Die Bewertung ist immer nur relativ zu sehen
Stockpicking bringt die Guten ins Töpfchen

Stockpicking – das Herauspicken der Rosinen unter den börsennotierten Aktien – klingt vielversprechend, ist aber noch kein Qualitätsmerkmal. „Denn streng genommen, fällt jedes aktive Anlageverhalten – im Gegensatz zum passiven Nachbilden eines Aktienindexes im eigenen Portfolio – unter diesen Begriff“, sagt Susan Levermann, Senior Fund Managerin bei DWS Investments.

Wenn ein Anleger sich aber für eine einzelne Aktien entscheide, sei das nicht gleich Stockpicking. Davon könne man erst ab 20 Titeln sprechen, meint Levermann. Und auch dann, trifft man bei der Auswahl nicht unbedingt die Rosinen. Grundsätzlich gilt: Keine Aktie ist per se gut oder schlecht. Allgemein gültige Kriterien zur Identifikation einer „Aktienperle“ gibt es eigentlich gar nicht. Beispielsweise bietet die DWS unter dem Stichwort Stockpicking gleich mehrere Fonds an, die aber nach ganz unterschiedlichen Kriterien selektieren. Mal wird nach Titeln mit überdurchschnittlicher Dividendenrendite (DWS Top Dividende) gesucht. Mal ist das entscheidende Kriterium die Marktkapitalisierung und es wird die Gruppe der Nebenwerte (DWS Provesta) als Selektionskriterium bestimmt.

Stockpicking – da sind sich die Profis einig – ist immer relativ, also im Vergleich zur Entwicklung anderer Aktien, zu sehen. Und das bedeutet nicht nur, dass man den Erfolg einer Aktie in Relation zu vergleichbaren Papieren (zum Beispiel aus dem gleichen Index oder der gleichen Branche ) beurteilt und versucht die besten heraus zu picken. „Das heißt auch, dass man beim Stockpicking aufpassen sollte, ob die Aktie ins eigene Depot passt“, sagt Lars Jansen, Wertpapierspezialist bei der Commerzbank in Hamburg. Diesen Aspekt vernachlässigten Privatanleger oftmals. „Viele konzentrierten sich beim Kauf ausschließlich auf die Vorzüge der Aktie, über die sie sich in der Regel sehr gut informiert haben. In den Hintergrund tritt dabei schnell die Abstimmung mit dem eigenen Portfolio“, sagt Jansen.

Wie aber sollten Anleger beim Stockpicking vorgehen und was können sie von den Profis lernen? Wolfgang Mayr, unabhängiger Asset Manager und Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung in München, verrät sein Rezept. Mayrs weltweit ausgerichteter Aktienfonds, der WM-Aktien-Global-UI-Fonds, belegte mit einem Wertzuwachs von 60 % in einem Vergleich von 341 Fonds im Januar dieses Jahres Platz zwei der besten international investierten Aktienfonds. „Stockpicking ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem am Anfang ganz viele potenziell interessante Aktien stehen und am Ende nur wenige davon übrig bleiben“, sagt Mayr.

Seite 1:

Stockpicking bringt die Guten ins Töpfchen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%