Die derzeitigen Chancen
Steueroptimierte Fonds sind beliebt

Für wen sie sich derzeit rechnen.

Knapp drei Prozent Rendite reichen – zumindest den Tausenden Anlegern, die dem Geldmarktfonds UniOpti4 binnen der vergangenen neun Monate 8,2 Milliarden Euro anvertraut haben. Der Bestseller der Union Investment ist damit der größte deutsche Wertpapierfonds für Privatanleger. Kein Wunder bei den Werbeargumenten: Kaum Risiko und nahezu steuerfrei.

Hinter sogenannten steueroptimierten Fonds stecken Geldmarkt- oder Rentenfonds, die in Anleihen mit einer kurzen Restlaufzeit und niedriger Verzinsung investieren. Der Kniff: Die nach einem Jahr Haltefrist steuerfreien Kurszuwächse der Papiere sollen die eigentliche Rendite einfahren. Viel ist so nicht zu holen. Beispiel UniOpti4: Einem Käufer, der seine Zinserträge mit einem persönlichen Steuersatz um die 30 Prozent versteuert, reichen schon etwa 3,5 Prozent voll steuerpflichtige Zinsen bei einem normalen Finanzprodukt, um auf die Nachsteuerrendite des UniOpti4 zu kommen. 3,5 Prozent waren eine Zeitlang unerreichbar, sind inzwischen aber dank der gestiegenen Zinsen bei Tagesgeldkonten drin.

Der UniOpti4 ist deshalb nur ein Tagesgeldersatz. Einen Ausgabeaufschlag gibt es nicht, Anleger können täglich verkaufen. Bei steigenden Zinsen haben Geldmarktfonds immerhin einen Vorteil. Ihre Rendite steigt im Takt mit den Zinsen. Fonds, die auf Anleihen mit kurzer Restlaufzeit setzen, können nach jeder Zinserhöhung rasch umschichten. Einstige Zinsspitzenreiter bei Tagesgeldkonten wie die ING-Diba lassen sich damit wochenlang Zeit. Doch selbst mit diesem Plus gibt es unter den Rentenfonds Ausreißer nach unten: Der einst als Steuersparfonds beliebte MAT Medio Rent liegt mit nur 1,55 Prozent Plus seit zwölf Monaten abgeschlagen auf Rang 99 von 126 Fonds der Kategorie.

Unter den weltweit in Euro-Anleihen anlegenden Fonds ist der Adireth der Cominvest mit einer Einjahresperformance von 3,9 Prozent erfolgreicher. Seine Wertentwicklung ist ebenfalls zu etwa 90 Prozent steuerfrei. Dumm nur, dass beim Kauf drei Prozent Ausgabeaufschlag zu zahlen sind. Interessant sind solche Fonds nur für einen Anleger mit hohen Zinserträgen (über dem Freibetrag) und einem Steuersatz ab 40 Prozent. Er müsste vor Steuern mindestens 4,5 Prozent Rendite schaffen, damit er nach Steuern den UniOpti4 schlägt – auch wenn der derzeit netto nur etwa 2,8 Prozent abwirft.

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