Depot-Contest
„Die Rally konnte nicht so weitergehen“

Der Dax hat zuletzt kräftig nachgegeben. Doch eine Trendwende sehen Experten noch nicht. Im Gegenteil. Sie sehen sogar Luft nach oben. Welche Branchen jetzt einen Blick wert sind und welche Anleger besser meiden sollten.
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DüsseldorfEs ist ein Drama in vielen, vielen Akten. Die Griechenland-Krise hält Anleger weiter in Atem. Die Kurse an den europäischen Börsen schwanken immer wieder kräftig. Nach einem fulminanten ersten Quartal geht es mit dem Deutschen Aktienindex (Dax) seit April mehr oder weniger seitwärts. Auf jede kleine Erholung folgt der Rücksetzer. Ein paar hundert Punkte hoch oder runter an nur einem Handelstag – keine Seltenheit.

Von seinem Hoch bei gut 12.400 Punkten ist der Dax rund 1.000 Punkte entfernt. Für viele Experten – auch für die Teilnehmer des Depot-Contests der Münchener DAB Bank – ist der Kursrückgang wenig überraschend. „Nachdem der Dax in den ersten Monaten dieses Jahres in der Spitze um rund dreißig Prozent zugelegt hat, war vor dem Hintergrund der nach wie vor anhaltenden Unsicherheit rund um Griechenland und die Ukraine durchaus mit Rückschlägen zu rechnen“, sagt Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung. „Viele Anleger haben Gewinne realisiert, um die weitere Entwicklung an den Krisenherden abzuwarten.“

Und es sieht nicht unbedingt so aus, dass der Börsen-Sommer sehr viel ruhiger wird. „Die Volatilität wird in den nächsten Wochen möglicherweise hoch bleiben“, sagt Max Schott von der Vermögensverwaltung Sand und Schott. „Die Situation um Griechenland wird weiter sortiert werden müssen und Zinssteigerungen in den USA deuten sich an.“

Diese zwei Themen werden die Märkte in den kommenden Monaten beschäftigen. Den Griechen läuft die Zeit davon. Sie brauchen dringend ein weiteres Hilfspaket, doch die Verhandlungen darüber stocken. Ob sie doch noch aus dem Euro-Raum fliegen oder austreten, ist längst nicht klar. Auch wenn die meisten Marktteilnehmer mit einem Verbleib der Griechen in der Euro-Zone rechnen. Und natürlich sorgt auch die erwartete Zinsentscheidung in den USA für Nervosität an der Börse. „Beide Entscheidungen werden die Finanzmärkte mit starken Schwankungen in beide Richtungen beantworten“, ist Robert Bauer von Mademann & Kollegen überzeugt.

Gottfried Urban hingegen erwartet etwas ruhigere Monate als zuletzt. „Der Sommer ist traditionell nicht so spannend, die Dividendensaison ist vorbei. Die Nachrichtenlage wird spärlicher“, sagt der Chef der Bayerische Vermögen. „Wichtig ist, dass die Notenbanken keine Volatilität an den Märkten wollen. Es ist einfach zu gefährlich für die wirtschaftliche Erholung Europas, denn die Nervosität der Kapitalmärkte könnte auf die Realwirtschaft überspringen.“ Da Aktien als Anlageklasse weiterhin alternativlos seien, rät er, an schwachen Tagen einzusteigen beziehungsweise nachzukaufen. „Da wird sich nichts ändern“, ist Urban überzeugt.

Bernd Linke hält es ebenfalls für unwahrscheinlich, dass es zu weiteren, nachhaltigen Rückschlägen beim Dax kommt. Die sehr expansive Geldpolitik der Europäischen Notenbank (EZB) werde die Aktienmärkte nachhaltig stützen und auch wieder nach oben treiben. „Insgesamt dürfte der europäische Aktienmarkt hiervon stärker profitieren als der US-Aktienmarkt“, erwartet er.

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Höchstkurse um 13.000 wären keine Überraschung

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  • Die Börse war in den letzten Jahren überwiegend politisch getrieben. Und wie man in die Hausse reinkommt, so kommt man aus ihr wieder raus. Steigen die Anleihezinsen, fallen die Aktienkurse.

    Ausländische Investoren hielten zum Mai 2014 57,1 % des Marktwerts aller börsennotierten deutschen Aktien (Quelle: Bundesbank). Auch vor der Weltwirtschaftskrise haben ausländische Investoren in Sorge um ihr Geld den als so sicher geglaubten Aktienmarkt deutscher Aktien ausgesucht. Und seit 2014 dürften ausländische Investoren noch mehr Geld in den DAX und Konsorten gesteckt haben, denn der Verfall des Euro lässt Investitionen aus anderen Währungen in Deutschland geradezu als ideal erscheinen.

    Als in der Weltwirtschaftskrise die Ausländer ihr Kapital benötigten, mussten sie damals deutsche Aktien, Anleihen und Immobilien verkaufen. Und ich schätze mal, dass seit neuerer Zeit horrende Beträge aus Asien in Deutschland parken.

    Und auf der Anleiheseite passiert genau dieser Verkauf momentan wieder wie zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise durch ausländische Investoren. Wenn die Asiaten weiter Dollar- und EURO-Anleihen auf den Markt werfen, dann werden die Anleihezinsen zwangsläufig steigen. Damals konnten sich Unternehmen deshalb nur noch mit hohen Zinsen refinanzieren, wenn sie überhaupt noch frisches Kapital bekommen haben.

    Ich würde mal sagen, die Staaten haben den Geldmarkt mit ihrer Geldmarktpolitik eskomptiert. Die heute gesparten Zinsen sind m. E. die Zinsen, die später bezahlt werden müssen.

    Den Vorteil der Staaten und einiger weniger Investoren, sich über eine hohe Inflation zu entschulden, haben Unternehmen nicht. Und das wird die Börse natürlich quittieren.

    Der große Kuchen dieser Börsenhype ist m. E. deshalb gegessen.

  • Man sollten den Mogel-Dax mal in Dollar zeichnen, dann wird man den Index Mogel-Pleite-Dax
    nennen.

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