Die Abgeltungssteuer kommt
Die neuen Spielregeln im Detail

Abschlag auf alles: Kursgewinne, Zinsen und Dividenden werden zum festen Satz besteuert, egal, wie hoch der persönliche Steuersatz liegt.

Der Fiskus kassiert 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, mit Kirchensteuer sind es schon 28 Prozent. Wer aufgrund seines sonstigen Einkommens mit seinem persönlichen Steuersatz darunter liegt, holt sich das zu viel Gezahlte über die Einkommensteuererklärung zurück.

Bestandsschutz

Anleger, die Aktien und Fonds vor dem 1. Januar 2009 ordern, können sie auch in weiter Zukunft noch verkaufen, ohne den Fiskus an den Kursgewinnen zu beteiligen. Das rechnet sich gewaltig: Investiert ein Anleger jetzt 10 000 Euro in einen Aktienfonds, der in den nächsten fünf Jahren im Schnitt acht Prozent Rendite einbringt, wächst sein Vermögen auf 14 693 Euro. Beim Verkauf bliebe der Gewinn von 4 693 Euro steuerfrei. Legt er die 10 000 Euro nach dem Stichtag an, überweist das Geldinstitut automatisch 1 173 Euro vom Gewinn ans Finanzamt, für Kirchensteuerzahler sind es 1 313 Euro.

Pauschal- statt Freibetrag

Den bisherigen Sparerfreibetrag ersetzt künftig der jährliche Sparerpauschbetrag von 801 Euro. Gewinne unter dieser Grenze verschont die Abgeltungsteuer. Aber Vorsicht: Darunter fallen nicht nur Zins- und Dividendeneinnahmen, sondern auch realisierte Kursgewinne. Depot- und Verwaltungsgebühren können Anleger nicht absetzen.

Sparpläne

Wer monatlich in Fonds investiert, bekommt den Bestandsschutz nur für die vor 2009 eingezahlten Beträge. Bei Gewinnen aus später eingezahlten Monatsraten schlägt die Abgeltungsteuer zu. Das beeinträchtigt Sparpläne, die vor allem für die Altersvorsorge beliebt sind. Ausgerechnet Aktien, die mit ihren Renditechancen das meiste zum Aufbau einer Privatrente leisten können, werden durch das Abschaffen der steuerfreien Kursgewinne unattraktiver.

Fonds mit einbehaltenen Gewinnen

Nach dem derzeitigen Gesetzentwurf sind Fonds benachteiligt, die ihre Erträge automatisch wiederanlegen (thesaurieren) und nicht an den Anleger ausschütten. Der Gesetzgeber betrachtet das Ganze als ein neues Investment und hält die Hand auf sowohl bei den wieder angelegten Beträgen als auch beim Verkaufsgewinn des Fonds – eine renditezehrende Doppelbesteuerung.

Fondshülle

Alle Käufe und Verkäufe innerhalb eines Fonds bleiben von der Steuer verschont. Wer privat Aktien kauft und verkauft oder das einen Vermögensverwalter erledigen lässt, muss dagegen seine Gewinne mit dem Fiskus teilen, sobald sein Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist. Experten rechnen damit, dass viele Fonds neu auf den Markt kommen, die verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Renten oder Immobilien mischen. Sie nehmen dem Anleger die Suche nach attraktiven Märkten ab und streuen das Risiko – so wie es Misch- und Dachfonds schon heute tun.

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