„Die Schuldenlawine“ Der Weg aus der Krise wird schmerzhaft

Was macht die Krise aus unserem Geld? Die Vermögensverwalter Bert Flossbach und Philipp Vorndran geben Antworten. Im Buch „Die Schuldenlawine“ entwerfen sie ein Szenario von der Welt im Jahr 2015. Es wird ungemütlich.
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Buchcover: "Die Schuldenlawine" von Bert Flossbach und Philipp Vorndran, Finanzbuch Verlag 2012. Quelle: Pressebild

Buchcover: "Die Schuldenlawine" von Bert Flossbach und Philipp Vorndran, Finanzbuch Verlag 2012.

(Foto: Pressebild)

Die Politik stellt weitere Milliarden für die Euro-Rettung bereit. Eilig muss ein Fiskalpakt her. Banken droht die Pleite. Und in Spanien gehen Menschen auf die Straße, um gegen Sparmaßnahmen zu demonstrieren. Die Zeitungen sind voll mit derartigen Meldungen. Immer ist dann von „Krise“ die Rede. Aber wie und warum sie zusammenhängen, und was sie für jeden einzelnen von uns bedeuten, das erklärt kaum einer; nicht die Politiker, die es oft selbst nicht besser wissen, nicht die Banker, deren Geschäftsmodell darin besteht, dass niemand ihre komplexen Geschäfte versteht, auch nicht die Ökonomen, die sich lieber untereinander streiten.

Es wird höchste Zeit, dass jemand für Aufklärung sorgt - haben sich zwei Männer gedacht, die sich bestens mit Geld auskennen. Sie sagen: „Für viele Menschen wird die Schuldenkrise zum bedrohlichsten finanziellen Ereignis ihres Lebens werden.“

In ihrem neuen Buch „Die Schuldenlawine. Eine Gefahr für unsere Demokratie, unseren Wohlstand und Ihr Vermögen“ warnen Bert Flossbach und Philipp Vorndran vor den Folgen der Schuldenkrise. „Unsere Sorge gilt längst nicht mehr einem Kollaps an den Finanzmärkten. Darauf können wir uns vorbereiten“, schreiben sie.

„Griechenland zahlt jeden Cent zurück“
Head of the Eurozone's bailout fund Klaus Regling in China
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„[...] gerade für Griechenland ist die Lage mit den Beschlüssen des Euro-Gipfels jetzt deutlich besser. [...] Bislang ist noch kein einziger Steuer-Euro verloren gegangen.“

Klaus Regling, Chef des Rettungsfonds ESM, 28.7.2011

Bundestag
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„Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart.“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, 24.7.2010

EZB belaesst Leitzins bei 1,25 Prozent
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„Die Vorstellung, dass wir in Europa ein Liquiditätsproblem haben, ist komplett falsch.“

Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet, 27.8.2011

-
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„Wir werden jeden Cent zurückzahlen. Deutschland bekommt sein Geld zurück - und zwar mit hohen Zinsen.“

Griechenlands Ex-Regierungschef Giorgios Papandreou, 23.3.2011

Bundeskanzlerin Merkel in Indonesien
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„Wir können Zinsen nicht sozusagen künstlich herunterrechnen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2.3.2011

Schwer ersetzbar: Der Vorsitzende der Eurogruppe
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„Ich bin fest davon überzeugt, dass Griechenland diese Hilfe nie wird in Anspruch nehmen müssen, weil das griechische Konsolidierungsprogramm in höchstem Maße glaubwürdig ist.“

„Wenn es ernst wird, muss man lügen“

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, 25.3.2010 und 20.4.2011

Spain Financial Crisis
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„Spanien wird sein Defizit-Ziel von 4,4 Prozent erreichen.“

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy, 24.1.2012

So bedrohlich das klingt, es geht den beiden Autoren nicht darum, Panik zu verbreiten. Dafür steht  für sie selbst zu viel auf dem Spiel. Die beiden zählen aktuell zu den erfolgreichsten Geldmanagern in Deutschland. Sie sind die Vordenker der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, die rund sieben Milliarden Euro im Auftrag ihrer Kunden anlegt.

In ihrem nun erschienenen Buch erklären sie, was auf die Bürger in den nächsten Jahren zukommt. Die Kernthese: Es ist zu spät, um aus den Schulden „herauszuwachsen“. Nur durch höhere Inflation kommen die Euro-Staaten von ihren hohen Schuldenquoten runter. Die Politik wird sich das Geld, das sie jetzt ausgibt, von den Sparern und den Steuerzahlern holen.

