Deutscher Aktienindex
Warum dem Dax schneller die Puste ausgeht

Die Abwertung des chinesischen Yuan hat den Börsen europaweit deutlich zugesetzt. Doch kaum ein Index litt so stark darunter wie das wichtigste deutsche Börsenbarometer – der Dax. Und das hat folgende Gründe.
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DüsseldorfEin Beben hat Europas Börsen zugesetzt: Die chinesische Zentralbank hat am Dienstag überraschend die Landeswährung Yuan um knapp zwei Prozent abgewertet. Am Mittwoch setzte sie den Yuan-Kurs noch einmal um 1,6 Prozent tiefer fest, am Donnerstag um weitere 1,1 Prozent. Ziel der Eingriffe: Durch die schwächere Währung sollen die chinesischen Unternehmen wieder wettbewerbsfähiger werden und mehr Güter in die Welt exportieren.

Zwar gab die chinesische Zentralbank jetzt bekannt, dass die Anpassungen „im Wesentlichen beendet“ seien. Dennoch reagierten die Börsen weltweit am gestrigen Mittwoch allergisch auf die jüngsten Regulierungen. Sie reihen sich ein in Staatseingriffe am chinesischen Aktienmarkt im Juli dieses Jahres sowie im Bankensektor.

In Europa hat es den Dax so stark wie keinen anderen großen Index erwischt. Am Mittwoch verlor das Konjunkturbarometer bis zu 3,5 Prozent und notierte zwischenzeitlich auf dem Tiefstand von 10.892 Punkten und schloss bei 10.924 Punkten. Bereits am Vortag hatte der Index ähnlich stark verloren.

Doch warum leidet ausgerechnet der deutsche Leitindex so stark unter den Turbulenzen aus Fernost? Im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche verlor der Dax immerhin 5,7 Prozent. Der französische Leitindex Cac 40, der die wichtigsten an der Pariser Börse gehandelten Werte zusammenfasst, büßte im gleichen Zeitraum 5,0 Prozent ein.

Der Eurostoxx 50 mit den größten europäischen Konzernen gab 5,1 Prozent nach. Der britische FTSE 100 – umgangssprachlich auch „Footsie” genannt – rutschte nur um 3,0 Prozent nach unten. Auch die Tagesverluste hielten sich beim Footsie in Grenzen. Der britische Index gab am Mittwoch halb so viel nach wie der Dax.

Ein Grund für die schwache Dax-Performance ist in der Mathematik zu suchen. Die 30 Dax-Werte gehen zu unterschiedlichen Anteilen in den Index ein. Und mit 19,2 Prozent machen Automobilwerte einen Löwenanteil aus. Allein die Aktien von Daimler decken 9,3 Prozent des Index ab und sind – nach dem Chemiekonzern Bayer – zweitschwerster Dax-Wert.

BMW und Volkswagen sind jeweils mit einem Anteil von 3,5 und 3,7 Prozent vertreten. Und gerade Automobilwerte gerieten in den vergangenen Tagen massiv unter Verkaufsdruck: Die Abwertung des Yuan weckt die Sorge vor einer chinesischen Wachstumsschwäche und einem weiteren Abflauen des Auto-Booms in China. Anleger fürchten daher um Gewinne in der wichtigen Branche.

Kommentare zu " Deutscher Aktienindex: Warum dem Dax schneller die Puste ausgeht"

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  • Bei einem Daxstand von 11.000 von "es geht im die Puste aus" zu sprechen, ist schon recht lustig.

    Ich kann mich noch gut an die Stände von 3.500-5.000-7.000, erinnern.
    Immer gab es Kommentare , aber jetzt geht es runter.
    Hätten alle so gekauft wie ich, seit Jahren regelmäßig, natürlich nur die Branchenführer, auch international, könnten sie dieses "esgeht die Pust aus" sehr entspannt sehen.

    Wie gesagt, bei einem Stand von 11.000

  • Des Deutschen liebstes Kind.
    Der DAX ist einfach zu PS-lastig, die Zulassungszahlen in Südeuropa sprechen für sich und wenn China niest, bekommt der DAX eine Lungenentzündung, was auch daran liegen mag, dass die Inlandsnachfrage in »D« stark nachlässt. Klar, wenn die Lohnentwicklung um 10 Jahre hinterher hinkt. Jetzt muss es halt die Rüstungsindustrie ausgleichen und dabei darf man nicht zimperlich sein, Hauptsache Wachstum, wenn auch in die falsche Richtung.

  • Auffällig, war doch der Dax wieder vor Xetrastart auf Tageshoch. Da kann ja was nicht stimmen, gestern ebenfalls. Im normalen Aktienhandelsgeschäft läuft der Dax nicht so gut. Merkwürdig was da passiert. Gestern auch schon, das kann doch nicht normal sein.

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