Die entscheidenen Kennzahlen für Anleger Blick hinter das Blendwerk

Die Unternehmen im Dax melden deutlich steigende Gewinne. Doch nicht immer verraten die Zahlen, wer wirklich und regulär Geld verdient. Eine Analyse zeigt die wahren Champions für Aktionäre.
  • Christof Schürmann
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Dax-Werte: Anleger fahren gut, wenn sie neben der Gewinnentwicklung auch beobachten, wie sich der Cash-Flow entwickelt.

Dax-Werte: Anleger fahren gut, wenn sie neben der Gewinnentwicklung auch beobachten, wie sich der Cash-Flow entwickelt.

Die Tui ist einmalig. Als Reisekonzern bietet sie Abenteuer in fremden Ländern ("ganz neue Erfahrungen"), als börsennotiertes Unternehmen bietet sie Abenteuer mit heimischen Zahlen. Und immer wieder passiert den Reisemanagern das Einmalige. Das war 2006 so, wie Konzernchef Michael Frenzel jüngst bei der Vorlage der Bilanz feststellte: "Einmaleffekte" hätten zum Jahresverlust von knapp 900 Millionen Euro beigetragen. Das war auch schon 2005 so: "Unser Touristikergebnis ist belastet durch negative Sonderentwicklungen in Frankreich, die sich so nicht wiederholen werden", verkündete Frenzel vor Jahresfrist. Da bieten sich den Analysten bereits Wetten an, welche unvorhersehbaren und sicher einmaligen Ereignisse Frenzel in die 2007er-Parade fahren werden. Einmal ist keinmal. Oder doch?

Die Unternehmen machen es Anlegern auf der Suche nach guten Aktien nicht leicht. Ein Blick auf die Gewinne und Gewinnprognosen reicht heute nicht mehr - zu oft verzerren die angeblich einmaligen, in Wahrheit aber seriellen Sondereffekte die Zahlen. Und zu selten spiegeln die Gewinne die wahre Ertragskraft wider. Das liegt schon daran, dass sich zum Leidwesen der Investoren dauernd die Bilanzvorschriften ändern und viele Unternehmen mit Kennzahlen hantieren, die entweder mit den Vorjahreszahlen oder mit denen anderer Unternehmen nicht vergleichbar sind.

Wie also reagieren? Wie soll der Anleger mit dem Wirrwarr umgehen? Immer mehr Experten raten, statt des Gewinns andere Kennzahlen bei der Aktienauswahl zu berücksichtigen (siehe "Die entscheidenden Kennzahlen" hier im Special). Eigentlich sollte es ganz einfach sein. Seit 2005 gelten in vielen Ländern die sogenannten International Financial Reporting Standards (IFRS). Doch "hat sich die erhoffte Vergleichbarkeit wegen vieler Übergangsregelungen und häufiger Änderungen noch nicht eingestellt", sagt Bernhard Pellens, Professor für Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr Bochum. -Universität

Das hehre Ziel: Grundsätzlich sollten Aktionäre die Jahresabschlussberichte der Unternehmen problemlos und ohne vorherige Seminararbeit lesen können. Die Buchungen, auf denen am Jahresende die Bilanz aufbaut, sollen "alle Geschäftsfälle wahrheitsgetreu und vollständig wiedergeben. Sie müssen übersichtlich und verständlich sein". So steht es in den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, die für alle deutschen Unternehmen gelten. So weit die Theorie.

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