Dax & Co.

Noch mehr Liquidität treibt die Aktienkurse

„Zentralbankverwaltungswirtschaft“ nennt es ein Analyst. Er beschreibt damit, wie sehr die Börsen seit der Finanzkrise vom billigen Geld der Notenbanken abhängig sind. Das zeigte sich einmal mehr am Dienstag.
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Notenbanken geben den Takt an den Finanzmärkten vor. Quelle: dpa
Frankfurter Börse

Notenbanken geben den Takt an den Finanzmärkten vor.

(Foto: dpa)

FrankfurtEine auf den ersten Blick harmlose Aussage eines Mitglieds der Europäischen Zentralbank hat am Dienstag auf dem Frankfurter Börsenparkett für Turbulenzen gesorgt: Die Notenbank wird demnach wegen der absehbaren Sommerflaute an den Märkten ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe vorziehen. Denn jetzt sind die Marktteilnehmer noch nicht in Urlaub.

Was auf die Worte von EZB-Direktor Benoit Coeure folgte, verdeutlicht einmal mehr, wie stark die Finanzmärkte am Tropf der Notenbanken hängen: Der deutsche Leitindex Dax schoss nach einer trüben Vorwoche um zwei Prozent hoch, der Kurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar fiel um anderthalb Cent und auch die Anleihen verteuerten sich merklich.

Kurzzeitig habe man sich der Illusion hingegeben, dass die Märkte wieder stärker dem freien Spiel der Kräfte unterliegen, kommentierte Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler die scharfe Reaktion. Doch nun habe die EZB als derzeit „zweitgrößter Spieler der Zentralbankverwaltungswirtschaft“ wieder eingegriffen.

Bereits seit März mischt die EZB mit ihrem Kaufprogramm kräftig am Anleihemarkt mit. Insgesamt will sie bis September 2016 pro Monat durchschnittlich Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro kaufen. Diese Geldschwemme hat massive Auswirkungen auch auf andere Teile des Finanzmarkts: Der Euro war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gefallen, der Dax hat einen Rekordstand nach dem nächsten erobert.

EZB-Milliarden schicken Dax auf Höhenflug

Experten und Marktteilnehmer sind schon länger besorgt darüber, wie stark die Notenbanken das Geschehen an den Finanzmärkten bestimmen. Jüngst hatten die Kurse an den sonst so ruhigen Anleihemärkten derart stark nachgegeben, dass nicht wenige von einem „Crash“ sprachen. Und weil an den Finanzmärkten alles mit allem zusammenhängt, sorgte dies auch für kräftige Schwankungen bei Aktien.

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