Trends
Die Branchengrößen geben den Kurs vor

Technologieaktien haben ein Problem: Gute Nachrichten über ein Unternehmen gehen zumeist unter, wenn es der Branche oder den bedeutenderen Konkurrenten schlecht geht. Dann leidet der gesamte Sektor darunter, ohne dass es Ausnahmen gibt.

Gerade wenn die großen Namen der Branche Einbrüche verzeichnen, helfen dem kleineren Wettbewerber auch noch so gute Nachrichten nicht. Auch seine Aktie verliert dann.

Jüngstes Beispiel waren die Zahlen von Intel, Cisco, National Semiconductor oder des Computer-Herstellers Hewlett-Packard. Sie rissen Technologieaktien weltweit nach unten. Umgekehrt gibt es ein ähnliches Phänomen, wenn eine Branchengröße positiv überrascht. Dann sei meist alles gefragt, was irgendwie nach Technologie klingt, heißt es salopp unter Börsianern.

Einen Grund für dieses Phänomen gibt es nicht. Ein Erklärungsansatz liegt darin, dass Tech-Werte als extrem zyklisch und damit spekulativ gelten. Viele Research-Abteilungen und Forschungsinstitute beschäftigen sich speziell mit den Zukunftsaussichten ganzer Branchen. Paradebeispiel ist die Halbleiter-Branche, deren Chancen in regelmäßigen Abständen neu ausgelotet werden. Werden dort wie zuletzt eingetrübte Wachstumsaussichten vorhergesagt, dann können sich auch Werte wie Infineon oder Süss Microtec diesem negativen Einfluss nicht entziehe – auch wenn die Unternehmen selbst davon noch nichts zu spüren bekamen.

Erst am Mittwoch haben die Analysten von Morgan Stanley ihr Urteil über die europäischen Halbleiter- Werte von „attraktiv“ auf „durchschnittlich“ gesenkt. Auch wenn bei Infineon die Empfehlung „übergewichten“ bestätigt und von einem positiven Ausnahmefall gesprochen wurde, gehörte die Aktie an diesem Tag zu den Kursverlierern.

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