Depot-Contest: Auf Nummer sicher gehen, aber wie?

Depot-Contest
Auf Nummer sicher gehen, aber wie?

Sicherheit und Rendite, das schließt sich mittlerweile fast aus. Trotzdem meiden die Deutschen jegliches Risiko – aus Angst, sie könnten Geld verlieren. Wie Vermögensverwalter dieses Rendite-Dilemma lösen.
  • 1

DüsseldorfRisiko, das klingt nach Gefahr, selten nach Chancen. An der Börse sind Chancen und Risiko aber eng miteinander verbunden. Sicherheit und Rendite, das schließt sich mittlerweile fast aus. „Wer sicher anlegen will, sollte nicht zu viel erwarten“, sagt Thomas Retzlaff von Hallertauer Vermögensmanagement. Trotzdem wollen die Deutschen lieber auf Nummer sicher gehen. Aus Angst, sie könnten Geld verlieren, meiden sie jedes Risiko.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld macht das den Job von Vermögensverwaltern nicht gerade einfacher. Sicherheitsorientiert – also konservativ – anzulegen, das funktioniert heute anders als noch vor ein paar Jahren. Wie, das demonstriert die Zunft beim Depot-Contest der DAB Bank. Insgesamt 32 Vermögensverwalter treten seit Jahresanfang in den Kategorien „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“ gegeneinander an.  An den Start gingen sie mit einer Million Euro Spielgeld, das es zu mehren gilt.

Wie „Sicherheit“ bei der Geldanlage heute definiert wird, zeigt der Blick in die Depots. Galten früher Staatsanleihen als solides Fundament eines jeden Depots, sind sie heute kaum noch in den Portfolios zu finden. „Sicherheit gleich Staatsanleihen, diese Gleichung geht nicht mehr auf“, sagt Burkhard Wagner von Partners Vermögensmanagement. „Die Basis eines sicherheitsorientieren Depots sind heute Unternehmensanleihen guter Bonität und immer weniger Staatsanleihen.“

Vor allem die Bonds der europäischen Schuldenstaaten werden gemieden. Doch auch Staatsanleihen, von Ländern mit guten oder sehr guten Ratings, sind aus den Depots mehr oder weniger verschwunden. „Wenn Sie die Kaufkraft erhalten wollen, dann geht das mit Anleihen solider Schuldner nicht mehr“, ergänzt Retzlaff.

Das Gütezeichen „AAA“ hat also ausgedient, zumindest wenn es gilt, wenigstens die Inflation auszugleichen. Dabei fallen den meisten Anlegern doch beim Stichwort „sicher“ sofort Bundesanleihen ein. Die bringen allerdings so gut wie keine Rendite mehr. Schlimmer noch, der Realzins liegt sogar im negativen Bereich. Bei Schweizer Staatsanleihen oder US-Treasuries sieht es nicht besser aus. „Deshalb meiden wir auch Staatsanleihen aus den OECD-Anleihen“, sagt Stefan Grommer von der Münchener Vermögensverwaltung Plückthun Asset Management. „Stattdessen investieren wir lieber in Anleihen aus den aufstrebenden Schwellenländern.“

Kommentare zu " Depot-Contest: Auf Nummer sicher gehen, aber wie?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Das Gütezeichen „AAA“ hat also ausgedient, zumindest wenn es gilt, wenigstens die Inflation auszugleichen."

    Das Gütesiegel AAA hat auch sonst ausgedient, denn es wird willkürlich und nicht nachvollziehbar vergeben. Und aus AAA wird schnell B-, unabhängig davon, ob die EU versucht, die Ratingagenturen bei ihrer Arbeit zu behindern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%