Die neuen Mitglieder operieren unterschiedlich
Die Währungspolitik der EU-Beitrittsländer

Angleichen an den Euro, floaten lassen - die Beitrittsländer verfahren bei ihrer Währungspolitik unterschiedlich.

HB DÜSSELDORF. Estland trat im Juni 2004 mit der estnischen Krone dem Wechselkursmechanismus (WKM) II bei, einer mindestens zweijährigen Vorstufe zur Euro-Währungsunion. Seinen Festkurs zum Euro hat das Land aber beibehalten. Mit einem Euro-Beitritt wird Anfang 2007 gerechnet. Zur Erfüllung der Beitrittskriterien muss lediglich noch die Inflation in dem Land etwas gesenkt werden.

Lettland hat die Landeswährung Lats im Januar mit einer minimalen Schwankungsbreite von plus/minus ein Prozent an den Euro gekoppelt. Ein Beitritt zum WKM II ist bald geplant. Die Regierung strebt an, der Währungsunion Anfang 2008 beizutreten. Das Land ist der Erfüllung aller Beitrittskriterien sehr nahe.

Litauen ist mit dem Litas seit Juni 2004 Mitglied im WKM II. Anfang 2007 dürfte das Land zur Währungsunion stoßen. Es erfüllt bereits alle Beitrittskriterien in Bezug auf Staatsverschuldung, Defizit und Inflation.

Malta hat seine Lira mit einer engen Schwankungsbreite an einen Währungskorb aus Euro, Dollar und Pfund gekoppelt. Der Währungsunion will Malta 2007 oder 2008 beitreten. Vor allem das zu hohe Staatsdefizit und der hohe Schuldenstand sind Beitrittshürden.

Polen lässt den Zloty frei schwanken. Regierungsziel für die Euro-Übernahme ist 2009, die meisten Experten rechnen einer Reuters-Umfrage zufolge jedoch erst 2010 damit. Staatsdefizit und Inflation übersteigen derzeit die in den Beitrittskriterien genannten Grenzen noch deutlich.

Die Slowakei hält an einem flexiblen Wechselkurs der Krone fest, kontrolliert diesen aber durch Notenbankinterventionen (kontrolliertes Floating). Dem Land werden gute Chancen zugeschrieben, etwa 2009 der Eurozone beitreten zu können. Dazu müssen Staatsdefizit und Inflation gesenkt werden.

Slowenien ist mit dem Tolar im Juni 2004 dem WKM II beigetreten. Ein Beitritt zum Euro ist Anfang 2007 wahrscheinlich. Die wesentlichen Beitrittskriterien werden bereits erfüllt oder fast erfüllt.

Tschechien lässt die Krone frei schwanken. Mit einem Euro-Beitritt wird nicht vor dem Jahr 2010 gerechnet. Größte Hürde für den Beitritt ist das Staatsdefizit, das deutlich über der Maastricht-Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt.

Ungarn hat den Forint mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 15 Prozent an den Euro gekoppelt. Der Währungsunion will die Regierung 2010 beitreten. Um die Beitrittskriterien zu erfüllen, müssen das Staatsdefizit und die Inflationsrate deutlich gesenkt werden.

Zypern hat seine Währung Pfund mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 15 Prozent an den Euro gekoppelt. Offizielles Regierungsziel für den Euro-Beitritt ist 2007, eine der Regierungsparteien tritt jedoch für einen späteren Beitrittstermin ein. Staatsdefizit und Staatsverschuldung müssen vor einem Beitritt gesenkt werden.

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