Depot-Contest
Klein, aber fein

Die Nebenwerte aus dem MDax und dem SDax entwickeln sich oft besser als die Schwergewichte im Dax. Welche Chancen und Risiken Vermögensverwalter jetzt sehen und worauf Anleger achten müssen.
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DüsseldorfIm Fokus der Anleger stehen oft die ganz großen Werte aus dem Deutschen Aktienindex, dem amerikanischen Dow Jones oder anderen bekannten Börsenbarometern. Dabei locken die kleineren Werte - im Börsendeutsch Small Caps genannt - mit viel höheren Renditen. Das haben die beiden Nobelpreisträger Eugene Fama und Kenneth French bereits vor Jahren bewiesen. Vor allem unterbewertete Titel, sogenannte Value-Aktien führen zum Anlageerfolg.

Doch die Börsenzwerge laufen nicht immer besser als die Riesen im Dax. In den vergangenen drei Jahren lief der Standardwerteindex etwas besser als sein kleiner Bruder S-Dax. Ähnlich war es in den USA, wo der S&P 500 ein besseres Ergebnis ablieferte als der S&P 600 Small Companies.

Vor allem im laufenden Jahr taten sich Nebenwerte schwer. „Im Zuge einer sich abkühlenden Konjunktur, fortgeschrittener Bewertungen und der vielen internationalen Krisenherden ist die Risikobereitschaft der Anleger zurückgegangen“, sagt Max Schott, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Sand und Schott. „In Krisenzeiten müssen Anleger in Nebenwerte besonders hohe Rückschläge verkraften.“ In Europa lief es in den vergangenen Monaten allerdings besser für die Nebenwerte. Der Stoxx 50 war den Indizes für europäische Small und Mid Caps deutlich unterlegen - die starke Gewichtung der Finanztitel im Stoxx 50 verhagelte die Performance.

Auch wenn es Jahre gibt, in denen die Schwergewichte sich besser entwickeln, sind viele Anlageexperten wie Fama und French überzeugt von der Stärke der Kleinen. „Prognosen sind natürlich immer schwierig, aber das Small Caps die Aktienkategorie mit den höchsten Renditeerwartungen sind, steht fest“, sagt Nils Petersen, Fondsmanager bei der Top Vermögensverwaltung. Das werde sich auch für 2015 nicht ändern. „Wenn Anleger bereit sind, in diese Klasse zu investieren und kurzfristig orientiert sind, müssen sie rein aus Rendite-Gesichtspunkten wohl in allen drei Regionen auf Small Caps setzen.“ Anleger die allerdings eher vorsichtig am Aktienmarkt agieren würden, um ihr Risiko zu begrenzen, sollten sich lieber für die Large Caps entscheiden, rät der Experte.

Die Auswahl von Nebenwerten ist oft gar nicht so einfach. Während über die großen Dax-Konzerne fast täglich in den Medien berichtet wird, gibt es über die Werte aus der zweiten und dritten Reihe weniger Informationen –erst recht, wenn es um ausländische Aktien geht. Bert-Ardo Spelter von ICFB Investment Consulting Financial Brokerage empfiehlt Anlegern deshalb, auf aktiv gemanagte Nebenwerte-Fonds zu setzen.

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