Dax und Dax-Aktien kostenlos handeln: Ein Tag für die Aktie

Dax und Dax-Aktien kostenlos handeln
Ein Tag für die Aktie

Der Weltspartag hat ausgedient in Zeiten, in denen die Notenbanken die Zinsen quasi abgeschafft haben. Heute feiert der „Tag der Aktie“ Premiere. Nur Marketing oder eine längst überfällige Aktion? Börsianer profitieren.
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DüsseldorfDie Sparkassen zelebrieren seit Jahrzehnten ihren Weltspartag, vier Onlinebroker haben nun den „Tag der Aktie“ ausgerufen. Für die Kunden von Comdirect, Consorsbank, DAB Bank und ING-Diba heißt das: Sie zahlen am heutigen Montag keine Gebühren, wenn sie Dax-Aktien oder einen von acht börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) auf den Dax kaufen. Auch die Deutsche Börse macht mit und verzichtet auf alle Kosten.
Der „Tag der Aktie“ ist Teil der „Aktion pro Aktie“, mit der sich die vier Direktbanken für eine bessere Aktienkultur in Deutschland stark machen wollen. Studien, Bildungsangebote, Veranstaltungen, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und eben der „Tag der Aktie“ sollen helfen, das Thema Aktie stärker in den Köpfen der Deutschen zu verankern und einen vorurteilsfreien und aufgeklärten Umgang mit der Börse zu fördern.

Solche Aktionen riechen natürlich immer ein bisschen nach Geschäftemacherei. Kritiker sprechen denn auch hinter vorgehaltener Hand von „reinem Marketing“. So sieht etwa Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht die Kundeninteressen im Vordergrund. „Das Geschäftsmodell der Banken kennt den Bildungsauftrag allenfalls als Mittel zum Zweck der Ertragsmaximierung. Hier geht es um Vertriebsstorys. Nicht umsonst ruft man der Tag der Aktie erst nach einer sechsjährigen Kursrally aus.“

Viele finden aber auch, der „Tag der Aktie“ sei eine gute Idee. „Wir müssen dazu kommen, dass wieder neutral über Aktien gesprochen wird“, begrüßt etwa Franz-Josef Leven, stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts, die Aktion. Bislang würden zu viele Menschen Aktien mit Geldverlieren gleichsetzen.

Ob der „Tag der Aktie“ aber all die Aktienmuffel, ehemaligen T-Aktionäre oder Neuer-Markt-Geschädigten tatsächlich anspricht, wie sich Leven das wünscht, ist fraglich. Ebenso fraglich ist es, ob der fleißige deutsche Sparer und Sparkassenkunde überhaupt etwas mitbekommt von der Aktion der vier Direktbanken. Deren Kunden sind in der Regel bereits sehr aktien-affin. Die Aktion erreicht damit zwar nicht die Falschen, aber eben jene, die sowieso schon in Aktien investieren.

„Die Gefahr ist groß, dass die Aktion die Falschen erreicht“, glaubt auch Verbraucherschützer Nauhauser. Er meint solche Marktteilnehmer, die „beim nächsten Crash entweder in Panik verkaufen oder warten bis die Kurse wieder das Einstandsniveau erreicht haben und somit unterm Strich nicht von der langfristig positiven Entwicklung der Aktienmärkte profitieren.“

Wie ließe sich aber dann die deutsche Aktienkultur voranbringen? Verbraucherschützer Nauhauser plädiert für ein Provisionsverbot und eine vernünftige Regelung der Finanzberatung: „Da werden in der Anlageberatung munter Modetrends verkauft und ständig neue überteuerte Produkte erfunden, sehr zum Schaden der sogenannten Aktienkultur. Bei einer soliden Beratung mit guten Produkten wäre das Bild der Anleger vom Aktienmarkt viel positiver“.

Strittig ist also, auf welche Art und Weise man Deutsche und Aktien wieder zusammenbringen kann. Seit Jahren schon sinkt die Zahl derer, die an der Börse aktiv sind: Nur noch 8,4 Millionen Deutsche sind am Aktienmarkt engagiert. Das sind gerade mal rund 13 Prozent der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis der jüngsten Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts zur Anzahl der Aktienbesitzer bringt.

Damit haben sich im vergangenen Jahr wieder rund eine halbe Millionen Menschen von der Börse verabschiedet. Für Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, ist das ein „herber Rückschlag“ für die deutsche Aktienkultur. Nur noch gut sieben Prozent ihrer Ersparnisse investieren die Deutschen in Aktien, so das Aktieninstitut.

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