Depot für Doppelverdiener
Wie Sie ihre Ersparnisse fürs Alter sichern

Die Kinder sind aus dem Haus und die Eltern möchten 100.000 Euro anlegen, um zur Altersrente ein Zusatzeinkommen zu haben. Doch wo investieren? Eine Anlage für Ältere, die nichts verlieren wollen.
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FrankfurtDer Auftrag an den Geldmanager ist klar: Das Vermögen soll auf mittlere Sicht von sieben bis zehn Jahren erhalten werden. Er soll also mindestens einen Inflationsausgleich erzielen, wenn möglich, nach Steuern – und ein Schnaps obendrauf wäre auch willkommen. Diese Latte hängt nicht arg hoch. Auf gewohnte Muster könnten Anleger dabei jetzt aber nicht mehr zurückgreifen, sagt Christian Kreuser, Leiter Vermögensverwaltung und Vorstand der Berliner Quirin Bank. Die Folgen der Schuldenkrise in Euro-Land würden noch über Jahre die Märkte beschäftigen. „An Gold als Anlageklasse etwa müssen sich die Anleger gewöhnen“, sagt er.

Das Hauptproblem vieler Anleger sieht auch er in dem schleichenden Vermögensverzehr durch den negativen Realzins (nominale Rendite minus Inflationsrate). „Die Staaten können sich ohne hohe Inflation entschulden. Sie zwingen Großanleger wie Versicherer und Banken mit gesetzlichen Regelungen, weiterhin in Staatsanleihen zu investieren. Das hält die Renditen niedrig“, erklärt Kreuser und nennt das Phänomen „finanzielle Repression“. Sie hat für die Staaten den Vorteil, dass ihnen das Volk nicht auf die Barrikaden steigt, weil die Inflation Renten und Löhne auffrisst, und auf ihre Schulden müssen sie, anders als bei Inflation, nicht höhere Zinsen zahlen.

Die Repression trifft aber Vermögende wie dass Ehepaar. Kreuser skizziert die Konsequenzen: „In dem Umfeld historisch niedriger Zinsen kann der Anleger keinen risikolosen Vermögensaufbau erreichen.“ Damit dämpft er auch zu optimistische Erwartungen an Vermögensverwalter wie Quirin. Im Jahr 2010 erzielte das Haus sechs Prozent plus für Kunden. In diesem Jahr liegt die Vermögensverwaltung mit einem Prozent im Minus – so mancher crashgebeutelte Anleger dürfte davon träumen.

Konservativer als Staatspapiere

Die Berater der Quirin Bank sind sogenannte Honorarberater, sie müssen Anleger nicht in unpassende Produkte locken, um Provision zu schinden. Stattdessen zahlen Anleger monatlich 75 Euro und bekommen dafür Beratung und Produktverkauf gratis. Kreuser hält sein Pulver zurzeit noch trocken, packt viel in Tagesgeld und Zinspapiere von Unternehmen. Die gelten inzwischen als konservativer als die meisten Staatspapiere, weil viele Unternehmen wenig Schulden haben und die weiter abbauen. Mager verzinste Bundesanleihen mit einem Inflationsschutz hält Kreuser allerdings trotzdem für angemessen, zumal sie täglich verkauft werden können. Der Markt ist sehr liquide – auch ein Vorteil in turbulenten Zeiten.

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Eine kleine Dosis Substanz

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