Die Papiere von Münchener Tierpark und Berliner Zoo werden an der Börse gehandelt und bringen verbilligten Eintritt
Tierliebhaber halten sich Zoo-Aktien

Viele deutsche Zoos sind gemeinnützige Aktiengesellschaften. Die Aktien gelten als sicher, schließlich werden Fehlbeträge durch städtische Gelder ausgeglichen. Für Tierliebhaber also eine gute Gelegenheit, mit dem Kauf von Aktien ihre Verbundenheit zum Zoo und den Tieren zum Ausdruck zu bringen.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. Gebannt lauschen die Aktionäre dem Bericht des Vorstandes. Vor allem bei den Bestandsveränderungen hören sie aufmerksam hin. Jürgen Lange, Vorstandschef der Zoologischer Garten Berlin AG, berichtet vom Tod der Giraffe „Sabi“, kurz nach der Geburt ihres Jungtiers „Kibaya“; von der Geburt eines Flusspferd-Kalbs und von jungen Rindern. Inhaber von Zoo-Aktien kümmern sich kaum um Kursverläufe oder Kurs- Gewinn-Verhältnisse. „Für die Aktionäre zählt vor allem die Verbundenheit zum Zoo und den Tieren“, sagt Hans-Peter Czupalla, der im Vorstand des Berliner Zoos fürs Kaufmännische zuständig ist.

Dabei hat die Aktie des Berliner Zoos einen spannenden Kursverlauf hinter sich. Zu Zeiten des Börsenbooms Anfang 2000 kostete der Titel bis zu 9 500 Euro, inzwischen sind es nur noch 1 820 Euro. Das zweite Zoo-Papier mit geringerem Nennwert ist nicht viel billiger. Bei den seltenen Verkäufen sprangen die Aktienkurse in den vergangenen Monaten bis auf 2 000 Euro.

Auch andere deutsche Zoos sind gemeinnützige Aktiengesellschaften, beispielsweise der Zoo Köln. Hier sind die Aktien aber nur außerbörslich zum Festpreis von 750 Euro zu haben, sagt Prokurist Christopher Landsberg.

Die Papiere der Münchener Tierpark Hellabrunn AG werden dagegen an der Börse gehandelt und hatten zu Zeiten der Spekulationsblase einen ähnlichen Kursverlauf wie die Berliner Aktie. Ihren Höchstkurs erreichten die Papiere im Jahr 2000 bei 2 450 Euro. Heute liegen die Kurse auf einem ganz anderen Niveau. Im bisherigen Jahresverlauf pendelte der Preis für Hellabrunn- Aktien zwischen 61 und 45 Euro. Seit Juli steht der Wert auf 50 Euro – zwischen 1. Juli und 30. August wurde keine einzige Aktie gehandelt.

„Auf Grund der geringen Umsätze können schon kleine Aufträge zu größeren Kursschwankungen führen“, sagt Christian Hanss, Anlageexperte der Stadtsparkasse München. Weil nur sieben Prozent der Tierpark-Aktien im Streubesitz sind, ist es aber unmöglich, mit großen Summen in den Wert einzusteigen. „Die Aktie ist eher als Liebhaberstück zu sehen und eignet sich nicht als Basisanlage für ein gut strukturiertes Depot“, urteilt Hanss.

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