Um klarzumachen, was auf dem Spiel steht, entwerfen die Autoren ein Bild von der nicht allzu fernen Zukunft. Die Welt im Jahr 2015. Den Euro gibt es immer noch - die Krise auch. Griechenland und Portugal sind aus der Euro-Zone ausgetreten. Die Verschuldung der restlichen Euro-Staaten ist auf 13,5 Billionen Euro angewachsen. Der deutsche Bundeskanzler heißt Peer Steinbrück. Damit der Staat seine Schulden bezahlen kann, bittet er die Bürger zur Kasse. Ein lediger Durchschnittsverdiener kommt fast schon auf den Spitzensteuersatz von 50 Prozent plus zwei Prozent als Soli für den Euro.

Noch härter trifft die Bürger die Geldentwertung.

„Der Lebensstandard wird sinken“
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31 Kommentare zu "„Die Schuldenlawine“: Der Weg aus der Krise wird schmerzhaft"

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  • Was allerdings der dümmste Weg ist. Der Raub Inflation ist schlimmer, als höhere, gerecht verteilte Versteuerung verschiedener Güter, weil mit der Inflation auch der Arbeitslose, der brav gespart hat, sein Auskommen verliert, was einer art Krieg gleichkommen muss. Nimmt man dagegen zum Beispiel einem, der fünf Milliarden hat, vier davon weg, passiert niemandem was. Nicht mal 'n Aufstand wär des wert. Laut einer amerikanischen Studie kann niemand, der mehr als zwölf Millionen Dollar auf der Seite hat, dieses Geld sinnvoll verbrauchen. Gehe ich davon aus, dass solche Leute ein Haus um acht Millionen benötigen, sage ich: Gut, gestehtn wir den Reichen höchstens noch 50 Millionen zu und ich wäre noch immer um einiges großzügiger, als es diese Studie der amerikanischen Ökonomen ist.

  • Wenn man nichts tut, passiert auch nichts.

    Treffen WIR uns auf öffentlichen Plätzen, kommen auch mehr dazu …

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2011/11/schauble-die-krise-ist-notwendig-fur.html

    Es ist alles so komisch ruhig im Land, vielleicht sind die alle schon im Ausland, wenn sie SCHLAU sind.

    Ist aber keine Lösung!

    WIR sollten zusammen halten,
    dann ändern WIR auch was.

  • "Vor seiner Selbständigkeit war Flossbach sieben Jahre als Vermögensverwalter für die US-Investmentbank Goldman Sachs tätig."

    kein Wunder, dass er rechtzeitig mit einer Griechenlandpleite gerechnet hat. GS hat das schließlich genau zu dieser Zeit eingefädelt.

  • Sorry, offenbar haben die Herren Flossbach und Vorndran den Kern der Krise auch nicht ganz verstanden, deshalb sind auch ihre Schlussfolgerungen nur zum Teil richtig.
    Die Schuldenlawine ist zwar richtig und auch der Ketchupvergleich dürfte zutreffen, aber die Schulden sind "nur" ein ernsthaftes Krankheitssymptom. Kern der Ursachen werden jeoch im Buch "Der Markt ist tot, es lebe der Markt" beschrieben. Darin wird beschrieben, dass es um manipulativ erwirkte Fehlleitung der Handelsströme geht, die zu unsäglichen Verwerfungen geführt haben, die dann aber zugedeckt wurden mit erzwungener Hilfe der Steuerzahler. Weil weitere Belastungen dieser über den Fiskus an Grenzen kamen, landete der Schwarzpeter bei den immer staatsnäheren Banken und letztlich bei den Staaten.

  • Es ist ein Buch. Von "Experten". Und wieder sind es "Experten", die noch vor 6 Jahren feststellten, dass die Krise gar niemals kommen kann. Wenn nicht diese Experten - dann ihre Kollegen. Ein paar Bürotüren weiter. Die Frage muss lauten - qui bono? Und dann erübrigt es sich, 16 oder 19 Euro für geheftetes Papier auszugeben. (übrigens gibt es im monatlichen ADAC Journal auch häufig Werbung für solche Bücher. Weltuntergang jetzt. Rettung mit dem eigenen Garten etc pp. Rentner sind dankbare Käufer.)

  • Gut, wenn Sie noch nicht informiert waren, LEUCHTET da natürlich etwas BRILLIANT. Schönen "Tach".

