Die interessantesten Firmen im Kurzporträt
Die ersten IPO-Kandidaten kommen

X-Fab und Siltronic sind vergessen: Die Anleger blicken auf Wincor Nixdorf, Mifa und viele weitere Börsengänge 2004.

FRANKFURT/M. Der Countdown läuft: Geht es nach Marktgerüchten, dann sind es bestenfalls noch knapp drei Wochen, bis mit Wincor Nixdorf und der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) die ersten Börsengänge (IPO) in Deutschland nach über zwei Jahren Pause starten. „Zeichnen oder nicht zeichnen“ lautet dann die Frage, die sich der Kleinanleger stets aufs Neue stellen muss. Schließlich erwarten die Experten in den Investmentabteilungen der Banken im Anschluss für dieses Jahr weitere zehn bis 30 Börsengänge. Die wichtigste und interessantesten Kandidaten sollen hier vorgestellt werden.

Wincor Nixdorf: Noch ist unklar, ob das Paderborner Unternehmen, dessen Geldausgabeautomaten bei Banken und Sparkassen im Vorraum stehen, oder der Fahrrad-Hersteller Mifa aus dem ostdeutschen Sangershausen der ersten Kandidat ist. Bereits in der kommenden Woche könnte bei beiden Werten die Zeichnungsfrist beginnen. Für Kleinanleger ist Wincor Nixdorf deswegen interessant, weil das Unternehmen eine lange Tradition hat, Gewinne schreibt und als solide gilt (siehe Tabelle). Börsenerfahrung ist bereits vorhanden: Das Vorgängerunternehmen von Wincor, die Nixdorf Computer AG, ging bereits vor 20 Jahren an die Börse und wurde später von Siemens übernommen. Bei Wincor Nixdorf handelt es sich um die Nummer drei unter den weltweit tätigen Herstellern von Kassensystemen und Geldautomaten hinter den US-Konzernen NCR und IBM. Vieles lässt bereits heute darauf schließen, dass Wincor Nixdorf nach einem erfolgreichen Börsengang schon bald ein Kandidat für den TecDax sein könnte.

Mifa: Das Unternehmen ist vor allem national aufgestellt und verkauft an Aldi, Metro und Neckermann. Dabei gelten die Ostdeutschen als erstaunlich wachstumsstark. Für die Aktie spricht auch, dass die beiden Firmenchefs Peter Wicht und Michael Lehmann bei Börsianern bereits einen ausgezeichneten Ruf genießen. Im Juni 2000 brachten sie den thüringischen Computerhersteller Hyrican an die Börse, dessen Kurs sich seither fast verdoppelt hat. Eines sollten Anleger jedoch beachten: Während Wincor Nixdorf ein Listing im Prime Standard anstrebt, will Mifa lediglich in den weniger reglementierten General Standard. Auch das Emissionsvolumens liegt nur bei geringen 14 Mill. Euro. Ungewöhnlich auch: Die Aktien sollen im Festpreisverfahren angeboten werden.

Autoteile Unger (ATU): Offiziell heißt es bei den Verantwortlichen von Deutschlands größter Werkstatt-Kette nur, dass der Börsengang bis zum dritten Quartal stattfinden soll. Marktgerüchten zufolge könnte das IPO jedoch schon Anfang Juni über die Bühne gehen. – vorausgesetzt, die Investoren greifen zu. Damit das der Fall ist, muss aber im Vorfeld eine wichtige Frage geklärt werden: Fließt ein wesentlicher Teil des Emissionserlöses dem Unternehmen zu oder dient er vor allem dazu, dass der bisherige Hauptanteilseigner, die Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson Kasse macht? Ansonsten gilt die Weidener Werkstattkette als ertragsstark mit guten Wachstumschancen für die Zukunft.

Postbank: Der Börsengang des Jahres! Hier könnten sich Privatinvestoren an Zeiten von Telekom- und Post-Emission erinnert fühlen. Der von prominenten Zugpferden wie Franz Beckenbauer angeführte Börsengang soll am 21. Juni – rechtzeitig zum Sommeranfang – über die Bühne gehen. Für Kleinanleger heißt das: Sie werden wie damals besonders umworben. Umgekehrt dürfen auch sie sich auf eine spannende Aktie freuen. Von vielen Seiten werden derzeit Geschäftsmodell, Ausrichtung und Rendite gelobt. Für Spannung wird bei Investoren deshalb die Frage sorgen, ob die Aktie zu einem attraktiven Preis an den Markt kommt, so dass die Emission auch von der breiten Masse angenommen wird. Wenn nach dem Börsengang alles nach Plan läuft, könnte die Postbank-Aktie bereits ab dem 20. September im Dax gelistet sein.

Tenovis: Marktgerüchten zufolge könnte der Börsengang des Telekom-Dienstleisters zum Herbstanfang anstehen. Ähnlich wie bei ATU ist auch bei Tenovis zu beachten, dass mit Kolberg Kravis Roberts ein Finanzinvestor aussteigen will. Auf die richtige Relation zwischen Kapitalerhöhung und „Kassen machen“ kommt es deshalb an.

Sick: Der Sensorik-Hersteller aus dem Schwarzwald könnte zum Jahresende noch ein besonders interessantes Investment darstellen. Schließlich hat das Unternehmen alles, was Anleger bisher stets von Börsenkandidaten gefordert haben: ein erfahrenes Management, hohes Wachstumspotenzial, eine hervorragende Marktposition, eine solide Bilanz und eine lange Firmengeschichte.

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