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Die neunte Woche

Montag, 16. Juli. Thielert erholen sich. Ich bin sicher, dass sie noch einmal fallen, habe aber nur noch bis Mittwoch Zeit. Deshalb lieber 2 500 Euro Gewinn mitnehmen. Am Nachmittag bereite ich eine Meldung vor: "WestLB-Affäre: Staatsanwaltschaft durchsucht Wertpapierhandelsbank Lang & Schwarz". Die Information ist wasserdicht. Anruf bei Consors. Ja, sie könnten Leihe organisieren. Um 16.48 Uhr bläst Lang & Schwarz, alarmiert durch unsere Recherchen, selbst eine Meldung zu den Durchsuchungen heraus. Virtuell verkaufe ich ab 16.50 Uhr 2 000 Aktien. Klassische Shorties hätten es andersrum gemacht: Erst das Aktiengeschäft, dann die Meldung.

Dienstag, 17. Juli. Dow Jones erstmals über 14 000 Punkten. Die Börse kauft die Nachricht, dass die Ermittlungen wegen Untreue sich nur gegen einen Mitarbeiter von Lang & Schwarz richten. Der Kurs stabilisiert sich, der Short Seller leidet.

Mittwoch, 18. Juli. Der letzte Tag. Ich stelle glatt. Lang & Schwarz und Beate Uhse haben sich kaum noch bewegt. CortalConsors schickt die Abrechnung: Das Konto steht bei 52 380,16 Euro. 1 436 Euro Gebühren habe ich bezahlt. "Sie haben nach Gebühren knapp fünf Prozent Performance mit Leerverkäufen erzielt, obwohl der Dax in der gleichen Zeit rund sieben Prozent gestiegen ist. Gar kein so schlechtes Ergebnis...", schreiben die Consors-Leute.

Börsenerfolg aber sieht anders aus. Trotzdem: Die Stunde der Shorties wird wiederkommen. Irgendwann. Ganz sicher. Und dann bin ich vorbereitet.

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