Dax-Umfrage: Zwei Damoklesschwerter über der Börse

Dax-Umfrage
Der Oktober-Crash fällt aus

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Zwei Damoklesschwerter über der Börse

„Da ich die vermeintliche Hiobsbotschaft aus China als nicht wirklich überraschend betrachte – es war ja eine negative Zahl mit Ankündigung –, interpretiere ich den erneuten Rückschlag als technische Notwendigkeit, um weitere Anleger aus dem Dax zu schütteln, die auf steigende Kurse gesetzt hatten“, sagt Heibel.

„Zittrigkeit“, nannte dies die Börsenlegende André Kostolany, es ist ein mittlerweile gebräuchliches Wort in der Finanzszene. Seine Theorie dahinter: Erst wenn die Aktien von diesen zittrigen Hände zu den hartgesottenen Anleger gewechselt sind, führen anschließend positive Nachrichten auch zu Kursanstiegen.

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?


Derzeit liegen noch zwei Damoklesschwerter über der Börse: Am 8. November wird der neue die US-Präsident gewählt, danach entscheidet die US-Notenbank erneut über eine mögliche Zinsanhebung. Der Ausgang dieser beiden Entscheidungen wird aufgrund von Umfragewerten (Wahlen) und Konjunkturdaten (Zinserhöhung) in den kommenden Wochen immer besser eingeschätzt werden können.

Schließlich sei das Schlimmste für Finanzmärkte die Ungewissheit. Indizien für einen möglichen Ausgang helfen, die Ungewissheit zu mindern und können schon für leicht ansteigende Kurse sorgen – egal ob die Umfragen für Donald Trump sprechen, oder ob die Konjunkturdaten eine Zinsanhebung unterstützen. „Hauptsache, die Ungewissheit schwindet“, lautet Heibels Credo.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?


Der Sentimentexperte wagt nicht zu prophezeien, ob diese schwindende Ungewissheit bereits für einen Ausbruch des Dax über die 10.800 Punkte ausreicht. Immerhin versucht sich der Dax nun schon seit zehn Monaten erfolglos an dieser Hürde. Beruhigend ist aus der Sicht der Sentimentanalyse nur eines: Die Stimmung trübt sich deutlich ein und auch die Erwartungshaltung wird zunehmend pessimistisch – da könne es kaum noch zu einem Ausverkauf kommen. Denn dieses Zusammenspiel gilt als Kontraindikator.

Bereits vor zwei Wochen hatte der Sentimentexperte gefordert: „Um eine nachhaltige Rally aus der Sentimentsicht zu unterstützen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden: Die Stimmung der Anleger auf dem Weg zu einem Dax-Stand von 10.800 Punkten muss sich deutlich aufhellen, während sich gleichzeitig die Erwartungen an die künftige Entwicklung der Aktienmärkte eintrüben muss.“ Die zweite Voraussetzung ist bereits gegeben. Sollten die Kurse steigen, dürfte auch die Stimmung steigen. „Es wird die Basis für einen Aufschwung gelegt“, meint Heibel.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Dax-Umfrage: Der Oktober-Crash fällt aus"

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  • Abwarten ....

  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das ganze Elend schön demaskiert! Danke liebes Handelsblatt.

    Herr Heibel ist meiner Ansicht nach ein sehr schönes Beispiel der technsichen Analysten. Noch nie wurde jemand mit technischer Analyse reich, es ist Kaffeesatzleserei und man fragt sich, warum in Tests die angeblichen Experten von Sam, dem Affen so oft geschlagen werden.

    die Antwort ist einfach... Technische Analysten sind mehr Esoterik, ähnlich wie Astrologen, wirtschaftlichen Sachverstand oder kulturellen gibt es nicht. Wenn China sagt, es schwäche den Export für die Binnenkonjunktur, dann heisst das übersetzt: muckt nicht auf, die Regierung gibt sich Mühe das Beste für Euch zu erreichen. Bereits der Versuch verdient Anerkennung!

    Das Gebrabel, dass man den Export schächt ist vollkommener Unsinn, niemand macht so einen Sch.... Im Gegenteil, das verdiente Geld im Export will man zu Hause konsumieren!

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