Dax und Niedrigzinsen
„Der Markt ist kein DJ“

Börsensignale sind wie Musik: Wer auf dem Parkett erfolgreich sein will, muss den Rhythmus erkennen, so eine Weisheit. Doch welcher Hit wird gerade gespielt? Experten fahren ihre Antennen aus und wagen einen Ausblick.
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DüsseldorfZwei Schritte vor, zwei Schritte zurück – so recht kam der Dax in den vergangenen Monaten nicht vom Fleck. Auch wenn es einige heftiger Turbulenzen gab und die Sorgen um Chinas Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn und das „Ja“ der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union Ende Juni für teils heftige Kursrückgänge sorgten, folgte die Erholung doch schnell. Mittlerweile notiert der deutsche Aktienindex (Dax) sogar zeitweise über dem Jahresanfangsstand von 10.743 Punkten.

Im wilden Hin und Her an den Märkten hätten Anleger in den vergangenen Monaten viel Geld verdienen können. Nicht umsonst lautet eine alte Börsenweisheit: Börsensignale sind wie Musik, man benötigt eine Antenne, um sie zu empfangen und um dann den Rhythmus zu erkennen. Experten nehmen diese Musik und den Rhythmus sehr wohl war. „Börsensignale sind ein Feld, dem sich die technische Analyse widmet. Sie ist eine Möglichkeit, den Aktienmarkt zu interpretieren“ sagt beispielsweise Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity. „Möglicherweise stimmt die Börsenweisheit auch für die eher kurzfristige – durch Makroereignisse beeinflusste – Marktstimmung.“

Auch Christoph Bruns, Fondsmanager und Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys, kann dieser Börsenweisheit einiges abgewinnen, schließlich impliziere sie doch, „dass Investment mehr als nur Handwerk ist, nämlich zu einem guten Teil Kunst“. Die Musik sei ohne Zweifel Kunst und ihr Rhythmus von einiger Bedeutung. Gerade in den Jahren nach der Finanzkrise sei die alte Börsenweisheit aktueller denn je, „weil die Finanzmärkte einen grundlegenden Rhythmuswechsel erfahren haben“. Allerdings fehle vielen Anlegern, institutionellen wie privaten, die richtige Antenne für diese großen Veränderungen.

Diese Meinung teilt Anja Welz, Vorstand der Laureus Privat Finanz. „Oftmals könnte man meinen, dass bereits leicht rockige Klänge als Death Metal interpretiert werden“, sagt sie mit Blick auf das Marktgeschehen der vergangenen Wochen und Monate. Hinzu komme, dass sich die Musikstile an der Börse auch ständig ändern würden. „Der Dauerbrenner ‚Riders on the storm‘ wurde Mitte Juni von ‚Should I stay or should I go now?‘ abgelöst und ehe man sich versieht läuft schon wieder ‚No Limit‘“, so Welz. „Mit solchen Stilbrüchen ist der Markt sicherlich kein DJ,  den man sich für seine Party wünscht.“

Doch wer auf die Musik hört und ständig versucht, den Rhythmus zu erkennen und ihn schon im Voraus zu fühlen, neigt zu übereilten Anlageentscheidungen. „Je öfter man auf das Portfolio schaut, desto öfter führt man Veränderungen durch, die gerade in volatilen Zeiten durch emotionale Entscheidungen geprägt sind – oftmals sind das die falschen“, sagt Volker Engelbert, Geschäftsführender Gesellschafter und Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Lingohr & Partner. „Daher raten wir, die Musik, wenn es um den Markt geht, abzuschalten und die Antenne abzubauen“, so Engelbert. Übersetzt heißt das: Der Lingohr-Experte kann dieser Börsenweisehit nicht viel abgewinnen.

Ebenso wie Christian W. Röhl. Der Börsenexperte und Gründer der Internetplattform Dividenden-Adel hält von dem musikalischen Sprüchlein herzlich wenig, „denn weder gibt es an der Börse Signale noch braucht man eine Antenne“. Er ist überzeugt: „Der gesunde Menschenverstand und ein bisschen finanzielle Bildung reichen völlig aus.“ Viele Privatanleger tun sich aber im aktuellen Marktumfeld schwer. Nach den starken Kursanstiegen in den vergangenen Tagen könnte es jederzeit zu Gewinnmitnahmen, auch wenn die Stimmung sich insgesamt aufgehellt hat. Doch im Jahresverlauf stehen noch weitere wichtige Themen mit einigem Konfliktpotenzial an, darunter die Präsidentschaftswahlen in den USA, eine neu aufflammende Bankenkrise, Terrorgefahr, die weitere Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks, neue und alte Krisenherde wie etwa die Ukraine und Russland oder aber Syrien. Diese Risikofaktoren können die Märkte kurzfristig immer wieder zurückwerfen.

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Ein Mallorca-Hit sorgt für gute Stimmung

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  • Im Werk in Emden lässt Volkswagen das Modell Passat fertigen. Der Konzern schickt dort nun mehrere Tausend Mitarbeiter in Kurzarbeit. Steht die Zwangspause der Belegschaft in Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal?

    ....

    der Herbst ist noch nicht da und die Urlauber noch nicht einmal aus dem Urlaub zurück, aber die Tendenzen sind voll zu erkennen.

    Wer will da eine Immobilie , einen Auto oder sonstige Aktien kaufen ???


    Danke EU...wozu braucht man Dich ?

    Wenn alle aus europa auswandern, wer arbeitet hier für die EU-Politiker noch ???

  • Letztendlich wird der DJ gewinnen, der den Zeitpunkt zum rechtzeitigen Ausstieg zufällig gerade erwischt. Die Börse ist doch nur noch eine Notanlage nach dem Motto es wird schon gutgehen.

  • Liebste Jessica, wer an der Börse erfolgreich sein Geld für sich arbeiten lassen will, setzt beim investieren nicht auf kurzfristige Modetrends und betreibt damit Spekulation oder Zockerei. Die Geldanlage in Aktien ist ein Marathonlauf über Jahre und kein kurzfristiger Sprint über Tage oder Monate.

    M.E. sind Dividenden das Hauptkriterium für den langfristigen und seriösen Aktienanleger. Evtl. Kursgewinne nur ein zusätzliches Bonbon.

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