Depot Contest
„Wir stecken im besten Aktienjahrzehnt“

Nach der Liquiditätsoffensive der Europäischen Zentralbank sind sich Vermögensverwalter einig: Die Börsenrally geht weiter. Kein renditeorientierter Anleger komme derzeit an Aktien vorbei. Sparer müssen umdenken.
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DüsseldorfEin rekordniedriger Leitzins, ein negativer Einlagenzins, eine extra Finanzspritze in Höhe von 400 Milliarden Euro und ein geplanter Aufkauf von Kreditverbriefungen: Mit ihrem Maßnahmenpaket für mehr Liquidität gab die Europäische Zentralbank kurz vor Pfingsten ein deutliches Signal an die Märkte. Die reagierten prompt: Kurzfristig sprang der Dax über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten.

Auch die Teilnehmer des Depot-Contest der Münchner DAB-Bank sehen das Maßnahmenpaket von EZB-Chef Mario in erster Linie als Stimulus für die Aktienmärkte. „Die Rally dürfte weitergehen“, sagt etwa Philipp Brucker von der Sand & Schott Vermögensverwaltung. Solange Draghi die Niedrigzinspolitik fortführt, mangele es an Anlagealternativen.

„Dank der Politik des billigen Geldes, dem Zwang zu Wirtschaftswachstum und der Tatsache, dass eine ganze Anlegerschar unterinvestiert ist, stecken wir im besten Aktienjahrzehnt der kommenden Zeit“, sagt auch Gottfried Urban, Vorstand von Bayerische Vermögen. Zwar werde es Rückschläge geben, doch sei das große Bild seit Jahren gut und werde auch noch einige Zeit so bleiben.

Auch das Team der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung sieht Aktien aktuell als einzige Anlagemöglichkeit, um eine auskömmliche Rendite im Portfolio zu erzielen. Ein ausgewogenes Depot sollte um die vier Prozent rentieren. Da aber die defensive Basis mit Renten und rentenähnlichen Werten derzeit kaum Ertrag abwerfen, besteht kaum eine Alternative zu Aktien. Draghis Maßnahmen werten die Anlageexperten der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung als ein positives Zeichen für die Börsen.

Ähnlich urteilt auch Philipp Brucker von Sand & Schott. Auch er sieht Aktien aktuell als „attraktive Anlage“. Neben der Chance auf Kursgewinne könnten hier auch laufende Einnahmen aus Dividenden erzielt werden. Marktnahe Investments in Kombination mit einem aktiven Risikomanagement könnten sicherstellen, dass in Abschwungphasen der Verlust im Portfolio nicht zu hoch ausfällt.

Konservative Anlagen hält Brucker im gegebenen Umfeld dagegen für eine „echte Herausforderung“. Im ausgewogenen Portfolio versuchen Sand & Schott ihr Renditeziel von fünf bis sechs Prozent neben Aktien über europäische Hochzins- und Schwellenländeranleihen zu erreichen.

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  • Wie man derzeit sehen kann sind psychologisch wichtige Marken eine reine Erfindung. Der Blick liegt eindeutig auf den Einzelwerten. Da gibt es substanziell keine positive Entwicklung. Die Markt hatte bereits vor der neuen Schwemme genug Liquidität. Auch das kann man jetzt sehr gut erkennen. Mehr geht eben nicht.

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