Depot-Contest
„Es wird immer schwieriger“

Konservative Anleger haben es nicht leicht: Sicherheit gibt es nur noch ohne Rendite, Rendite nur noch ohne Sicherheit. Was Vermögensverwalter ihren sicherheitsorientierten Anleger jetzt raten.
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DüsseldorfSparer haben es nicht leicht, vor allem wie sie Wert auf maximale Sicherheit legen. Denn die bieten nun mal nur Spareinlagen, also Tages- und Festgeld, das noch immer sehr beliebte Sparbuch oder die als sicherer Hafen geltende Bundesanleihe. Ansprechende Renditen können Anleger mit keinem dieser Produkte mehr erzielen.

Das Problem ist natürlich nicht neu, aber mit der erneuten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird es noch größer. Für Vermögensverwalter wird ihr Job dadurch nicht einfacher. „Es wird immer schwieriger, dem Anspruch Rendite plus Sicherheit gerecht zu werden“, gibt Thomas Retzlaff von Hallertauer Vermögensmanagement zu.

Denn wer nicht bereit ist, größere Risiken einzugehen, verliert wegen der Inflation garantiert Geld. Peter Schneider appelliert deshalb an Sparer, sich mit der aktuellen Situation auseinander zu setzen. „Die finanzielle Repression wird um eine weitere Stufe erhöht“, sagt der Experte von der Vermögensverwaltung Schneider, Walter & Kollegen. „Wer sich nicht aktiv um seine Geldanlage kümmert, dem wird weiterhin real Geld weggenommen.“ Fakt ist: Bei Minizinsen unter einem Prozent verlieren Sparer nach Inflation, Abgeltungssteuer und Kosten Geld – die sogenannten Realzinsen sind negativ.

Wolfgang Zillich bringt das Problem auf den Punkt: „Der konservative Anleger findet entweder Sicherheit ohne Rendite oder Rendite ohne Sicherheit“, sagt der Experte von Premium Asset Management Wolfgang Zillich. „Der Druck auf die Sparer soll erhöht werden. Er soll konsumieren und damit die Wirtschaft ankurbeln, die immer noch lahmt.“ 

Wer sich dem wiedersetzt und doch lieber Geld zurücklegt, steht unwillkürlich vor dem Niedrigzins-Dilemma. „Bei kurzfristigen Anlage wird es fast unmöglich eine vernünftige Rendite zu erwirtschaften“, so Zillich. „Es bleibt nur das Ausweichen auf längere Laufzeiten oder der Griff zu Anleihen mit schlechterer Bonität.“

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Die Chance liegt in der richtigen Mixtur

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  • Was die EZB mit ihrer Niedrigzinspolitik anrichtet, ist schlicht eine Enteignung zugunsten der Südländer. Die Vermögenden Deutschlands kostet das um ein Vielfaches mehr, als die frühere Vermögensteuer. Selbst die Flucht in Aktien wird sich früher oder später als Fehlspekulation erweisen, Icahn warnt schon jetzt vor dieser Börsen-Euphorie. Meines Erachtens zu recht, denn diese Entwicklung an den Märkten kann nicht gesund sein. Jetzt warte ich nur noch auf die Klageflut gegen die Versteuerung von Kapitalerträgen, denn die Wenigsten erreichen - zumindest bei Neuanlagen - auch nur annähernd Erträge oberhalb der Inflationsrate, sind deshalb nicht bereichert. Es wäre also gerechtfertigt, die Berechnung von Kapitalerträgen auf neue Methoden umzustellen...

  • Mit ausgesuchten Mittelstandsanleihen kann man nach wie vor gute Renditen bis zu 10% und darüber erzielen. Wer z.B. Langläufer von Heidelberg Cement in Depot hat kann sich über Kursentwicklung und Zinsen nur freuen.

    Allerdings muss man schwer aufpassen, siehe Praktiker Anleihe oder die Anleihe vom Schrott-Scholz, letzterer ist zwar noch nicht pleite aber angeschlagen.

    Wer sein Depot, was Mittelstandsanleihen angeht aktiv selber im Blick hat und entsprechend handelt, d.h auch verkauft wenn es brenzlig wird, kann Renditen erzielen, die durchaus zufriedenstellend sind ohne übergroße Risiken einzugehen.

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