Devisen und Aktien unter Druck

Investoren fliehen aus den Schwellenländern

Anleger ziehen massiv Geld aus den aufstrebenden asiatischen Staaten ab. Die Furcht vor dem Ende der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed löst eine wahre Kapitalflucht aus. Welche Länder besonders betroffen sind.
10 Kommentare

Mehr Klarheit bitte, Ben Bernanke

Düsseldorf / Neu Delhi / TokioDas Ende des billigen Zentralbankgeldes rückt langsam näher – und wirft große Schatten auf Asien. Fast schon panikartig ziehen Investoren derzeit dort ihr Geld ab. Auch wenn das jetzt veröffentlichte Sitzungsprotokoll der Fed mehr Rätsel aufgibt, als es Fragen über das Wann und Wie des Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes beantwortet, ist die Angst groß.

Denn die Aussicht auf eine Rücknahme der quantitativen Lockerung in den USA dämpft die Nachfrage nach Anlagen in Schwellenländern. „Das Auge des Sturms liegt direkt über den Märkten der Schwellenländer, zwei Jahre nach Europa und vier Jahre nach den USA“, sagt Stephen Jen, Mitbegründer des Hedgefonds SLJ Macro Partners in London und ehemals leitender Devisenstratege bei Morgan Stanley. „Für Asien könnte es ernst werden.“

Investoren fürchten, dass die US-Notenbank Fed schon im September das Tempo ihrer Staatsanleihenkäufe drosseln könnte und damit weniger als bisher die Konjunktur stützt. Das aus den Schwellenländern abgezogene Geld setzt die dortigen Währungen massiv unter Druck.

Indien und Indonesien leiden schon jetzt unter dem erwarteten Schwenk in der Geldpolitik. Malaysia, Thailand und die Philippinen gelten als gefährdet. „Der Rückenwind, den Asien in den vergangenen fünf bis zehn Jahren verspürt hat, verliert an Kraft und wird in manchen Fällen sogar zum Gegenwind“, sagt Andrew Swan vom weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Denn nun rächt sich, dass Länder wie Indien oder China die Jahre mit hohen Wachstumsraten nicht für dringend nötige Strukturreformen genutzt haben.

„Einige asiatische Staaten, insbesondere Indien, haben ihre eigenen beträchtlichen Herausforderungen im Inland“, sagt Jim O'Neill, der ehemalige Ökonom von Goldman Sachs, der2011 die Abkürzung Bric prägte, um Brasilien, Russland, Indien und China zu beschreiben. „Aber China schwächt sich in erster Linie nur ab, um das Wachstumsmodell zu verbessern, und ein Jahreswachstum von sieben bis zu 7,5 Prozent liefert noch immer ein nominales Bruttoinlandsprodukt von einer Billion Dollar“, fügt er an. „Und in Japan, der Nummer zwei unter den asiatischen Volkswirtschaften, sieht die Lage besser als seit langem aus.“

Indische Rupie steht stark unter Druck
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10 Kommentare zu "Devisen und Aktien unter Druck: Investoren fliehen aus den Schwellenländern"

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  • Was sind denn das für "Investoren", die aus den Schwellenländern ihr Kapital abziehen, nur weil die FED ihre lockere Geldpolitik (vielleicht) beenden will. Hier ist offensichtlich wieder mal nur gezockt worden. Nachhaltigkeit (und für nichts anderes stehen "Investitionen" in meinem Wortschatz) sieht anders aus. Fazit: Kapitalverkehrskontrollen dürfen kein Tabu mehr sein. es kann nicht sein, dass "Investoren" durch pures Hin- und Herswitchen großer Mengen Geldes ganze Volkswirtschaften an einem Tag mal eben zu "Tigerstaaten" machen und am anderen Tag zu ausgeweideten Kadavern. Wo bleibt der Mensch in diesem "Spiel" um Geld und noch mehr Geld, egal wie, wo und auf welche Weise.

