Die tägliche Investmentidee
Investieren wie Harvard

Die US-amerikanischen Eilte-Unis Harvard und Yale sind weltweit bekannt. Für die Qualität der Lehre, ihre Jahrhunderte alte Geschichte, aber auch für ihr Milliardenvermögen, das sich von Jahr zu Jahr mehrt. Von letzterem sollen jetzt auch Anleger in Deutschland profitieren, versprechen die Marketingexperten der Landesbank Berlin.

BERLIN. Die Yale Universität hat ihr Vermögen im abgelaufenen Finanzjahr um 28 Prozent auf 22,5 Milliarden Dollar gesteigert. Damit wächst das Bankkonto der Elite-Uni in New Haven, Conneticut, schneller als das aller anderen Hochschulen. Das reiche Harvard hat um 23 Prozent draufgepackt und verwaltet mittlerweile ein Vermögen von 35,9 Milliarden Dollar. Betrachtet man die Steigerungsraten der vergangenen zehn Jahre, führt Yale vor Princeton und Harvard.

Hinter der wundersamen Geldvermehrung steckt eine ausgeklügelte Anlagestrategie. Das zum Teil von Nobelpreisträgern verwaltete Vermögen wird in die verschiedensten Anlageformen gesteckt, um das Risiko möglichst breit zu streuen. Dabei investieren die Universitätsstiftungen neben festverzinslichen Wertpapieren und Aktien auch verstärkt in Sachwerte, Ländereien, Wälder und Private Equity. Hauptsache unkonventionell und vergleichsweise sicher.

Die Berliner Landesbank wirft nun Zertifikate auf den Markt, die die unkonventionellen Anlagestrategien der Elite-Unis kopieren sollen. College Invest-Zertifikate (WKN: LBB111) heißen die Papiere; die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 15. Oktober. Eine Laufzeitbegrenzung ist nicht vorgesehen. Allerdings behält sich die Landesbank gemäß den Zertifikate-Bedingungen das Recht vor, die Papiere jeweils vierteljährlich, erstmals im Dezember 2008, vorzeitig zurückzuzahlen.

Aus Sicht der Marketingexperten klingt der Name College-Invest zweifelsohne vielversprechend. Investieren wie ein Nobelpreisträger - wer will das nicht? Nichtsdestotrotz sollten Anleger genaustens auf die Kosten für die Zertifikate schauen. Denn die sind nicht ohne. Als Basiswert dient der sogenannte „College Invest Index“, der sich aus Anteilen des „Modular College Fonds“ und einer variablen, unverzinslichen Barkomponente zusammensetzt. Der Fonds ist gemeinsam von Acatis und der Privatbank Hauck & Aufhäuser aufgelegt worden.

Der Anleger zahlt für beides – für das Zertifikat und den als Basiswert dienenden Fonds. Für die Fondsanteile fällt ein Ausgabeaufschlag von 0,5 Prozent an. Außerdem werden die Fondsmanager mit 0,55 Prozent vom Anlagebetrag pro Jahr entlohnt. Eine jährliche Management-Gebühr fällt auch für das Zertifikat selbst an. Macht nochmal 0,5 Prozent. Wer das Zertifikat bis zum 15. Oktober zeichnet, muss obendrein zwei Prozent Ausgabeaufschlag auf den Emissionspreis von 100 Euro je Zertifikat zahlen. Und weil das noch nicht genug ist, wird – ganz tief in den Zertifikatebedingungen versteckt – noch eine sogenannte Emissionsgebühr berechnet, mit der Anlauf- und Transaktionskosten gedeckt werden sollen. Das sind nochmals 2,5 Prozent, die dem Index entnommen werden. Harvard und Yale sind eben nicht ganz billig!

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%