  • Was ich interessant finde: In der öffentlichen Diskussion tut sich was. Die Beiträge hier im HB mit der Kernaussage "Schluss mit weiteren Rettungsschirmen" mehren sich. Einer der Buchautoren darf auf n-tv über das Szenario eines Deutschen Ausstiegs aus dem Euro nachdenken.

    Die öffentliche Diskussion geht in die richtige Richtung.

  • Sehe ich ähnlich. Ich reime mir mal folgendes zusammen:

    * eigentlich glaubwürdige Rettungsaktionen VERPUFFEN in der öffentlichen Meinung, weil umgehend die US-Ratingagenturen weiter runterstufen und amerikanische Krisenökonomen die Schritte für 'leider nicht ausreichend' deklarieren
    * diese öffentliche Meinung kommt mir im ganezn sehr GESTEUERT vor. Leicht anzunehmen da dominierende Nachrichtenagenturen wie Reuters DEMSELBEN Eigentümerkreis unterliegen wie die Privatbank US-FED
    * diese Eigner der US-FED freuen sich immer ganz feste, wenn sie wieder neue US-Staatsanleihen aufkaufen können - ERSCHAFFEN SIE DOCH MITTELS DRUCK VON NEUEN DOLLAR DAS GELD UND SOMIT IHREN ERTRAG AUS DEM NICHTS
    * Deutschland hat derzeit noch die 'weiße Ritter-Funktion' - nach einer Vergemeinschaftung ist dieser Status passe
    * denn umgehend wird 'von den Märkten' festgestellt werden, dass die Gemeinschaft überfordert ist und leider der Euro UND der Dollar gar nicht mehr gscheid zu retten sind
    * der NEUE 'WEISSE RITTER' könnte dann vielleicht eine TRANSATLANTISCHE Währung sein, die über die BIZ angestoßen werden wird - und zufällig damals ebenfalls von diesen US-FED-Eignern gegründet wurde...

    --> wodurch das schöne Dollar-Gelddruck-Monopol mal kurz über den Atlantik schwappt und ausgehnt wird

    Für mich zeigt das Geschehen eine systematische Zerrüttung des Euro, vielleicht mit obiger Zielsetzung.

  • Deutschland steht vor der Leichenhalle. Die Tür steht auf. Drinnen sind die offt zitierten Länder mit ihren Volskwirtschaften. Wir können den Blick auf den Innenraum nicht mehr ändern. Wir werden dort auch landen. Es gibt kein Entrinnen. Was mit unserem Dazutun eingebrockt wurde, ist nicht mehr reparabel. Das Vertrauen in die deutsche Politik ist dahin. Und dies wird nicht mehr zu ändern sein, weil dummköpfig ohne den Bürger gehandelt wurde. Über unsere Köpfe wurden wir in die jetzt zitierte Katastrophe geführt. Die Schweden haben über den Beitritt eine Volksabstimmung gemacht und sich dagegen ausgesprochen. Wie wohl das richtig war. Es wurde vom Volk abgelehnt. Wenn ich dort oben bin, schüttelt man nur mit dem Kopf. Man spricht kaum noch über die Katastrophe hier. Sondern man wundert sich nur noch über die tagtäglich hin und hergeschobenen Milliarden-Beträge auf dem Kontinent. Wo war hier die Aufkärung, als es darum ging den Euro einzuführen? Man hat blauäugig angenommen, dass schon alles gut gehen würde. Das die Völker untereinander alle die gleiche Auffassung vertreten würden. Mißtrauen, Vorsicht und Nachfrage, wurden als unpassend und völlig unangebracht abgewienert. Und jetzt stecken wir in dem Morast, aus dem kein Herauskommen mehr möglich ist. Es bleibt nur noch einen letzten Schritt, dann sind wir auch in der Leichenhalle. Die Dramatik ist nicht mehr zu übertreffen. Pessimismus, negatives Denken hat Einzug gehalten. Man legt uns allen den Strick um den Hals. Wir Deutschen sind gefesselt und sich zu fügen. Die Katastrophe hat längst begonnen. Es ist zu wünschen, das die Märkte mit dem Zusammenbruch beginnen. Es wird so kommen. Vielleicht dauert es nur noch eine kurze Zeit. Bereiten wir uns auf das Ende vor

  • Es sind ja nur vage Schätzungen. Besteht denn keinerlei Interesse an einer seriösen Hochrechnung zu den zu erwartenden, nationalökonomischen Schäden, verursacht durch Politikfehler - analog zu Dennis Meadows Studie vom M.I.T.? Wozu sind eigentlich die volkswirtschaftlichen Institute für empirische Forschung da?

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