Depot-Contest „Die Hausse in Japan geht weiter“

Seit gut zwei Jahren pumpt Japans Premier Abe billiges Geld in den Markt. Mit Erfolg. Preise und Konjunktur ziehen an. Auch der Aktienmarkt erreicht einen Rekord nach dem anderen. Wo Vermögensverwalter jetzt investieren.
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Der Nikkei ist im Aufwind. Quelle: ap
Börsianer in Tokio

Der Nikkei ist im Aufwind.

(Foto: ap)

DüsseldorfViele Investoren hierzulande dürften sich dessen kaum bewusst sein: Doch der japanische Aktienmarkt ist – ähnlich wie in Europa und in den USA – im Aufwind. Nach einer dreiwöchigen Durststrecke, hat der Nikkei wieder zum Spurt angesetzt und steht mit fast 20.500 Punkten so hoch wie seit 15 Jahren nicht. Gerade tourt der größte japanische Asset Manager des Landes, Sumi Trust, durch Europa – auf der Suche nach institutionellen Investoren für die eigenen japanischen Aktienfonds. Der Zeitpunkt dürfte nicht zufällig gewählt sein.

Auch die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB Bank sind sich der wachsenden Chancen auf dem japanischen Börsenparkett bewusst. Gleich drei haben in ihrem Chancendepot japanische Aktienfonds aufgenommen. ICFB Investment Consulting und SX Capital halten den iShares MSCI Japan Euro Hedged ETF, Plückthun Asset Management den Aberdeen Global Japanese Equity. Die Vermögensverwalter sind überzeugt, dass der Aktienmarkt weiter anzieht – auch, aber nicht nur durch die ultralockere Geldpolitik, die Premier Shinzo Abe seit gut zwei Jahren kompromisslos betreibt.

„Nicht nur die Erwartungen an eine erfolgreiche ultralockere Geldpolitik untermauern die Hausse. Die Unternehmensgewinne aus dem ersten Quartal – das in Japan das vierte Quartal des Geschäftsjahres ist – zeigen eindeutig mehr positive Gewinnüberraschungen als negative Überraschungen“, sagt zum Beispiel Klaus Martini, Geschäftsführer bei Plückthun Asset Management. Er kann sich vorstellen, dass der Nikkei einen rund siebenprozentigen Zuwachs und damit bis zu 21.000 Punkte zum Jahresende schafft.

Zwar werde die Bank of Japan fürs Erste ihre Anleihekäufe nicht einschränken, glaubt Bert-Ardo Spelter, Geschäftsführer von ICFB Investment Consulting. Da das Inflationsziel von zwei Prozent der japanischen Notenbank nicht in Sicht sei, hält er gar eine Verstärkung des „Quantitative Easing“ für möglich. Allerdings seien Japans Unternehmen auch „in vielen Sektoren technologisch führend, weltweit gut aufgestellt und damit äußerst wettbewerbsfähig.“ Insofern also stützen auch die anziehenden Gewinne japanischer Unternehmen den Aktienboom.

Sie kennen die Märkte: Vermögensverwalter im Porträt
Dutz Michael 1
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Firma: Adlatus Aktiengesellschaft

Name des Vermögensverwalters: Michael Dutz

Geboren: 1967 in Saalfeld

Im Geschäft seit: 1990

Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Studium der Betriebswirtschaftslehre in Berlin, 1992 - 2002 Leiter Vermögensanlage Commerzbank und HypoVereinsbank, seit 2002 Vorstand Adlatus Aktiengesellschaft

Mitarbeiterzahl: 21

Ort: Chemnitz, Dresden, Jena, Leipzig, Würzburg, Zwickau

Verwaltetes Vermögen: 300 Millionen Euro

Anlagestil: aktive und antizyklische Vermögensvermehrung

Meine erste Aktie (wann?): Bremer Vulkan (1995)

Liebste Börsenweisheit: „Spekulieren kann jeder. Es zur richtigen Zeit zu tun - das ist die Kunst.“ (Kostolany)

Geiger
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Firma: SVA Vermögensverwaltung Stuttgart GmbH
Name des Vermögensverwalters: Karl-Heinz Geiger
Geboren: 11. Mai 1960
Im Geschäft seit: 1984
Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Ausbildung zum Bankkaufmann, Leiter der Vermögensbetreuung bei einer Großbank
Mitarbeiterzahl: 8
Ort: Stuttgart, Ravensburg, Undenheim
Verwaltetes Vermögen: keine Angabe
Anlagestil: fundamental orientierte Aktienanlage; gute Mischung der verschiedenen Anlageklassen
Meine erste Aktie (wann?): AEG (1976)
Liebste Börsenweisheit: „Man muss an der Börse nicht alles wissen und alles mitmachen, sondern nur alles verstehen.“

petersen
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Firma: TOP Vermögensverwaltung AG

Name des Vermögensverwalters: Nils Petersen

Geboren: 7. Dezember 1973

Im Geschäft seit: August 1998

Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Offizier der Bundeswehr, Portfolio Manager bei der Dresdner Bank Lateinamerika AG, Fondsmanager bei der TOP Vermögensverwaltung AG

Mitarbeiterzahl: 28

Ort: Itzehoe

Verwaltetes Vermögen: 280 Millionen Euro

Anlagestil: Value

Meine erste Aktie (wann?): Bilfinger & Berger, jetzt Bilfinger SE  (1998)

Liebste Börsenweisheit: Wer Entscheidungen nicht plant, sondern sich erst darum kümmert, wenn die Entscheidung fallen muss, der handelt zu spät.

