Der Erfolg von Google lockt Nachahmer
Wiedergeburt des Börsengangs

32 Firmen wagten sich letzten Monat in den USA an die Börse. Das ist die höchste Zahl seit August 2000. Der Beginn eines Booms?

Die Meldungen erinnern an vergangene Zeiten, als in Deutschland ein Unternehmen nach dem anderen – manchmal mit nicht mehr als einer Idee im Gepäck – an die Börse ging: 32 Firmen starteten in den USA allein im Oktober Neu-Emissionen. Das ist die höchste Zahl seit August 2000, kurz vor dem Platzen der Börsenblase. Und es sieht alles danach aus, als würden im Kielwasser von Google, das binnen weniger Wochen seinen Aktienwert verdoppelte, weitere Erfolgsgeschichten geschrieben.

Die Papiere der Trickfilmschmiede Dreamworks Animation, gerade mit Kinostreifen wie „Shrek 2“ und „Große Haie, kleine Fische“ erfolgreich, legten am Donnerstag einen fulminanten Start hin: Plus 38 Prozent am ersten Handelstag, obwohl der Ausgabekurs der Aktie mit 28 Dollar viel teurer war, als die von Analysten erwarteten 23 bis 25 Dollar. Die Einkaufsplattform „shopping.com“ legte am ersten Handelstag sogar um über 60 Prozent zu.

Und auch kleinere Unternehmen scheinen wieder Chancen an der Börse zu haben. „Build-A-Bear Workshop“, eine Ladenkette mit 165 Geschäften rund um Stofftiere zum Selbermachen, legte auf den Ausgabepreis von 20 Dollar je Aktie rund fünf Dollar zu. „Es ist wie ein Mini-Boom bei Neu-Emissionen“, sagte Ben Holmes, Direktor bei Protege Funds, „es geht langsam aber sicher voran.“

Aber es ist Vorsicht geboten. Erst im August war ein „big day“ an der Wall Street geplatzt, weil von zehn Firmen, die für diesen Tag ihren Börsengang geplant hatten, drei absagten, drei verschoben und vier ihre Aktien zu Schleuderpreisen auf den Markt warfen. Im Monat zuvor wurden 15 Emissionen im Wert von fast drei Milliarden Dollar zurückgezogen.

Doch der Erfolg von Google, dessen Gründer den Gang an die Börse auch zunächst kurzfristig verschoben hatten, scheint den Anlegern Mut zu machen. Der IPO von Dreamworks spülte 800 Millionen Dollar in die Kasse und verhalf dem Unternehmen zu einem Börsenwert von 4,1 Milliarden Dollar. Grund für Anthony Sabino, Rechtsprofessor an der New Yorker St. Johns-Universität, an alte Fehler zu erinnern: „Es ist großartig, aber denkt eine Sekunde nach: Ist es nicht ein irrationaler Überschwang?“

Quelle: News Frankfurt

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