Derivate zur Minimierung von Risiken
Wirtschaft sucht Schutz vor schlechtem Wetter

Firmen nutzen zunehmend Derivate, um sich gegen die Folgen von Dürre oder Hochwasser abzusichern. Tendenz steigend. Auch die Weltbank hat jetzt den Handel mit Wetterderivaten entdeckt.

FRANKFURT. Durch die Nutzung von Wetterderivaten versucht die Wirtschaft immer stärker, gestiegene Wetterrisiken in den Griff zu bekommen. Nach Angaben der Dachorganisation Weather Risk Management Association (WRMA) mit Sitz in Washington stieg die Zahl der im Berichtszeitraum vom 1. April 2007 bis zum 31. März 2008 abgeschlossenen Transaktionen mit Wetterderivaten (Optionen, Futures, Forwards) um 34,9 Prozent auf 985 000 Kontrakte. Diese sind eine Absicherung gegen die Folgen etwa von Dürre oder Überschwemmungen.

Die WRMA-Experten berichten, dass sich das Geschäft zunehmend auf große Unternehmen und institutionelle Investoren fokussiert. Hieraus erklärt sich auch, dass sich der den Derivate-Kontrakten zugrunde liegende Nominalwert im gleichen Zeitraum um 68 Prozent von 19 Mrd. auf 32 Mrd. Dollar erhöht hat. "Wir beginnen jetzt damit, die Früchte einer zehnjährigen Aufbauarbeit zu ernten", sagt der neu gewählte WRMA-Präsident Martin Malinow. Er weist darauf hin, dass Wetterderivate in den vergangenen Monaten vor allem bei Nutzern in Asien auf starkes Interesse gestoßen sind.

Für einen weiteren Durchbruch der im Jahr 1997 kreierten Idee, Wetterrisiken durch an Börsen und auf elektronischen Plattformen gehandelte Derivate übertragbar und dadurch steuerbar zu machen, spricht auch das zunehmende Engagement der Weltbank. Diese hat in dieser Woche angekündigt, den Markt für Wetterderivate stärker nutzen zu wollen, um die finanziellen Auswirkungen beispielsweise von Dürrekatastrophen in den Entwicklungsländern besser handhaben zu können. So agiert die Weltbank in Malawi als Vermittler von Wetterderivaten, die zwischen dem afrikanischen Land und Banken oder Rückversicherungsunternehmen abgeschlossen werden. Eine neutrale Stelle überwacht den Wetterverlauf. Auf Basis dieser Wetterdaten wird dann entschieden, ob Malawi im Falle ausbleibender Regenfällen eine Zahlung erhält.

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