Depot-Contest
„Eine fulminante, finale Rally mit Strohfeuercharakter“

Von den jüngsten Turbulenzen haben sich die Märkte fast erholt. Doch die Griechenland-Krise, Chinas Aktienblase und die Notenbankpolitik könnten die Stimmung verhageln. Experten erwarten einen heißen Börsensommer.
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DüsseldorfHektisch bis turbulent – so lässt sich die Stimmung in den Wochen des Gezerres um eine Rettung Griechenlands zusammenfassen. Mittlerweile ist der Weg frei für die Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket und der Dax hat sich von seinen zwischenzeitlichen Verlusten erholt. Vermögensverwalter hat das Hin und Her in Athen und Brüssel sowie die teils heftigen Ausschläge an den Märkten in Atem gehalten – auch die Teilnehmer des Depot-Contests der Münchener DAB Bank. Ihre Depots schwankten teilweise deutlich.

Dass die kommenden Wochen ruhiger werden, ist nicht zu erwarten. Es könnte einen ziemlich heißen Börsensommer geben. „Wir stehen vor einer fulminanten, finalen Rally mit Strohfeuercharakter“, glaubt Winfried Walter von Schneider, Walter & Kollegen. Sie werde aber nur von kurzer Dauer sein. „Wahrscheinlich endet diese Hausse nach oben fulminanter als es die meisten Marktteilnehmer derzeit erahnen. Umso kräftiger dürfte der sich daran anschließende Abschwung ausfallen“, warnt der Vermögensverwalter.

Ganz so pessimistisch ist Arne Sand nicht. „Die Klimatisierung unserer Büroräume wurde aber letzte Woche aufgerüstet“, scherzt der Experte der Vermögensverwaltung Sand und Schott. „Sollte es turbulent werden, können wir einen kühlen Kopf bewahren und besonnen agieren.“ Gottfried Urban von der Bayerische Vermögen erwartet einen normalen Börsensommer – Schwankungen inklusive.

Gleich mehrere Faktoren dürften die Kurse in den kommenden Wochen und Monaten bewegen. Das Thema Griechenland ist keinesfalls abgehakt. Gottfried Urban glaubt, dass Griechenland die Börse weiter beschäftigen wird, „aber mit Ermüdungserscheinungen“. Auch Walter glaubt nicht, dass die Griechenland-Thematik noch eine große Rolle an den Märkten spielen wird – auch im Falle eines Grexits. „Käme es zu einem solchen, würde die Marke um die 10.600 noch einmal getestet. Das war’s“, ist er überzeugt.

Arne Sand sieht das Thema Griechenland deutlich kritischer, da weiter ungewiss sei, ob die Verhandlungen über das dritte Hilfspaket auch erfolgreich sein werden. „Grundsätzlich ist das Thema Griechenland überhaupt nicht abgehakt“, sagt er. „Die Griechen leben leider weiter über ihre Verhältnisse, die Wirtschaft wird durch Steuererhöhungen, ausbleibende Touristen, Kapitalverkehrskontrollen und ein kommunistisches Regime aller Voraussicht nach nicht gerade Wachstumsimpulse erhalten.“ Anleger sollten deshalb auf der Hut sein und risikobehaftete Investitionen absichern.

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