Die besten Profis wählen Pharma- und Versicherungsaktien
Schnäppchensucher liegen vorne

Die erfolgreichsten Vermögensverwalter haben zuletzt mit einer konsequenten Suche nach unterbewerteten Aktien den Markt geschlagen. Das wurde in einer Diskussionsrunde während der Anlegermesse IAM in Düsseldorf deutlich.

DÜSSELDORF. Dabei haben sie ihre Erfolge während der jüngsten Kursschwankungen durch eine breite Streuung über die Aktienmärkte weltweit oder auch durch den gezielten Kauf von Übernahmekandidaten abgefangen. Am Anleihemarkt kauften die Profis ausschließlich kurzfristige Papiere, weil sie glauben, dass die Zinsen weiter steigen.

Die vom Handelsblatt geladenen Vermögensverwalter hatten nach Daten der WSH Deutsche Vermögenscontrolling Spitzenplätze in der Entwicklung der ihnen anvertrauten Depots erreicht und seit Jahresanfang Renditen bis zu elf Prozent erzielt. Im Umfeld stark schwankender Aktienmärkte hatten sie als Schnäppchenjäger die besten Karten. Im Schnitt schafften die getesteten Verwalter nicht einmal ein Prozent Rendite.

Auch wenn die geladenen Profis ihre Schnäppchen auf sehr unterschiedlichen Wegen finden, stießen sie bei der Suche auf ähnliche Branchen und Größenklassen. So seien Rohstoffwerte wie etwa die größte Minengesellschaft BHP Billiton wieder attraktiv. „Die Kurse der Titel waren im Frühjahr eklatant überbewertet. Jetzt haben wir eine Korrektur. Vielleicht ist sie noch nicht ganz vorbei, aber ich denke, die Titel sind jetzt wieder kaufenswert“, sagte der unabhängige Verwalter Frank Lingohr, der das Vermögen seiner Kunden seit Jahresbeginn um knapp zehn Prozent vermehrt hat. Allerdings sollten Anleger noch nicht zu viel riskieren, meinte Michael Schneider von HSBC Trinkaus, der es mit Aktien und Anleihen auf rund sechs Prozent geschafft hat: „Ich würde allenfalls fünf Prozent des Portfolios in Rohstofftitel stecken, vielleicht mit einem Prozent anfangen und dann aufstocken.“

Auch unter Pharmatiteln und Versicherern fanden die Portfoliomanager gehäuft unterbewertete Titel. So nannte Schneider die Münchener Rück, und die Allianz als attraktive Kandidaten. Lingohr ergänzte die Liste mit Hannover Rück und dem weltgrößten Versicherer AIG. Tim Schmiel von VM Vermögensmanagement nannte Gerling. Unter den Pharmatiteln hat er Schering gekauft. Schmiel hat mit einer Rendite von elf Prozent dieses Mal den Spitzenplatz erreicht.

Die Profis setzen wieder auf Titel mit hoher Marktkapitalisierung. „Zuletzt sind die großen Werte in den 90er Jahren gut gelaufen. Dann schnitten als Gegenbewegung die kleinen Titel besser ab. Die waren zuletzt zu teuer, jetzt sind die großen Werte wieder dran“, sagte Lingohr. Lingohr sortiert aus mehreren tausend Aktien weltweit per Computer die günstigsten aus. Schneider vertraut dem eigenen HSBC-Analystenteam.

Schmiel vom VM Vermögensmanagement findet dennoch Kaufgelegenheiten in der zweiten Reihe. Er konzentriert sich überwiegend auf den deutschen Markt und sucht dort Kandidaten, die ein Großaktionär ganz übernehmen will. Denn die Abfindungen für die letzten Papiere werden gegen Ende des Verfahrens immer höher. „Das ist ein sicherer Weg, um unabhängig von der Marktentwicklung Rendite zu erwirtschaften“, sagt Schmiel. Gekauft hat er vor diesem Hintergrund AMB Generali und die zur RAG gehörende Degussa.

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