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Die Anleger suchen nach Alternativen

Die Emerging Markets, die Börsen der sich noch entwickelnden Volkswirtschaften, konnten im ersten Halbjahr 2003 erneut die „Großen“ knapp schlagen. Im Jahr 2002 hatten sie sogar weit besser abgeschnitten als die etablierten Börsen.

DÜSSELDORF. Der Grund: Anleger suchen an den lange als hochspekulativ verpönten Märkten nach Alternativen. Und „die Schere wird sich wieder öffnen“, ist Thomas Gerhardt von DWS Investment zuversichtlich.

Internationale Investoren setzen nicht nur auf Aktien, sondern – je nach Land – verstärkt auf die Anleihen der Emerging Markets. Nach Beobachtung von JP Morgan zeichne sich dabei ab, dass in den Märkten weniger spekulative Anleger mit geliehenem Geld aktiv seien als langfristige Investoren. Die Anlegerbasis sei breiter geworden, was wiederum die Kursschwankungen verringere.

Die im Vergleich zum Vorjahr etwas verhaltenere Kursentwicklung seit Jahresbeginn führt Fondsmanager Gerhardt vor allem auf die Lungenkrankheit SARS zurück, die in Asien „für einen Dämpfer gesorgt hat“. Im MSCI Emerging-Markets-Index schlägt die Region mit rund 50 % zu Buche. Nun zeichne sich in Asien wieder eine „signifikante Erholung“ ab. Getrieben werde die Region von der „Lokomotive China“, die für hohe Nachfrage sorge. Weitere Impulse dürften von dem erwarteten US-Wirtschaftsaufschwung und der kontinuierlich steigenden lokalen Nachfrage in den Ländern ausgehen.

„Auf dem richtigen Kurs“ befinde sich auch Brasilien. Neben Argentinien und Venezuela hat die brasilianische Börse im ersten Halbjahr mit am besten abgeschnitten. Fondsmanager Gerhardt erinnert allerdings daran, dass zuvor ein richtiger Ausverkauf stattgefunden habe. Ursache dafür waren die Unsicherheiten auf Grund des Regierungswechsels. „Die politische Risikoprämie hat sich dramatisch verringert“, sagt er.

Politische Stabilität, verbunden mit „positiven Zeichen auf der Unternehmensebene“, sprächen auch in Russland für eine weiter positive Entwicklung. Verhaltener sieht der Experte die EU-Beitrittsländer Mittelosteuropas, denn dort „wurde schon viel vorweggenommen“.

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