Deutsche Aktienkultur
Privatanleger entdecken Dax für sich

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Platzhirsch BlackRock, Außenseiter China

Die Eigentümerschaft des Dax ist vorwiegend international geprägt. Der Anteil heimischer Investoren wuchs zwar auf 17,1 Prozent, blieb aber hinter Investoren aus Nordamerika und dem Rest Europas an dritter Stelle. Allein ein knappes Drittel am Dax gehört Nordamerika, also vorwiegend den USA. Die Dominanz amerikanischen Kapitals ist keine Besonderheit des deutschen Kapitalmarkts. Sie ist auch in anderen europäischen Märkten zu beobachten, etwa in Österreich.

Platzhirsch unter den Dax-Investoren ist der Vermögensverwalter BlackRock aus den USA mit einem Anteil von 10,2 Prozent am institutionellen Streubesitz zum Jahresende 2016. Mit vier Prozent deutlich dahinter folgen die Fondsgesellschaft Vanguard Group und der norwegische Staatsfonds Norges Bank.

Die Bedeutung von Staatsfonds als Dax-Investoren wächst. Das ist auf steigende Aktivitäten aus dem Mittleren Osten zurückzuführen. So hat das Königreich Abu Dhabi seinen Dax-Anteil auf 1,9 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

In letzter Zeit wurde teils hitzig diskutiert über die Chinesen als vermeintliche Eroberer der deutschen Wirtschaft. Obwohl Investoren aus dem Reich der Mitte ohne Zweifel mit spektakulären Transaktionen hierzulande von sich reden machen, ist ihr Engagement im Dax allenfalls homöopathisch. So hat sich die chinesische Touristik- und LogistikgrMehr uppe HNA zwar zum größten Einzelaktionär der Deutschen Bank aufgeschwungen. Der Spartenkonzern mit Wurzeln auf der südchinesischen Tropeninsel Hainan bleibt jedoch ein krasser Außenseiter im Dax. Auf der Liste der größten Investorengruppen taucht der erste chinesische Spieler erst auf dem 13. Platz auf. Es handelt sich um den Staatsfonds China SAFE.

Bemerkenswert ist auch der Rückzug britischer Investoren aus dem Dax nach dem Volksentscheid zum Ausstieg aus der Europäischen Union. „Die Brexit-Entscheidung Ende Juni 2016 hat global zu deutlichen Mittelabflüssen britischer Investoren geführt, was auch im Dax tiefe Spuren hinterlässt“, sagt Ipreo-Experte Frederik Frank.

Wegen der wachsenden politischen Unsicherheit angesichts des Brexit haben institutionelle Investoren aus dem Vereinigten Königreich und Irland ihre Dax-Investments um 7,4 Prozent stark reduziert. Das von den Briten investierte Kapital sank von umgerechnet 126,7 auf 117,4 Milliarden Dollar.

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Mark Fehr
Mark Fehr
Wirtschaftswoche / Redakteur Geld & Börse

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