Depotabsicherung
Damit kein Kurssturz den Urlaub zerstört

Griechenland und die anderen Euro-Staaten haben sich endlich auf einen Rettungsplan geeinigt. Doch Anleger tun gut daran, skeptisch zu bleiben. Wer jetzt in den Urlaub fährt, sollte sein Depot schützen.
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FrankfurtEndlich eine Einigung! Die Euro-Staaten wollen Griechenland noch einmal finanziell unter die Arme greifen. Diese Meldung kommt pünktlich zum Ferienstart in einigen deutschen Bundesländern. Kehrt nun auch an den Börsen wieder Ruhe ein? Können Anleger jetzt sorglos in den Urlaub fahren?

Nach all dem Hin und Her ist eine gewisse Skepsis durchaus angebracht und nach Ansicht mancher Ökonomen ist auch ein Grexit noch nicht endgültig vom Tisch. Wer trotzdem entspannt am Strand liegen oder auf hohe Berge kraxeln möchte, sollte vorsorgen. „Aktuell sind Börsen extrem volatil und überwiegend politisch beeinflusst“, sagt Constanze Hintze, Geschäftsführerin des Finanzdienstleisters Svea Kuschel und Kolleginnen in München. „Niemand weiß, wie schnell das geplante Hilfspaket in die Tat umgesetzt wird und ob es doch noch Rückschläge gibt, deshalb sollten Anleger den Markt genau beobachten.“

Also: Was tun, wenn man jetzt Urlaub gebucht hat? „Die beste Absicherung ist es, das Depot gar nicht aus den Augen zu lassen – zumindest, wenn man eine kurzfristige Anlagestrategie verfolgt“, sagt die Finanzexpertin. „So kann man individuell bewerten, wodurch eine Schwankung zustande kommt.“ Und eine Internetverbindung für den schnellen Blick auf die Wertpapiere gebe es fast überall.

Wem das zu mühsam ist, der kann sich mit speziellen Orders gegen allzu große Verluste absichern. Am einfachsten geht das mit einer Stop-Loss-Order. Sobald der Kurs unter einen bestimmten Wert sinkt, werden die Wertpapiere zum bestmöglichen Preis verkauft.

„Viele Anleger glauben, das Papier werde tatsächlich genau bei jenem Kursstand verkauft“, sagt Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung bei der Börse Stuttgart. Gerade bei wenig liquiden Werten müsse man aber damit rechnen, beim Verkauf einen niedrigeren Kurs zu erhalten.

„Um das zu verhindern, sollten Limits nicht bei glatten Kursen gesetzt werden, sondern eher leicht darüber“, empfiehlt Dittrich. Bei glatten Marken sei es wahrscheinlicher, dass viele Anleger dort ihren Stop gesetzt haben. Wer keinesfalls zu einem schlechteren Preis verkaufen möchte, muss zusätzlich ein Limit angeben, etwa so: Verkaufen, sobald die Grenze von 10,24 Euro unterschritten wurde, aber nur bis zu einem Wert von 9,47 Euro. Bei einem starken Einbruch besteht dann aber das Risiko, dass die Order nicht ausgeführt wird.

In stark schwankenden Märkten helfen Trailing-Stop-Orders. Der Vorteil: Steigt der Kurs, erhöht sich automatisch auch die Stop-Grenze. Ein Beispiel: Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro wurde der Trailing-Stop-Loss auf 90 Euro festgesetzt – also ein Abstand von zehn Euro. Steigt der Kurs auf 105 Euro, klettert der Stop auf 95 Euro. Bei manchen Banken kann der Abstand auch prozentual angegeben werden.

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Put-Optionsscheine für Profis

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