BILD Ingo Theismann (Consulting Team Vermögensverwaltung AG)
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Firma: Consulting Team Vermögensverwaltung AG

Name des Vermögensverwalters: Ingo Theismann

Geboren: 10. August 1967 in Unna (Nordrhein-Westfalen)

Im Geschäft seit: 1988

Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Sparkassen Herford, Potsdam und Hildesheim, seit 2005 beim Consulting Team; gelernter Bankkaufmann und Sparkassenbetriebswirt, absolvierte Fachseminare in Vermögensmanagement und Wertpapierberatung

Mitarbeiterzahl: 25

Ort: Hildesheim

Verwaltetes Vermögen: 300 Millionen Euro

Anlagestil: Wertorientiert (Value), Leitsatz „…denn Ihr Geld ist mehr wert“

Meine erste Aktie (wann?): Hoesch AG (1990) Dortmunder Stahlunternehmen, 1991 vom Krupp-Konzern übernommen

Liebste Börsenweisheit: „Ich kann die Bahn der Himmelskörper auf Zentimeter und Sekunden genau berechnen, aber nicht, wohin die verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann.“ (Sir Isaac Newton)

Mademann2015
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Firma: Mademann & Kollegen GmbH

Name der Vermögensverwalter: Uwe Brettschneider und Robert Bauer

Geboren: 1964 und 1962

Im Geschäft seit: 1987

Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Deutsche Bank; Commerzbank; Packenius Mademann und Partner sowie Deutsche Bank; Bankhaus Schliep & Co.; HypoVereinsbank; Packenius Mademann und Partner

Mitarbeiterzahl: 9

Ort: Düsseldorf und Erkelenz

Verwaltetes Vermögen: etwa 200 Millionen Euro

Anlagestil: blend

Meine erste Aktie (wann?): Bayer (1983)

Liebste Börsenweisheit: „Kaufe bei Angst und verkaufe bei Gier“

Spelter
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Firma: Investment Consulting Financial Brokerage GmbH

Name des Vermögensverwalters: Bert-Ardo Spelter 

Geboren: 06. November 1958 in Leipzig 

Im Geschäft seit: 1987 

Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Von 1981 bis 1982 Bürokaufmann, von 1982 bis 1983 Bundeswehr, von 1983 bis 1987 Studium der Betriebswirtschaftslehre (Diplom), von 1987 bis 1988 Wertpapiertainee-Ausbildung Commerzbank, von 1989 bis 1990 Commerzbank Vermögensberater, von 1991 bis 2003 Deutscher Herold/Zurich Group Invest Aktienfondsmanager und Abteilungsleiter Aktien und Derivate, von 2004 bis 2006 AOK Bundesverband Leiter Treasury, anschließend Unternehmensgründung - geschäftsführender Gesellschafter ICFB GmbH.   

Mitarbeiterzahl: 

Ort: Köln 

Verwaltetes Vermögen: unter 50 Millionen Euro 

Anlagestil:  Aktiv mittels Kombination aus Top-down und Bottom-up. 

Meine erste Aktie (wann?):  VEBA (1987)

Liebste Börsenweisheit: Nicht aufgeben

Wagner
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Firma: Partners Vermögensmanagement AG

Name des Vermögensverwalters: Burkhard Wagner

Geboren: 24. September 1960 in München

Im Geschäft seit: 1982

Vorangegangene Stationen und Ausbildung: Bankfachwirt; Stationen bei HYPO-Bank, Commerzbank, Hypo-Capital-Management AG, Merrill Lynch, Schmidt-Bank,

Im Geschäft seit: 2002

Mitarbeiter: 10

Ort: München

Verwaltetes Vermögen: 250 Millionen Euro

Anlagestil: Wertorientiert, breit gestreut und betont konservativ

Erste Aktie (wann?): Erste Allgemeine Versicherungs AG

Liebste Börsenweisheit: „Der Markt hat immer Recht“

„In erster Linie führen wir die Hausse auf die geldpolitischen Maßnahmen zurück“, betont auch Dirk Fahrmeyer, Vorstand von SX Capital, bei der Begründung der Aktien-Hausse. Doch räumt der Anlageprofi auch ein, dass die exportorientierten Unternehmen durch den schwächeren Yen profitiert hätten. In der Tat: Dass der schwache Yen der japanischen Wirtschaft geholfen hat, ist unbestritten. Doch glaubt man Branchenexperten, wird dies schon bald nicht mehr der Fall sein. Denn unter anderem macht die schwächer werdende Währung wichtige Energieimporte teurer.

„Die Menschen müssen an die Inflation glauben“
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