf äußern, wenn sie nicht investiert haben, pessimistisch. Denn für den zukünftigen Verlauf von Wertpapieren etwa pessimistisch zu sein, aber gleichzeitig investiert zu haben, würde unter normalen Umständen wenig sinnvoll erscheinen.

Und was ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage? „Die gibt widersprüchliche Signale“, meint Heibel. Zum einen kühle die Stimmung bereits während der aktuellen Seitwärtsbewegung im Dax so deutlich ab, dass bei der kurzfristigen Stimmung keinerlei Euphorie mehr festgestellt werden könne. Damit bestehen keine Spannungen oder Schieflagen, die aufgelöst werden müssen und zu heftigen Kurssprüngen in die eine oder andere Richtung führen könnten.

Was für fallende Kurse spricht: Der fünfwöchige Durchschnitt der aktuellen Börsenstimmung hat den höchsten Wert seit Anfang 2015 erreicht (siehe Grafik) „Der hat sich stets als verlässlicher Indikator erwiesen“, sagt der Animusx-Inhaber. Vor allem bei entsprechenden Stimmungstiefs wies er auf eine bevorstehende Rally hin – wie zuletzt Mitte August, als der Dax zum Sprung von 12.000 auf 13.000 Punkte ansetzte.

„Doch was für das Tief gilt, gilt nicht in gleichem Maße für ein Stimmungshoch“, meint Heibel. Vor dem Hintergrund der Dax-Rekordjagd sei gute Laune verständlich und nicht gleich ein Warnsignal. „Während ein Stimmungstief mit ziemlicher Sicherheit den Beginn einer Rally ankündigt, kann ein Stimmungshoch auch während der Rally auftreten, so zeigen es zumindest meine historischen Werte der Stimmungserhebung.“ Zum Beginn dieser Woche legt der Dax recht deutlich zu und notiert am Mittag 0,5 Prozent im Plus bei 13.069 Punkten.

Allerdings kann Euphorie auch ein Warnsignal sein: So notiert der Durchschnittswert der Stimmung am 20. März 2015 noch etwas höher und am 30. November 2015 etwas unterhalb des aktuellen Wertes. In diesen beiden Fällen waren die Folgen für das deutsche Börsenbarometer drastisch. Die Frankfurter Benchmark rutschte zwischen Anfang April 2015 und Ende September um fast 3000 Punkte tiefer – von 12.373 auf 9480 Zähler. Danach erholte sich der Index wieder, um exakt am 30. November (dem erneuten Euphorie-Extremwert) bis Mitte Februar 2016 erneut um rund 2500 Punkte zu fallen.

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  • Was spricht für den Dax? EZB, FED, Bank of Japan
    Was spricht gegen den Dax? EZB, FED, Bank of Japan

    Den weiteren Verlauf an den Börsen bestimmen einzig und alleine die Notenbanken.

    Wir Mario Draghi es sich antun während seiner Amtszeit die Zinsen zu erhöhen?

  • Kein Menschen, der frei ist, würde jetzt in den DAX gehen. Das ist der Grund. Wer wirklich investieren will, geht u.a. in die US-Werte, denn da wird das Land von Weisheit und Fachkompetenz regiert.


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