Depot-Contest: So profitiert das Depot vom schwachen Euro

Depot-Contest
So profitiert das Depot vom schwachen Euro

Die Euro-Schwäche sorgt bei deutschen Anlegern für Verunsicherung. Müssen sie jetzt mit Verlusten rechnen? Vermögensverwalter geben Entwarnung und verraten, welche Werte nun ins Depot gehören.
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DüsseldorfDie überraschende Abkehr der Schweizer Notenbank von einem Euro-Mindestkurs hat die Aktienmärkte in Aufruhr versetzt und den Euro noch weiter nach unten gezogen. Am Donnerstag ging es für die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich runter auf 1,1567 Dollar. Zuletzt notierte der Euro bei etwa 1,1615 Dollar. Das mag bei manchen Anlegern für Unsicherheit sorgen, doch im aktuellen Marktumfeld dürften die Auswirkungen gering bleiben.

„Für den deutschen Anleger hat ein fallender Euro – besonders gegenüber dem Dollar – direkt kaum Auswirkungen“, sagt Frank Zaydowicz von PDB Anlage-Management. Grundsätzlich könnte ein schwacher Euro für steigende Energiepreise sorgen, weil diese in Dollar notiert sind. Da die Ölpreise jedoch noch deutlich stärker fallen als der Euro, wird dieser Effekt überkompensiert.

Zu den Gewinnern gehören Anleger, die US-Aktien in ihrem Depot haben. „Selbst wenn die Börse stagniert, verzeichnen die über den steigenden Dollar dennoch Kursgewinne“, erklärt Zaydowicz. Auch Besitzer von europäischen Aktien sollten profitieren können. „Vor allem wenn sie in Werten mit starker Dollar-Abhängigkeit investiert sind, speziell Werte mit hohem Exportanteil in Dollar, wie zum Beispiel Pharma-, Chemie-, Maschinenbaukonzerne und Fluggesellschaften“, sagt Thomas Retzlaff von Hallertauer Vermögensmanagement.

Eine Absicherung des Depots gegen den fallenden Euro halten die Finanzexperten nicht für nötig. Entweder profitieren die Anleger davon oder bemerken keine Effekte, da die meisten Depotwerte in Euro notieren dürften. Um durch die Abwertung Gewinne zu erzielen, können Investoren Anlagen in andere Währungen tätigen oder mit Short-Produkten auf einen fallenden Euro setzen.

„Berücksichtigen sollten Anleger allerdings, dass sich der Wert des Euro nicht gegenüber allen anderen Währungen gleich entwickelt“, gibt Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung zu bedenken. „So hat der Euro im vergangenen Jahr zwar gegenüber dem Dollar zweistellig an Wert verloren, gegenüber dem japanischen Yen, der schwedischen und norwegischen Kronen jedoch deutlich zugelegt.“ Ebenso gebe es keine Gewähr dafür, dass der Euro gegenüber vielen Fremdwährungen weiter abwertet, auch wenn insbesondere gegenüber dem Dollar einiges dafür spreche.

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