Diamond Producers Association
Wie Diamantfirmen die Generation Y verführen wollen

Der Glanz ist weg: Weil sich die Millenials nicht für Glitzersteine interessieren, geht das Wachstum der Diamanthändler zurück. Das wollen sie nun gemeinsam ändern. Das Problem: die Konkurrenz durch Apple und Co.
  • 0

Mit dem Werbeslogan „A Diamond is Forever“ hat der Konzern De Beers erstmals vor 70 Jahren für Schmuckdiamanten als begehrenswertes Luxusgut geworben. Die Textzeile – zu deutsch „Ein Diamant ist für immer“ – ist sogar in die Populärkultur eingegangen und wurde vom US-Branchendienst Advertising Age zum besten Werbeslogan des 20. Jahrhunderts gekürt.

Ein wenig Zugkraft scheint dem Marketingspruch in den letzten Jahrzehnten allerdings verloren gegangen zu sein. Seit der südafrikanische Konzern vor gut zehn Jahren das Monopol im Diamantenhandel verloren hat, läuft der Absatz nicht mehr wie gewohnt rund. Junge Verbraucher der „Generation Y“ und geboren etwa ab 1980 sind nicht mehr ohne weiteres bereit, mehrere Monatsgehälter für Diamantschmuck auszugeben. Das gilt insbesondere für die USA.

Diamanten müssen sich behaupten gegen ein wesentlich breiteres Angebot an Luxuswaren – von Handtaschen der Marke Michael Kors, über iPad-Computer von Apple bis hin zu altem Bordeaux. Wichtige Diamantenförderer wie De Beers, Rio Tinto Group und die russische OAO Alrosa wollen jetzt gegensteuern und haben im letzten Monat die Marketingplattform Diamond Producers Association gegründet. Sie soll den Edelsteinen wieder den alten Nimbus des ultimativen Luxusprodukts und des romantischen Liebesbeweises anheften. Es geht schließlich um die Zukunft einer 80-Milliarden-Dollar-Branche.

„Die Millennials interessieren sich für die Liebe genauso wie die Generation zuvor. Wir müssen sicherstellen, dass Diamanten weiterhin als Ausdruck davon verstanden werden“, sagt De-Beers-Marketingchef Stephen Lussier. „Wir wollen vermeiden, dass wir in fünf Jahren zurückblickend sagen müssen, dass wir ein Problem haben“, führte er aus.

Im Vergleich zu anderen Märkten der Luxusgüterindustrie ist das Problem bereits evident. Der Absatz von Verbraucherelektronik der Luxusklasse ist zwischen 2004 und 2013 um nahezu 14 Prozent jährlich gewachsen, und hochwertige Weine und Champagner kamen auf elf Prozent. Die Nachfrage für Luxusjuwelen wuchs hingegen lediglich um 1,9 Prozent und ist damit im gleichen Zeitraum auch unter hochpreisiger Kosmetik, Tabakprodukten und Armbanduhren geblieben.

Mit einem Budget von 18 Millionen Dollar über drei Jahre sollen nun jüngere Generationen für die Welt der Diamanten gewonnen werden. Die Plattform sei offen für weitere Teilnehmer, womit das Budget weiter wachsen würde, sagt Lussier. Wenn die Strukturen der Vereinigung stehen, werde eine global agierende Werbeagentur gesucht. Der Spruch mit dem immerwährenden Diamanten soll übrigens bleiben.

Seite 1:

Wie Diamantfirmen die Generation Y verführen wollen

Seite 2:

Automatisch interessiert? Nicht die Millenials

Kommentare zu " Diamond Producers Association: Wie Diamantfirmen die Generation Y verführen wollen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%