  • DAS GELD KOMMT WIEDER.
    Wer wächst denn zukünftig ?. Griechenland oder Wal-Mart USA ?

  • Vor drei Jahren brauchte es 59 Rupien, um einen Euro zu kaufen .... heute sind es 86 .

    Sehen so bei Ihnen "Höhenflüge" aus ?

  • (...) Zuerst wurden die Edelmetalle mittels Papiergeldwetten in die Zange genommen, jetzt sollen es die asiatischen Währungen sein. das Gegenteil ist der Fall. Die indische Rupie verzeichnet einen nie dagewesenen Höhenflug seit gut 3 Jahren. Wer im Stande ist einen Kurvenverlauf zu verstehen, der möge sich ein Bild des Wechselkurses zum Euro machen. Mit der Rupie geht es stetig bergauf.

    Und zu gutem Schluss: WELCHE Investoren wollen denn noch Geld von irgendwo abziehen? Etwa die Pleitefonds der längst leer geplünderten Pensionseinlagen westlicher Arbeitnehmer und Beamter? (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • guido knopp brachte da eine sendung
    die heißt "die grössten lügen der geschichte" oder so
    dises europa (EU) ist die grösste aller lügen
    miserabel vorbereitet, von oben diktiert und
    wird deshalb genau so lange halten
    wie berliner mauer und tausendjährige reiche

  • --@ das-geld-ist-nicht-weg

    man kann es Volkswirtschaft nennen, oder wie auch immer, aber also Langfrist-Aktionär hätte ich wirklich ein mieses Gefühl in meine finanzielle Zukunft.

    Heute scheint zwar wieder die Sonne am Aktienhimmel, trotzdem die generellen Inizes gehen gen Süden und trotz Hebel 1:10 bin ich mittelfristig orientiert. Ich traue dem "Frieden" nicht und vermute schon, dass man nach der Bundestagswahl die Katze aus dem Sack läßt.

    Wahrscheinlich werden wir dann die Rechnung für die €-Rettung klar auf den Tisch geballert bekommen und eine gewisse Ernüchterung der Lemminge wäre denkbar.

  • Hallo
    "meine versicherung"
    wolltest du nicht verstärkt in schwellenländern unsere Beiträge/ rücklagen anlegen?
    ich habs gleich gesagt
    lasst es
    doch erzählt mir nicht
    dass ihr nicht wissen konntet
    dass es dort nicht lohnt

    Also was machen wir?
    vermittlungsaufwendungen verwaltungskosten vorstandsgehälter kürzen
    schmarozer im system ausfindig machen!
    schon erreichen wir auch in deutschland 5-6 % garantie zins

    ob ihr zu der selbstbeschneidung fähig seit wird sich zeigen

    wenn es uns gelingt,
    azyklysch auf den geldtornado staub(geld)sauger FED zu reagieren,
    sind wir fein raus
    wer allerdings auf die FED als objekt mit anziehungskraft setzt
    wird zwar beschleunigt,
    verschwindet dann aber im schwarzen loch

    @ aktionar

    ist der begriff Volkswirtschaft überhaupt noch gerechtfertigt?

  • Eben, das habe ich auch nicht verstanden im Artikel. Japan ist angeblich das hoechstverschuldete Land der Welt und hier geht es besser? Unverstaendlich.

  • "„Und in Japan, der Nummer zweiunter den asiatischen Volkswirtschaften, sieht die Lage besser als seit langem aus.“
    Klar, je hoeher der Schuldenberg je besser die Lage.

  • Irgendwie bekomme ich langsam den Eindruck, dass es weltweit echt kriselt. Überall greifen die Notenbanken z.T. massiv in die abläufe der Volkswirtschaften ein und meinen, sie können ALLE normalen Regulatoren außer Kraft setzen.


    Trotzdem, in langsamen Schritten geht es gerade in Richtung Süden. Meine shorts zeigen endlich mal grüne Vorzeichen.


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