Die Gewinnchancen und Verluste sind unbegrenzt
Futures sind ein heißes Eisen für Anleger

„Beim Trading mit Futures verlieren Anleger oft ihren gesamten Einsatz.“ Claus David Grube von der Grube Trainings GmbH kennt die Risiken dieser Termingeschäfte. Doch der prominente Verhaltenstrainer für Anleger mit dem Spezialgebiet Derivate weiß auch, dass mit Futures ebenso hohe Gewinne zu erwirtschaften sind – schließlich ist er selbst seit 20 Jahren Händler.

FRANKFURT/M. Aber Terminkontrakte eignen sich auch zur Absicherung des Depots. Gerade in der Baisse haben Anleger diesen Defensivcharakter genutzt und die Umsätze der am Terminmarkt gehandelten standardisierten Futures in die Höhe getrieben.

Ein Future ist ein Vertrag, der beide Parteien dazu verpflichtet, eine bestimmte Menge eines Produkts, zum Beispiel Anleihen oder Rohstoffe, zu einem festgelegten Preis an einem bestimmten Datum zu liefern beziehungsweise zu übernehmen. Oft wird die Lieferung der Ware generell durch einen Barausgleich ersetzt, beispielsweise beim Dax-Future. Anleger hierzulande können Futures an der Terminbörse Eurex kaufen und verkaufen. Allerdings können sie in der Regel nicht direkt an der Börse handeln, sondern müssen ihren Auftrag über Finanzinstitute wie etwa über einen Discount-Broker platzieren.

Ein wichtiger Unterschied zu Optionsscheinen und Optionen besteht darin, dass der Käufer von Futures kein Wahlrecht, sondern eine Abnahmepflicht hat („unbedingtes Termingeschäft“, siehe Grafik). Und bei den Futures handelt es sich meist um große Kontraktwerte, wohingegen Optionsscheine für einige Euro zu haben sind

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Während Anleger beim Erwerb von Optionsscheinen anfangs die Kaufprämie zahlen müssen, wird beim Kauf eines Futures eine Sicherheitsleistung (Margin) fällig. Der Anleger gibt seinen Kaufauftrag an die Bank ab, diese bucht die Kontrakte in sein Depot ein und die Sicherheitsleistung von seinem Konto ab. Das Institut hinterlegt daraufhin die von der Eurex geforderte anfängliche Kaution (initial margin) bei der Börse. Nach Angaben der Börse liegt dieser Betrag, den die Terminbörse Eurex je Kontrakt fordert, für Dax-Futures bei 9 000 Euro und für Bund-Futures bei 1 600 Euro; die Summen sind in Wertpapieren oder Bargeld zu hinterlegen. Bei den Margins, die die Banken von ihren Kunden erheben, schlagen sie bis zu 200 Prozent auf die Eurex-Kapitalpolster auf, um sich noch stärker abzusichern. Dafür akzeptieren sie neben Festverzinslichen oft Aktien als Deckung.

Angenommen, der Kunde kauft einen Dax-Future, spekuliert also auf steigende Kurse. Am Tag danach wird zum ersten Mal der fortan tägliche Gewinn- und Verlustausgleich vorgenommen. Ist der Dax an diesem Tag etwa von 3 750 auf 3 850 Punkte gestiegen, wird dem Konto des Kunden der Differenzbetrag mal 25 pro Kontrakt in Euro gutgeschrieben, in diesem Fall also 2 500 Euro. Sinkt der Dax, wird das Kundenkonto

entsprechend belastet (variation margin). So geht es bis zur Fälligkeit des Futures jeden Tag weiter. Wie man mit Futures Gewinne erwirtschaften kann

Der Marktteilnehmer muss stets dafür sorgen, dass auf seinem Konto mindestens der anfänglich eingezahlte Betrag vorhanden ist. Bei Unterdeckung ruft ihn die Bank an (margin call). Der Kunde muss dann bis zum nächsten Börsentag den Differenzbetrag ausgleichen. Kann der Investor sein Konto nicht auffüllen, hat die Bank das Recht, die Position am nächsten Tag glattzustellen, das heißt der Kontrakt wird verkauft und der Kunde muss sich mit dem begnügen, was von der Transaktion übrig geblieben ist.

Wie man mit Futures Gewinne erwirtschaften kann, rechnet Uwe Velten von der Deutschen Börse AG vor: Ein Anleger, der mit steigenden Aktienkursen rechnet, kauft etwa einen Futures-Kontrakt auf den Euro Stoxx 50 zum Indexstand von 2 566 Punkten. Einen Tag später schließt der Anleger seine Position wieder und verkauft den Future bei einem Indexstand von 2 581 Punkten. Der Kontraktgegenwert liegt bei zehn Euro je Punkt Euro. Insgesamt hat der Anleger bei diesem Geschäft also 300 Euro verdient: Er hat rechnerisch 51 320 Euro (zwei Tage mal zehn Euro mal 2 566) aufgewendet und beim Verkauf des Futures wieder 51 620 Euro (zwei mal zehn mal 2 581) erlöst. Beim Barausgleich fließt allerdings nur der Differenzbetrag von 300 Euro.

Anleger sollten sich keinesfalls ohne Vorbereitung in den Futureshandel stürzen, mahnt Verhaltenstrainer Grube. „Es ist wichtig, vorher den maximal erträglichen Verlust festzulegen – und dann auszusteigen“, sagt der Derivate-Experte. Er rät, als Obergrenze zehn Prozent Verlust des eingesetzten Kapitals zu riskieren. Generell hält er es für aussichtslos, in diesem Markt unter 100 000 Euro Einsatz zu starten, ideal sind seiner Meinung nach 50 Millionen bis 100 Millionen Euro, wie sie Fonds zur Verfügung haben. Um Risiken zu senken, sollten Anleger eventuell in Futures-Fonds oder auch in mehreren Märkten parallel engagiert sein. Und oft böten US-Agrarmärkte wie Soja oder Mais gute Gewinnchancen; zu Unrecht würden diese Anlagemöglichkeiten oft vernachlässigt, meint Grube.

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