„Die Schuldenlawine“
Der Weg aus der Krise wird schmerzhaft

Was macht die Krise aus unserem Geld? Die Vermögensverwalter Bert Flossbach und Philipp Vorndran geben Antworten. Im Buch „Die Schuldenlawine“ entwerfen sie ein Szenario von der Welt im Jahr 2015. Es wird ungemütlich.
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Die Politik stellt weitere Milliarden für die Euro-Rettung bereit. Eilig muss ein Fiskalpakt her. Banken droht die Pleite. Und in Spanien gehen Menschen auf die Straße, um gegen Sparmaßnahmen zu demonstrieren. Die Zeitungen sind voll mit derartigen Meldungen. Immer ist dann von „Krise“ die Rede. Aber wie und warum sie zusammenhängen, und was sie für jeden einzelnen von uns bedeuten, das erklärt kaum einer; nicht die Politiker, die es oft selbst nicht besser wissen, nicht die Banker, deren Geschäftsmodell darin besteht, dass niemand ihre komplexen Geschäfte versteht, auch nicht die Ökonomen, die sich lieber untereinander streiten.

Es wird höchste Zeit, dass jemand für Aufklärung sorgt - haben sich zwei Männer gedacht, die sich bestens mit Geld auskennen. Sie sagen: „Für viele Menschen wird die Schuldenkrise zum bedrohlichsten finanziellen Ereignis ihres Lebens werden.“

In ihrem neuen Buch „Die Schuldenlawine. Eine Gefahr für unsere Demokratie, unseren Wohlstand und Ihr Vermögen“ warnen Bert Flossbach und Philipp Vorndran vor den Folgen der Schuldenkrise. „Unsere Sorge gilt längst nicht mehr einem Kollaps an den Finanzmärkten. Darauf können wir uns vorbereiten“, schreiben sie.

So bedrohlich das klingt, es geht den beiden Autoren nicht darum, Panik zu verbreiten. Dafür steht  für sie selbst zu viel auf dem Spiel. Die beiden zählen aktuell zu den erfolgreichsten Geldmanagern in Deutschland. Sie sind die Vordenker der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, die rund sieben Milliarden Euro im Auftrag ihrer Kunden anlegt.

In ihrem nun erschienenen Buch erklären sie, was auf die Bürger in den nächsten Jahren zukommt. Die Kernthese: Es ist zu spät, um aus den Schulden „herauszuwachsen“. Nur durch höhere Inflation kommen die Euro-Staaten von ihren hohen Schuldenquoten runter. Die Politik wird sich das Geld, das sie jetzt ausgibt, von den Sparern und den Steuerzahlern holen.

Um klarzumachen, was auf dem Spiel steht, entwerfen die Autoren ein Bild von der nicht allzu fernen Zukunft. Die Welt im Jahr 2015. Den Euro gibt es immer noch - die Krise auch. Griechenland und Portugal sind aus der Euro-Zone ausgetreten. Die Verschuldung der restlichen Euro-Staaten ist auf 13,5 Billionen Euro angewachsen. Der deutsche Bundeskanzler heißt Peer Steinbrück. Damit der Staat seine Schulden bezahlen kann, bittet er die Bürger zur Kasse. Ein lediger Durchschnittsverdiener kommt fast schon auf den Spitzensteuersatz von 50 Prozent plus zwei Prozent als Soli für den Euro.

Noch härter trifft die Bürger die Geldentwertung.

Kommentare zu " „Die Schuldenlawine“: Der Weg aus der Krise wird schmerzhaft"

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  • Was allerdings der dümmste Weg ist. Der Raub Inflation ist schlimmer, als höhere, gerecht verteilte Versteuerung verschiedener Güter, weil mit der Inflation auch der Arbeitslose, der brav gespart hat, sein Auskommen verliert, was einer art Krieg gleichkommen muss. Nimmt man dagegen zum Beispiel einem, der fünf Milliarden hat, vier davon weg, passiert niemandem was. Nicht mal 'n Aufstand wär des wert. Laut einer amerikanischen Studie kann niemand, der mehr als zwölf Millionen Dollar auf der Seite hat, dieses Geld sinnvoll verbrauchen. Gehe ich davon aus, dass solche Leute ein Haus um acht Millionen benötigen, sage ich: Gut, gestehtn wir den Reichen höchstens noch 50 Millionen zu und ich wäre noch immer um einiges großzügiger, als es diese Studie der amerikanischen Ökonomen ist.

  • Wenn man nichts tut, passiert auch nichts.

    Treffen WIR uns auf öffentlichen Plätzen, kommen auch mehr dazu …

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2011/11/schauble-die-krise-ist-notwendig-fur.html

    Es ist alles so komisch ruhig im Land, vielleicht sind die alle schon im Ausland, wenn sie SCHLAU sind.

    Ist aber keine Lösung!

    WIR sollten zusammen halten,
    dann ändern WIR auch was.

  • "Vor seiner Selbständigkeit war Flossbach sieben Jahre als Vermögensverwalter für die US-Investmentbank Goldman Sachs tätig."

    kein Wunder, dass er rechtzeitig mit einer Griechenlandpleite gerechnet hat. GS hat das schließlich genau zu dieser Zeit eingefädelt.

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